Lebensversicherungen Die 3 größten Herausforderungen für die LV-Branche im Jahr 2017

Solvabilitätsvorgaben aus Brüssel, niedrige Zinsen der von Mario Draghi (Mitte) geführten EZB und neue digitale Dienstleister fordern die LV-Branche auch in diesem Jahr wieder heraus. | © Getty Images

Solvabilitätsvorgaben aus Brüssel, niedrige Zinsen der von Mario Draghi (Mitte) geführten EZB und neue digitale Dienstleister fordern die LV-Branche auch in diesem Jahr wieder heraus. Foto: Getty Images

ARTIKEL-INHALT 
Lars Heermann, Assekurata

„Auch im Jahr 2017 steht die Lebensversicherungsbranche vor großen Herausforderungen. Zu den größten zählen hierbei weiterhin Solvency II und das Niedrigzinsumfeld“, erklärt Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata. Doch zunehmend rücke auch das Thema Digitalisierung in den Fokus der Unternehmen.

• „Zinszusatzreserve übt massiven Druck auf die Finanzkraft der Anbieter aus“

Das anhaltende Niedrigzinsumfeld dürfte dafür sorgen, dass die Zuführungen zur Zinszusatzreserve (ZZR) noch weiter steigen. Nachdem die deutschen Lebensversicherer 2016 weitere 13 Milliarden Euro in der ZZR hinterlegt hatten, ist der ZZR-Bestand branchenweit auf etwa 45 Milliarden Euro gestiegen.

Ohne Berücksichtigung der ZZR lag die durchschnittliche Garantieverzinsung Ende 2016 bei 2,89 Prozent. „Unter Hinzunahme der bereits zurückgestellten Beträge reduziert sich diese auf 2,32 Prozent“, erläutert Assekurata-Experte Heermann. Sein Fazit: „Die Garantieanforderungen stellen unter dem vorherrschenden Zinsniveau eine erhebliche Belastung für die Branche dar.“ 

Die obige Abbildung zeigt, inwiefern die ZZR-Zuführungen bereits heute die Ertragslage und damit die Finanzkraft der Anbieter belasten. Quelle: Assekurata

„Wir gehen davon aus, dass sich die Höhe der Zinszuführungen zukünftig weiter von den noch erzielbaren Rohüberschüssen entfernt und deren Verhältnis im Geschäftsjahr 2016 bei rund 160 Prozent liegt“, prognostiziert Heermann. „Für die folgenden Jahre ist damit zu rechnen, dass die beiden Größen weiter massiv auseinanderklaffen und einige Anbieter keinen positiven Rohüberschuss mehr aufweisen können.“