Laufzeit, Hebel, Rendite Warum Hochzinsanleihen steigende Zinsen besser vertragen

Thomas Samson ist Portfoliomanager für europäische Hochzinsanleihen beim Anleihespezialisten Muzinich & Co | © Muzinich & Co

Thomas Samson ist Portfoliomanager für europäische Hochzinsanleihen beim Anleihespezialisten Muzinich & Co Foto: Muzinich & Co

Drohende Handelskriege, steigende Zinsen in immer mehr Industrieländern – die Volatilität an den Märkten ist zurück. Und sie wird bleiben. Zeitenwenden wie diese sind für Investoren herausfordernd, bieten aber auch Chancen. Gefragt sind nun Anlagestrategien mit möglichst guter Zinsabsicherung, die gleichzeitig attraktive Erträge erwirtschaften. High-Yield-Anleihen bieten genau das: eine im Vergleich zu anderen Anlageklassen kurze Duration gepaart mit einem höheren Kupon bei einem kalkulierbaren Risiko, ein stets vorausschauendes aktives Fondsmanagement vorausgesetzt.

Sicher: Die anziehenden Marktzinsen haben auch an den Anleihemärkten ihre Spuren hinterlassen und auch Hochzinsanleihen von Unternehmen belastet. Naturgemäß reagieren Anleihen bei steigenden Zinsen mit Kursverlusten beziehungsweise steigenden Renditen. Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich High Yields bei steigenden Zinsen deutlich besser halten als andere Produkte. Das liegt an den diversen Besonderheiten des High-Yield-Markts.

Zum einen sind die Laufzeiten von Hochzinsanleihen deutlich kürzer, was bei einem Zinsanstieg bedeutet, dass die Kursverluste nicht so stark ausfallen. Je risikoreicher ein Unternehmen ist, desto weniger lang kann es Geld am Markt aufnehmen. Deshalb sind die Laufzeiten am High-Yield-Markt per se kürzer als bei Investment Grade – im Schnitt rund vier Jahre. Zum Vergleich: Rund 30 Prozent der Investment-Grade-Unternehmen in den USA haben Anleihen mit einer Laufzeit von mehr als zehn Jahren aufgelegt. Entsprechend schwankungsanfälliger sind sie gegenüber der Zinsvolatilität.

Umfeld für Hochzinsanleihen bleibt vorteilhaft

Hinzu kommt die Möglichkeit der Emittenten von Hochzinsanleihen, die Papiere vor Fälligkeit zu kündigen. Dieses Kündigungsrecht reduziert im Durchschnitt die ohnehin schon kürzere Restlaufzeit weiter. Die Duration ist bekanntlich umso geringer, desto größer die Zinszahlung ist, die der Investor Jahr für Jahr zurückerhält. Neben der kürzeren Duration bieten Hochzinsanleihen auch vergleichsweise attraktive Renditen: High-Yield-Emittenten zahlen einen höheren Kupon, damit der Investor bereit ist, dort zu investieren.