LHI-Geschäftsführer Dieter Seitz Sachwerte für Semiprofessionelle: „Keine Produkte von der Stange“

Dieter Seitz ist Geschäftsführer der LHI Capital Management.

Dieter Seitz ist Geschäftsführer der LHI Capital Management.

// //

DAS INVESTMENT.COM: Wie gelangen Sie an Ihre Investoren aus dem Family-Office-Bereich?

Dieter Seitz:
Wir agieren stark über Empfehlungen. Wenn wir Kontakt zu einem neuen Family Office oder einem vermögenden Investor aufnehmen, fragt dieser gern nach Referenzen. Das ist auch kein Wunder: Family Offices sind untereinander gut vernetzt.

Mit den Usancen aus dem Publikumsmarkt kommt man dort nicht viel weiter?

Seitz:
In der Regel nicht. Im Publikumsbereich wird das fertige Produkt platziert. Das ist hier ganz anders: Zunächst gilt es, bei einem Kunden sein ganz spezielles Anlagebedürfnis zu eruieren – ein „Produkt von der Stange“ ist meistens nicht passend. Dieses müsste man dann ohnehin entsprechend umstrukturieren. So ist es wenig zielführend, mit einem auf die breite Masse ausgelegten Konzept in diesem Markt zu agieren.

Von welchem potenziellen Markt semiprofessioneller Investoren reden wir eigentlich?

Seitz:
Zunächst einmal muss ein Anleger mindestens 200.000 Euro investieren wollen, was ja die gesetzliche Grundlage für die Definition der Semiprofessionalität ist. Und wenn jemand 1 Million in ein geschlossenes Investmentvermögen investieren will, sollte er ein Gesamtvermögen von mindestens 50 Millionen oder eher 100 Millionen haben. Denn nicht mehr als 1 oder 2 Prozent sollten auf diese Investition entfallen. Das heißt: Von den echten klassischen Single Family Offices gibt es in dieser Größenordnung in Deutschland nicht mehr als 300 bis 400. Im Multi-Family-Bereich sind es vielleicht 60 bis 70 – wenn wir die an Banken angelehnten Vertreter mal außen vor lassen.

Darüber hinaus wollen viele Family Offices ihre Anlagen gern selbst organisieren.

Seitz:
Ja. Das führt dazu, dass wir gerade zwei investierende Immobilienfonds für Family Offices am Markt haben, und als Kaufkonkurrenten treten andere Family Offices auf. Eine Variante ist aber auch, Joint Ventures umzusetzen. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Sachwertebranche für Family Offices sehr interessant ist – doch man muss das sehr differenziert angehen und sehr individuelle Konzepte anbieten.

Welche Investitionsquote wird erwartet – und gibt es auch erfolgsabhängige Vergütungsmodelle?

Seitz:
Die Investitionsquote liegt in jedem Fall über 95 Prozent, manchmal sogar noch höher. Das hängt ein Stück weit von der Assetklasse und der Nutzungsart ab. Hat man eine lange Laufzeit und eine entsprechend lang laufende Management Fee, wie es etwa im Erneuerbare-Energien-Bereich üblich ist, dann wird am Anfang die Investitionsquote höher sein. Unsere erfolgsabhängigen Vergütungen sind zudem angelehnt an den institutionellen Bereich. Wir haben die Usancen aus dem institutionellen Markt mit Versicherungen und Pensionskassen auf den semiprofessionellen Markt übertragen. Wir liefern da das gleiche Setup: Interessengleichheit von Investor und Initiator ist die Grundlage.