Leiter der MLP Corporate University Weiterbildung: „Lernkontrollen sind zielführend“

Jan Berg, Bereichsleiter der Corporate University von MLP: Der mittlerweile vorgeschriebene Sachkundenachweis reicht für eine qualifizierte Beratung nicht aus. | © MLP

Jan Berg, Bereichsleiter der Corporate University von MLP: Der mittlerweile vorgeschriebene Sachkundenachweis reicht für eine qualifizierte Beratung nicht aus. Foto: MLP

DAS INVESTMENT: Ist der Sachkundenachweis, der für die Vermittler nach §34 d, f, h und i GewO installiert wurde, ausreichend für eine qualifizierte Beratung?

Jan Berg: Definitiv nein. Der Weg ist zwar grundsätzlich richtig. Denn es konnte ja nicht sein, dass man Kunden bis 2007 nur auf Basis eines Gewerbescheins, also ohne irgendeine Qualifikation beraten konnte. Richtig ist auch, dass die Sachkunde alleine im Versicherungsbereich nicht ausreichend war. Das Problem ist aber, dass einzelne, nebeneinanderstehende Themen-Silos gebaut wurden. Gute Finanzberatung macht aber gerade die Vernetzung der verschiedenen Themen aus. Disziplinübergreifend und von den Kundenbedürfnissen aus zu beraten lernt man nicht, wenn man in Produktgattungen denkt. Aus diesem Grund haben wir seit jeher die ganzheitliche Finanzberatung bei der Qualifikation unserer Berater in den Mittelpunkt gestellt.

Wie beurteilen Sie die Verpflichtung zu 15 Stunden Weiterbildung, die über die IDD in die Branche kommt?

Berg: Die ändern nichts an dem Problem der Silos, denn bei der IDD reden wir ja nur über Versicherungsfragen. Ein Finanzberater sollte das Selbstverständnis haben, dauerhaft in allen Feldern fit zu sein, in denen er seine Kunden berät. Weiterbildung ist deshalb bei MLP eine Selbstverständlichkeit. Wichtig ist aus unserer Sicht, dass der Gesetzgeber in der noch ausstehenden Verordnung einen Rahmen definiert, den die Marktteilnehmer entsprechend ihrer Schwerpunkte ausgestalten können. Offenbar orientiert sich der Gesetzgeber an der Grundlogik von „Gut beraten“. Das ist nachvollziehbar. Wir lehnen uns daran an – haben aber ein eigenes System, mit dem wir alle Beratungsfelder abdecken.

Braucht das Weiterbildungssystem Lernkontrollen und Prüfungen?

Berg: Gesetzliche Lernkontrollen in der Weiterbildung festzulegen, wäre zu komplex. Unternehmen, denen eine Lernkontrolle wichtig ist, machen das von sich aus. Auch hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Wir haben etwa an vielen Stellen Lernkontrollen und Abschlüsse, die Voraussetzung sind, Kunden in speziellen Finanzfragen beraten zu können.