Leicht erklärt Das können ETFs auf japanische Standard-Indizes

Der japanische Unternehmer Tadashi Yanai: Das von ihm aufgebaute Bekleidungsunternehmen Fast Retailing ist die größte Position im Aktienindex Nikkei 225. | © Getty Images

Der japanische Unternehmer Tadashi Yanai: Das von ihm aufgebaute Bekleidungsunternehmen Fast Retailing ist die größte Position im Aktienindex Nikkei 225. Foto: Getty Images

Es läuft wieder bei japanischen Aktien. Um mehr als 20 Prozent legte der Aktienindex Nikkei 225 auf Sicht der vergangenen zwölf Monate zu. Und es mehren sich die Argumente, dass noch ein paar Prozente hinzukommen.

Ein zumindest einfacher und schneller Weg zu japanischen Aktien führt über Indexfonds (ETFs). Hier lässt sich die Landschaft grob in zwei Teile aufspalten: Standard-Indizes und exotische Indizes. Wobei letztere nicht zwangsläufig schlechter sind als erstere. Manchmal ist das Gegenteil der Fall. Um sich den richtigen Index herauszusuchen, sollte man die Unterschiede zwischen den Konstrukten kennen.

Auf geht’s zunächst mit den Standard-Indizes.

Nikkei 225

Er ist definitiv der bekannteste Aktienindex aus Japan, aber auch der mit der größten Schwäche. Denn die 225 enthaltenen Aktien sind nach ihrem Kurs gewichtet und nicht nach der Größe des Unternehmens. Damit erhalten optisch teure Aktien automatisch ein höheres Gewicht als scheinbar billige Aktien. Der Dow Jones Industrial Average Index funktioniert übrigens genauso. Wobei rechnerische Faktoren beim Nikkei-Index die schlimmsten Verzerrungen verhindern sollen.

Wer in den Nikkei-Index kommt, und wer rausfliegt, das entscheidet die Redaktion der Nihon Keizai Shimbun („Japanische Wirtschaftszeitung“). Eine klare, harte Regel fehlt hier also. Schwergewicht ist der Kleidungs-Einzelhändler Fast Retailing, der im Index 6,0 Prozent ausmacht.

Topix

Dieser Index ist die moderne Alternative zum Nikkei 225. Seine Mitglieder sind nach ihrem frei handelbaren Börsenwert gewichtet (Free Float), wie es international üblich ist. Enthalten sind alle Aktien, die im amtlichen Handel in Tokio zugelassen sind. Damit bildet er die japanische Wirtschaft besser ab als der subjektive Nikkei-Index.

Der Index existiert seit dem 1. Juli 1969, sein Startstand liegt bei 100 Punkten am 4. Januar 1968. Derzeit enthält er 2.021 Unternehmen (Stand: 31. Juli 2017). Am höchsten gewichtet ist Toyota mit 3,2 Prozent Anteil.

MSCI Japan

Der Index-Zampano Morgan Stanley Capital International (MSCI) hat auch für Japan einen Länderindex eingerichtet. Er enthält 320 Unternehmen, die wie üblich nach dem Börsenwert gewichtet sind. Damit ist er etwas konzentrierter als der sehr breit gestreute Topix. Platz 1 nimmt auch hier Toyota ein, allerdings mit 4,5 Prozent.

Und welche ETFs bilden die Indizes ab? Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.

Wobei hier natürlich der Teufel im Detail steckt. Die ETFs unterscheiden sich nämlich darin, wie sie mit Dividenden umgehen, ob Währungskurse abgesichert sind (beides hier angezeigt), ob die Anbieter die Indizes komplett, nur zum Teil oder per Derivat nachbauen und ob sie Aktien aus dem Portfolio verleihen. Weitere solche Information liefert die Webseite der Deutschen Börse.

In Kürze folgen hier auf diesem Portal die exotischen Japan-Indizes im Überblick.