Leicht erklärt Worauf man bei dividendenstarken Nebenwerten achten sollte

Holger Stremme managt den LBBW Dividenden Strategie Small & MidCaps

Holger Stremme managt den LBBW Dividenden Strategie Small & MidCaps

ARTIKEL-INHALT 

Auf der Suche nach Renditen führt derzeit kaum ein Weg an Aktien vorbei. Während sich das Zinsniveau und damit auch die Renditen von Staatsanleihen mit hoher Bonität noch immer auf einem niedrigen Niveau bewegen, stiegen die führenden Aktienindizes zuletzt auf neue Rekordstände. Grund ist ein Mix aus überwiegend positiven Unternehmens- und Wirtschaftszahlen. Für Investoren kann es sich dabei lohnen, den Blick nicht nur auf die großen Standardtitel, sondern auch auf Nebenwerte zu richten. Denn sie bieten im direkten Vergleich oft größere Renditechancen.

Das hängt mit der natürlichen Entwicklung von Unternehmen zusammen. Größere Unternehmen sind meist am Ende ihres organischen Entwicklungszyklus angelangt. Wachstum ist dann oft nur noch in Form von Unternehmenszukäufen möglich. Bei substanzstarken Titeln aus der zweiten Reihe sieht die Lage in der Regel anders aus. Sie können noch organisch, also aus eigener Kraft wachsen. Vor diesem Hintergrund bieten Small- und Mid-Caps in vielen Fällen bessere Wachstumsaussichten als große Standardwerte.

Kleine Unternehmen oft auf fremden Kaufzetteln

Hinzu kommt, dass kleine Perlen oftmals selbst das Ziel von Übernahmeofferten werden, was für die jeweiligen Aktionäre in der Mehrzahl aller Fälle mit einer zusätzlichen Prämie verbunden ist. Die Übernahmephantasien hängen mit der starken Marktposition dieser Unternehmen zusammen. Unter den Small- und Mid-Caps finden sich verhältnismäßig viele Unternehmen, die als Hidden Champions zu den Weltmarktführern in ihrer Nische gehören. Zudem profitieren sie häufig in besonderem Maße von der Globalisierung. Ein weiterer Punkt ist, dass die familiären Strukturen beziehungsweise klaren Besitzverhältnisse die Basis für eine Geschäftsstrategie bilden, die auf langfristigen Erfolg ausgelegt ist.

Ein Beispiel für einen solchen Hidden Champion, bei der die Gründerfamilie nach wie vor auf der Kommandobrücke steht, ist Sixt. Denn auch wenn sie zum Teil als börsengehandelte Kapitalgesellschaften aufgestellt sind, werden alle Unternehmen des Konzerns wirtschaftlich von der Familie Sixt geführt – und das sehr erfolgreich. In den vergangenen Jahren hat sich das Unternehmen durch organisches Wachstum kontinuierlich weiterentwickelt. Die Marke Sixt, die bereits in mehr als 100 Ländern weltweit vertreten ist, weitet ihre Präsenz kontinuierlich aus. Schon jetzt sorgen insbesondere die guten Geschäfte in den USA, Frankreich und Spanien dafür, dass der Konzern auf Rekordkurs bleibt. In den kommenden Jahren soll der Ausbau weiter voranschreiten und der Anteil des Umsatzes aus dem Ausland von aktuell 53 auf 70 Prozent steigen.