Die Champions-League

Mit dem Frühjahr kommen auch die Fondspreise: Alljährlich zum Saisonauftakt ermittelt die Analysegesellschaft Lipper, eine Thomson-Reuters-Tochter, die Top-Performer der Investmentbranche.

In mehr als 20 Ländern rund um den Globus werden die besten Produkte und Fondsgesellschaften für den von ihnen erwirtschafteten konsisteten Ertrag ausgezeichnet – dabei bezieht Lipper neben der Rendite auch das Risikomanagement mit ein.

DAS INVESTMENT ist 2016 bereits zum elften Mal exklusiver Medienpartner der Thomson Reuters Lipper Fund Awards, die in Deutschland verliehen werden. Wir freuen uns, Ihnen gemeinsam mit Lipper und neun Preisträgern mit diesem DAS INVESTMENT EXTRA einen Überblick über die besten Fonds und die erfolgreichsten Asset-Management-Häuser geben zu können.

Die feierliche Übergabe der Lipper- Trophäen fand im März im Frankfurter Jumeirah Hotel statt. Impressionen von der Verleihung und dem anschließenden Get-together finden Sie hier

Foto: Uwe Nölke

„Potenzial für neue Anlageklassen“

Lipper-Chefanalyst Detlef Glow über die diesjährige Ermittlung der Preisträger, Absolute-Return-Fonds und die aktuellen Herausforderungen für die Fondshäuser

DAS INVESTMENT: Wie viele Fonds haben Sie diesmal für die Ermittlung der Lipper Fund Awards herangezogen?

Detlef Glow: Das Universum umfasste wie auch in den Vorjahren alle Fonds aus den Anlageklassen Aktien, Anleihen und gemischte Portfolios, die älter als drei Jahre waren und eine Vertriebszulassung in Deutschland hatten. Insgesamt waren dies 5.328 Fonds aus 103 unterschiedlichen Vergleichsgruppen.

Wo lag die Grenze beim verwalteten Volumen, die über die Zuordnung als kleine oder große Gesellschaft entschied?

Glow: In diesem Jahr lag der sogenannte Breakpoint zwischen einer kleinen und einer großen Gesellschaft bei 14,25 Milliarden US-Dollar. Dabei spielt nicht das insgesamt von dem Manager verwaltete Vermögen eine Rolle: Es werden auch hier nur die Fonds berücksichtigt, die in Deutschland zum Vertrieb zugelassen sind.

Planen Sie Veränderungen am Analysemodus und der Preisverleihung?

Glow: Die Lipper Fund Awards wurden von Anfang an auf Basis der bewährten Methodologie des Lipper Leader Ratings für konsistenten Ertrag, also auf Basis der risikoadjustierten Wertentwicklung, berechnet. Hier planen wir keine Veränderungen. Wir denken aber darüber nach, die Preisverleihung zu erweitern. So könnten etwa auch Awards für ETFs oder auch ein Award für das Lebenswerk eines Menschen vergeben werden. Allerdings müssen alle Erweiterungen unseren strengen Vorgaben hinsichtlich der Transparenz und Nachhaltigkeit der Auswahlkriterien genügen.

Zurzeit sind vor allem Multi-Asset- und vermögensverwaltende Fonds gefragt. Warum finden sich diese Kategorien nicht bei Ihren Preisvergaben?

Glow: Multi Asset oder vermögensverwaltende Fonds sind aus unserer Sicht eher Marketingbegriffe und keine eigenen Produktkategorien. Dahinter verbergen sich in der Regel einfach nur Mischfonds, die die heute geltenden gesetzlichen Vorgaben, etwa Leerverkäufe und Short-Positionen, voll ausschöpfen.

Auch würde ich keinem Fondsmanager unterstellen wollen, dass er im Sinne seines Investmentziels nicht vermögensverwaltend arbeitet – das ist ja schließlich sein Job. Anders sieht es bei den sogenannten Absolute-Return-Fonds und den alternativen UCITS aus. Hier haben wir den Trend zur eigenen Kategorie schon vor einigen Jahren erkannt und entsprechende Vergleichsgruppen eingeführt, die auch bei den Thomson Reuters Lipper Fund Awards ausgezeichnet werden.

Wo sehen Sie in den kommenden Monaten besondere Herausforderungen für die Fondsbranche?

Glow: In diesem Jahr dürfte vor allem das Geschehen an den Märkten eine Herausforderung für die Kapitalanlagegesellschaften wie aber auch für die Anleger werden. Da sich Investoren in einem volatilen Umfeld eher aus den Märkten zurückziehen oder ihre Anlagen in risikoarme Anlageklassen umschichten, könnte es in diesem Jahr für die Industrie schwer werden, erneut Mittelzuflüsse in der Größenordnung von 2015 zu generieren. Zudem stellt ein volatiles Marktumfeld die Fondsmanager vor einige Schwierigkeiten, ihre Anlageziele erreichen zu können. Dadurch hat 2016 durchaus das Potenzial, ein Jahr zu werden, bei dem sich insbesondere bei den eben genannten neuen Anlageklassen die Spreu vom Weizen trennen könnte.

Das Gespräch führte Markus Deselaers

Lipper Fund Awards | Porträt

Die unterschätzte Alpenrepublik

Der Aktienmarkt Schweiz hat viel mehr zu bieten als die Großkonzerne Nestlé, Roche oder Novartis. Das zeigt eindrucksvoll der Deka-Schweiz, der erfolgreich auch auf Small- und MidCaps mit nachhaltigem Gewinnwachstum setzt

Foto: Getty Images

Die Nummer eins in der Welt – und das vor den USA, Singapur und dem großen Nachbarn Deutschland.

Die Rede ist von der Schweiz, und es geht um die Wettbewerbsfähigkeit. Bereits im siebten Jahr in Folge kürte das Weltwirtschaftsforum (WEF) jüngst unseren Nachbarn zum wettbewerbsfähigsten Staat. Untersucht wurden insgesamt weltweit 140 Länder.

Will man als Anleger in diesem interessanten Markt investieren, kommt man am Aktienfonds Deka-Schweiz nicht vorbei. Er zählt seit Jahren zu den Top-Performern. Das belegt nicht zuletzt die aktuelle Auszeichnung durch das Analysehaus Lipper, das den Deka-Schweiz als Sieger in seiner Kategorie ermittelt hat.

„Die Schweiz verfügt über viele interessante und sehr erfolgreiche Unternehmen“, bekräftigt Matthias Bussemer (Foto). Der Fondsmanager des 1994 aufgelegten Aktienfonds mischt die großen und bekannten Blue Chips mit kleineren und mittelgroßen Unternehmen, die überdurchschnittliche Ertragschancen versprechen.

In Bussemers Fokus stehen vor allem Unternehmen mit nachhaltig wachsenden Gewinnen. „Natürlich kommt man in der Schweiz an Roche, Novartis und Nestlé nicht vorbei. Ich suche aber auch speziell nach Firmen, die am Beginn einer dynamischen Wachstumsphase stehen. Diese Dynamik entsteht meist durch ein neues Produkt oder den Eintritt in neue Märkte“, so der Fondsmanager.

Als ein Beispiel nennt Bussemer die aus der Röntgentechnik abgeleitete E-beam-Technologie für die kontaktfreie Behandlung von Oberflächen. Ein neuer Bereich mit viel Potenzial sei hier die chemikalienfreie Sterilisierung von Getränkekartons, auf die sich beispielsweise die international tätige Comet Gruppe mit Sitz im Kanton Freiburg spezialisiert hat.

Bei der Titelauswahl achtet Bussemer, der seit 1997 für die Portfolioauswahl des Deka-Schweiz verantwortlich ist, auch auf Managementqualität, Bewertung und Gewinnentwicklung der jeweiligen Aktie. Die Dividendenrendite spielt bei der Titelauswahl ebenso eine Rolle.

„Dividenden sind mittlerweile auch ein Thema für mich, schließlich sind die Dividendenrenditen von 3 oder 4 Prozent bei einigen Titeln sehr attraktiv, im Vergleich zu den negativen Renditen bei zehnjährigen Schweizer Staatsanleihen“, unterstreicht Experte Bussemer.

Besonders der Lebensmittelkonzern Nestlé und die beiden Pharmakonzerne Roche und Novartis – die zugleich zu den Top-Positionen im Fonds gehören – zahlen ihren Aktionären seit Jahren verlässlich hohe Dividenden.

Anders als vielleicht von Außenstehenden erwartet, ist das Anlageuniversum mit über 200 Unternehmen in der Schweiz erstaunlich groß. Weitere Pluspunkte: Das Land verfügt über eine sehr gute Infrastruktur und glänzt mit einer hohen Kaufkraft der Privathaushalte. Der starke Schweizer Franken spielt nach Ansicht des Deka-Managers nur eine untergeordnete Rolle.

„Die Unternehmen müssen ja bereits seit Jahren mit der starken Währung leben und haben sich entsprechend darauf eingestellt“, unterstreicht Bussemer. So haben viele Konzerne ihre Produktion ins Ausland, vielfach ins benachbarte Deutschland, verlagert. Diese Ausweichstrategie hat sich seit der Abkehr der Schweizer Nationalbank von der Euro-Anbindung des Franken Anfang 2015 sogar noch einmal verstärkt.

Solide Cashflows in Aussicht

Deka-Fondsmanager Bussemer verweist zudem auf die große Anzahl von Schweizer Unternehmen, die sich als Marktführer in den verschiedensten Sektoren etabliert und hohe Marktanteile erarbeitet haben. Und dies ermöglicht eine gewisse Preissetzungsmacht sowie die Chance auf starke Cashflows. „Swiss Made“ gelte nicht von ungefähr als international beachtetes Markenzeichen für Qualität.

Auf Sektorenseite wird Bussemer derzeit vor allem in den Bereichen Healthcare, Feinmechanik und Maschinenbau, in denen die Schweizer Wirtschaft sehr exportstark sei, fündig. Immerhin ein Viertel des Portfolios besteht aus Gesundheitswerten, was natürlich auch der hohen Gewichtung von Roche und Novartis geschuldet ist. Aber auch einige Technologietitel finden sich im Fonds. Zu den Top-Holdings zählen darum auch Leonteq, Syngenta, Swiss Re und SGS.

Währungsrisiken werden im Deka-Schweiz übrigens nicht abgesichert. „Man darf nicht vergessen: Ein starker Franken beschert den Anlegern auch Währungsgewinne“, erklärt Bussemer. Anleger sollten natürlich in Betracht ziehen, dass sich entsprechend eine schwächere Schweizer Währung auch negativ auf die Fondsperformance auswirken kann.

Und noch eine Besonderheit weist der Schweizer Markt auf: Die defensive Qualität des Aktienmarkts ist vergleichsweise hoch, da viele Unternehmen nicht so stark von der Konjunktur abhängen. Die Volatilität des mittlerweile umgerechnet rund 137 Millionen Euro schweren Aktienfonds ist mit rund 12 Prozent auf Drei-Jahres-Sicht im Vergleich zu anderen Länderfonds denn auch niedrig.

Autor: Heino Reents

Sound der Zukunft

Fidelity verfügt als aktiver Asset-Manager über langjährige Multi-Asset-Erfahrung, mit passenden Lösungen für unterschiedliche Anlegerbedürfnisse

Foto: Getty Images

Das kann sich sehen lassen. Seit fast 22 Jahren bietet der Fidelity Euro Balanced Fund seinen Anlegern eine gute Rendite durch die ausgewogene Mischung aus europäischen Aktien und Anleihen.

Und das auch über unruhige Marktphasen hinweg. Der verdiente Lohn für den klassischen Mischfonds ist eine Lipper-Auszeichnung in der Kategorie „Mixed Asset EUR Balanced – Euro-Zone“, und zwar für den 3-Jahres- sowie 5-Jahres-Zeitraum.

Zudem ist Fidelity von Lipper auch als beste große Fondsgesellschaft für den Bereich Mixed Assets ausgezeichnet worden: Schon heute betreut Fidelity weltweit mehr als 40 Milliarden Euro allein in Multi-Asset-Fonds und zählt seit vielen Jahren zu den großen Anbietern in diesem Bereich. Neben etablierten Mischfondslösungen wie dem Fidelity Euro Balanced Fund hat die Fondsgesellschaft eine Familie von Multi-Asset-Fonds entwickelt. Mit denen stellt sie die Weichen, um flexibel auf neue Marktbedingungen reagieren zu können.

Neue Herausforderungen

Denn die Weltwirtschaft verändert sich: Megatrends wie demografischer Wandel, Konsum und Digitalisierung schaffen neue Herausforderungen. Die gewohnte Stabilität der Märkte weicht größeren Schwankungen. Aktien-Investoren müssen sich an höhere Volatilität gewöhnen, und das Renditepotenzial von Anleihen scheint angesichts der „Nullzins-Politik“ der Notenbanken sehr begrenzt.

Das heißt auch: Traditionelle Anleihen-Investments können Wertverluste bei Aktien weniger gut kompensieren. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sind zukünftig flexiblere Ansätze gefragt.

„Multi-Asset-Fonds der neuen Generation berücksichtigen deshalb heute unter anderem alternative Anlagen - Wir haben das Thema Multi Asset in unserem Haus gezielt weiterentwickelt. So wollen wir neben dem Aktien- und Rentenmarkt zusätzliche Renditequellen erschließen“, sagt Claude Hellers, Leiter Vertrieb Deutschland bei Fidelity International.

„Speziell marktneutrale Strategien wie etwa Relative-Value-Ansätze können als zusätzliche Renditequelle dienen. Mit ihrer Hilfe sind Fondsmanager in der Lage, unabhängig von der generellen Richtung des Markts Mehrwert für den Anleger zu erzielen.

Dabei orientieren sich die einzelnen Mitglieder der Multi-Asset-Familie jeweils an konkreten Kundenbedürfnissen. „Anleger haben unterschiedliche Erwartungen“, betont Hellers. So gehe es einigen vor allem um den Kapitalerhalt, andere wiederum streben regelmäßige Erträge an. Eine weitere Anlegergruppe etwa akzeptiert größere Schwankungen, will aber mit höheren Erträgen belohnt werden. „Anhand der Ankerpunkte Stabilität, Ertrag und Wachstum lassen sich passgenaue Multi-Asset-Fonds für jedes Anlegerprofil identifizieren“, so Hellers.

Der Fidelity Zins & Dividende etwa hat das Ziel, über einen Zyklus betrachtet bei kontrolliertem Risiko rund 5 Prozent vor Kosten der Fondsverwaltung pro Jahr auszuschütten. Der währungsgesicherte Multi-Asset-Fonds investiert in Aktien und Anleihen aus Industrie- und Schwellenländern und kann auch innerhalb definierter Grenzen Instrumente wie Immobilienaktien (REITs) und Infrastrukturanlagen sowie Kreditverbriefungen (Loans) einsetzen.

Die Fondsmanager Eugene Philalitis und Nick Peters gewichten dem Marktumfeld entsprechend die einzelnen Portfoliobausteine. Mit diesem aktiv verwalteten Anlagemix können sie gezielt Ertragschancen nutzen. Bei Bedarf werden auch alternative Anlagen in Immobiliengesellschaften, Infrastrukturtitel oder Kreditverbriefungen beigemischt. Im Fokus stehen dabei zum einen regelmäßige Zinsen aus Staats- und Unternehmensanleihen sowie zum anderen dividendenstarke Aktien.

Gleichzeitig kann die breite Streuung innerhalb des Gesamtportfolios dazu beitragen, mögliche Schwankungen abzufedern.

Bei den Multi-Asset-Lösungen kombiniert Fidelity mehrere Stärken: So fließen in die aktive Anlageentscheidung der Fondsmanager auch die Ergebnisse quantitativer Analysen ein. Zudem können sie auf die Erkenntnisse der Analysten des globalen Research-Netzwerks von Fidelity zugreifen. Fidelity beschäftigt über 400 Anlageexperten weltweit, die jährlich insgesamt rund 17.000 Gespräche mit Unternehmen führen.

„Mit ihren Untersuchungen decken sie rund 80 Prozent der wichtigsten Märkte ab, gemessen an der Marktkapitalisierung und dem globalen Investment-Grade-Universum im Bereich Anleihen“, so Hellers.

Auch angesichts dieser besonderen Expertise sieht Hellers sein Haus gut für die neue Welt aufgestellt: „Als Nächstes planen wir Multi-Asset-Lösungen, die eine konstante Risikoklassifizierung aufweisen und sich in erster Linie an risikoaverse Anleger richten“, verrät er. Diese Strategie nennt Fidelity Systematic Multi Asset Risk Targeted. Oder kurz: SMART.

Autor: Heino Reents

„An Aktien führt kein Weg vorbei“

Der vermögensverwaltende Aktienfonds BHF Value Leaders FT zeigt der Konkurrenz derzeit die Rücklichter. Fondsmanager Stefan Diehl erläutert die Strategie und äußert sich auch zur aktuellen Marktlage

DAS INVESTMENT: Hat Sie der Einbruch an den Weltbörsen gleich zu Jahresbeginn überrascht?

Stefan Diehl: Ja, in dieser Heftigkeit durchaus, zumal die Gründe für den Abverkauf mit China und dem Ölpreis zunächst wenig greifbar erschienen. Wir haben dann aber sehr schnell reagiert und die Aktienquote beim BHF Value Leaders FT über Indexfutures auf 75 Prozent reduziert. Auch anschließend erfolgten permanente Anpassungen des Aktienanteils, sodass wir die volatilen Auftaktwochen in diesem Jahr recht gut gemeistert haben.

Lipper hat Sie für Ihre gute Performance über drei und fünf Jahre ausgezeichnet. Beruht dieser Erfolg auf genau diesem Konzept, den Investitionsgrad möglichst flexibel zu variieren?

Diehl: Das ist richtig. Dies ist zumindest eines von zwei wesentlichen Elementen, die uns von anderen Fondskonzepten in unserer Sparte unterscheiden. Um es zu konkretisieren: Das Anlagekonzept des BHF Value Leaders FT ermöglicht eine Aktienquote in einer Spannbreite von 70 und 100 Prozent. Diese Flexibilität nutzen wir sehr aktiv, wobei meines Erachtens momentan der Grundsatz „Sell the rallye, buy the dip“ Erfolg verspricht. Und um hierzu treffsichere Timing-Entscheidungen fällen zu können, beobachten wir nicht nur die Fundamentaldaten, sondern berücksichtigen auch die Markttechnik sowie Sentiment-Indikatoren.

Und das zweite Element?

Diehl: Besteht in der Aktienselektion. Wir verfolgen einen nachhaltigen Value-Ansatz. Unser Ziel ist es, mittels Bottom-up-Analysen führende werthaltige Unternehmen zu identifizieren, die sich unter anderem durch eine positive EBIT-Entwicklung auszeichnen und hohe Cashflows generieren.

Ist Ihnen die Dividendenrendite hierbei ebenfalls wichtig?

Diehl: Auf jeden Fall. In regionaler Hinsicht spielt diesbezüglich Europa die größte Rolle. Darüber hinaus können wir Titel aus den USA und in geringerem Umfang aus Asien beimischen. In qualitativer Hinsicht schauen wir uns zum Beispiel die Wettbewerbsposition der Unternehmen an. Außerdem führen wir Hintergrundgespräche mit dem Management.

Und dabei kommen für Sie nicht nur Bluechips infrage.

Diehl: Genau. Uns ist wichtig, dass sich ein Investmentkandidat über viele Jahre hinweg positiv entwickelt hat. In unserem Portfolio befinden sich damit auch zahlreiche kleinere und mittelgroße Unternehmen aus dem Nebenwertesegment.

Verraten Sie uns einige Ihrer Favoriten?

Diehl: Dazu zählt sicherlich der britische Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser. Die Aktie ist eine echter Qualitätstitel, den wir bereits seit Längerem im Depot haben. Des Weiteren hat das finnische Unternehmen Kone, das Aufzüge und Rolltreppen herstellt, ebenfalls einen erfreulichen Beitrag zur Wertentwicklung des BHF Value Leader FT geleistet. Auch vom Sanitärhersteller Geberit sind wir überzeugt. Das Schweizer Unternehmen profitiert vom steigenden Bedarf nach Wohnraum speziell in Deutschland.

Haben Sie auch einen Geheimtipp unter Ihren Investments?

Diehl: Hierzulande kaum bekannt sein dürfte beispielsweise Ametek, ein chancenreicher Hersteller elektromechanischer Instrumente aus den USA, der seit Anfang des Jahres das Portfolio bereichert. Hier haben wir einen vorübergehenden Rückschlag zum Einstieg genutzt, was recht typisch für unsere Herangehensweise ist.

Standen kürzlich noch weitere Umschichtungen im Fondsportfolio an?

Diehl: Durchaus. Bei der Schweizer SGS, einem Prüf-, Test- und Verifizierungsunternehmen, haben wir Gewinne mitgenommen. Außerdem lief der Ertragsmotor in der eigentlich defensiven Pharmabranche nicht mehr so rund wie bisher, sodass wir unser Engagement reduzierten. Gänzlich abgestoßen wurde der Diabetes-Spezialist Novo Nordisk, dessen Ergebnisse zuletzt enttäuschten.

Welche Aktien haben Sie gekauft?

Diehl: Neuerwerbungen betrafen zum Beispiel Assa Abloy, einen schwedischen Hersteller von Schließsystemen. In den USA haben wir uns mit der Disney-Aktie verstärkt, die eine spannende Story bietet. Der Medienkonzern versteht es wie kaum ein anderer, aus Erfolgen im Filmgeschäft zusätzliches Kapital mit Merchandising-Artikeln zu schlagen. Mit einem ETF-Zielfonds setzen wir überdies antizyklisch auf eine Erholung der europäischen Öl- und Gaskonzerne.

Verträgt sich Ihre starke Konzentration auf Aktien mit Ihrem Anspruch, Anlegern ein vermögensverwaltendes Konzept bieten zu wollen?

Diehl: Aber sicher. Ich bin davon überzeugt, dass wegen der anhaltend niedrigen Zinsen an Aktien kein Weg vorbeiführt. Ein Blick auf fremde Währungen flankiert diese Strategie. So haben wir kürzlich das Britische Pfund abgesichert, nachdem es stark gestiegen war und die Brexit-Diskussion Fahrt aufnahm.

Ein kleiner Ausblick: Was erwarten Sie vom Aktienjahr 2016 insgesamt?

Diehl: Ich gehe davon aus, dass wir neue Börsenrekorde aller Voraussicht nach wohl nicht sehen werden. Die Wirtschaft in Europa und in Nordamerika wächst derzeit lediglich verhalten, die Geldspritzen der Notenbanken beeindrucken die Anleger allerdings immer weniger. Höchstwahrscheinlich werden wir zwischenzeitliche Rallyes zum Aufbau von Cash nutzen, um nach Rückschlägen auf ermäßigtem Niveau erneut zugreifen zu können. Mit dieser Strategie sind wir zuletzt gut gefahren.

Das Gespräch führte Carsten Behrens

Mit Routine und Raffinesse

Mit seinem aktiven Ansatz und seinen Aktien-, Anleihen- und Strategiefonds sorgt der dänische Assetmanager Jyske Invest auch hierzulande für immer mehr Aufmerksamkeit

Gern auf etwas anderen Wegen als die breite Masse bewegt sich die dänische Investmentgesellschaft Jyske Invest.

Das Unternehmen mit Sitz in Silkeborg hat gleich eine ganze Menge an Investmentfonds und Strategien im Angebot, die sich im Umfeld aus niedrigen Zinsen und hoher Volatilität als Anlagealternative anbieten.

Schwankungsarme Aktien sind dafür ein Beispiel. Oder High Yield Corporates. Oder kombinierte Value- und Momentum-Strategien, wie sie der Jyske Invest International Favourite Equities nutzt. So haben die Dänen einiges zu bieten: Vor diesem Hintergrund hat das Analysehaus Lipper Jyske Invest erneut als besten kleinen Asset-Manager in der Overall-Sparte ausgezeichnet.

In diese Kategorie passt etwa der Jyske Stable Strategy – wenn es sich auch auf den ersten Blick „nur“ um einen klassischen Mischfonds handelt. Doch er unterscheidet sich von vielen anderen seiner Klasse: Das fängt bei der für diese Fondsgruppe eher niedrigen Kostenquote an, geht über die speziellen Portfoliobausteine weiter und hört beim Allokationsprozess auf.

Stabile Erträge im Zentrum

Darüber hinaus kann sich der Erfolg sehen lassen: Der Jyske Stable Strategy erzielte in den vergangenen zehn Jahren ein Plus von 50 Prozent, über fünf Jahre waren es rund 27 Prozent – und das bei einer Volatilität von gerade einmal rund 4 Prozent.

„Entscheidend sind die richtige Asset-Allokation und die zugrunde liegenden Strategien der Assetklassen“, sagt Portfoliomanager Anders Leonharder Weihrauch.

Festgelegt ist, dass mindestens 55 Prozent des angelegten Vermögens in sicheren Rentenpapieren stecken müssen. „Die neutrale Allokation sieht eine Aktiengewichtung von 20 Prozent vor“, so Weihrauch. „Derzeit gewichten wir Aktien aber leicht über.“ Zwar sei die Unsicherheit an den Aktienmärkten groß, doch diese Volatilität biete auch Chancen auf Erträge, zumal das konjunkturelle Umfeld recht stabil sei.

Im Aktienportfolio, das in der Regel aus rund 40 Werten besteht, stecken nach Angaben Weihrauchs „die besten Ideen des Jyske-Aktienresearchs“. Die Titelauswahl erfolgt nach dem Bottom-up-Ansatz. Favorisiert werden vor allem fundamental unterbewertete Unternehmen, die über ein positives Momentum verfügen.

Auf der Anleiheseite zählen globale und liquide Staatsanleihen zu wesentlichen Bestandteilen, ebenso deutsche Pfandbriefe und ähnlich gut abgesicherte europäische Covered Bonds. Hinzu kommen auch High-Yield- sowie Schwellenländeranleihen. „Wir setzen auf einen breiten Mix“, kommentiert Weihrauch.

Das Portfolio besteht denn auch aus mehreren Hundert verschiedenen Anleihe-Positionen. Und mit dänischen Rentenpapieren hat Jyske eine weitere Besonderheit im Blick. Der dänische Anleihemarkt wird von Pfandbriefen dominiert, die mit Immobilien besichert sind. Das Volumen dieser Papiere summiert sich aktuell auf 375 Milliarden Euro. Damit ist der dänische Pfandbriefmarkt annähernd so liquide und viermal größer als der deutsche Markt für Staatsanleihen. Kein Wunder also, dass Pfandbriefe eine große Bedeutung in den Portfolios der Jyske-Fonds einnehmen.

Pfandbriefe als Ergänzung

Mit dem Jyske Invest Danish Bonds gibt es sogar einen eigenen auf diesen Markt spezialisierten Fonds. Das Fondshaus sieht in der Anleihekategorie eine attraktive Ergänzung zu europäischen Anleihen. Denn die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank haben für dänische Bonds nur indirekt und mit Einschränkungen Auswirkungen.

Und, wie eingangs genannt: Für aussichtsreich halten die Dänen im aktuellen Niedrigzinsumfeld und der zunehmenden Unsicherheit an den Märkten vor allem auch Aktien mit niedriger Volatilität. Der Jyske Invest Equities Low Volatility hat sich hierauf spezialisiert.

Denn laut Jyske erzielen nicht die risikoreichsten Aktien langfristig die beste Performance, sondern vielmehr schwankungsärmere Aktien. Sie bieten die Chance auf eine erstaunliche Outperformance. Der Grund: In Abwärtsphasen fallen Low Volatility Aktien weniger stark als der Durchschnitt. Das wirkt sich nicht nur langfristig auf die Wertentwicklung aus, sondern schont auch das Nervenkostüm der Anleger.

„Sicherheit ist uns wichtig“

Portfoliomanager Anders Leonharder Weihrauch erläutert, was den Jyske Stable Strategy ausmacht und für welche Anlegergruppe er sich eignet

DAS INVESTMENT: Der Jyske Stable Strategy ist Teil einer ganzen Fondsfamilie. Was zeichnet diese aus?

Anders Leonharder Weihrauch: Wir managen die insgesamt sechs Strategieportfolios anhand eines speziellen Allokationsprozesses. Dabei versuchen wir, die potenzielle Rendite im Verhältnis zum festgelegten Risikoprofil unserer Strategiefonds zu maximieren. Dazu haben wir unser eigenes Modell entwickelt, ein Signalinstrument, das die quantitative Auswahl der Anlageklassen übernimmt.

Welche Faktoren spielen eine Rolle?

Weihrauch: Wir berücksichtigen fundamentale Zahlen, Bewertungsindikatoren sowie Daten zum Sentiment, also dem Anlegerverhalten. Anschließend nehmen ich und meine Kollegen mithilfe einer qualitativen Analyse die Gewichtung der einzelnen Assetklassen vor.

Wie managen Sie das Risiko?

Weihrauch: Unser Risikomodell gibt uns kurzfristig Auskunft, wie sich das Risiko in den einzelnen Anlagekategorien voraussichtlich entwickeln wird. Entsprechend handeln wir. Mittels eines speziellen Risk-Overlay-Managements wird außerdem die Korrelation der Assetklassen untersucht. Sicherheit ist uns wichtig. Wir setzen zum Beispiel keine strukturierten Papiere ein. Und mindestens 75 Prozent des Vermögens sind stets in Euro angelegt oder gegen den Euro abgesichert.

Autor: Heino Reents

Niedrigzins? Nein danke!

Die Notenbanken haben Rentenanleger auf Diät gesetzt. Ausgewählte Nischen des Anleihemarkts bieten aber weiterhin vorzügliche Ertragschancen, wie die LBB-INVEST beweist

Foto: picture alliance/dpa

Musiker auf der Karlsbrücke in Prag: Osteuropa bietet für Renteninvestoren gutes Potenzial.

Renditeorientierte Investoren müssen nicht unbedingt riskante Strategien wählen, wenn sie auf Lutz Röhmeyer vertrauen. Sein Rentenfonds Multizins-INVEST liefert kontinuierliche Erträge, und das bereits seit 1999.

„Hohe laufende Zinseinkünfte stellen unsere wesentliche Einnahmequelle dar“, erklärt der Portfoliomanager der LBB-INVEST.

Wer bei der Fondsauflegung zeichnete und bis heute dabeiblieb, verdreifachte sein eingesetztes Kapital, was einer jährlichen Rendite von 6,64 Prozent nach Kosten entspricht. Der deutsche Rentenmarkt wurde damit klar übertroffen, der RexP-Index brachte nur 4,56 Prozent per annum. Der Multizins-INVEST fokussiert sich auf Zinstitel aus den europäischen Konvergenzstaaten. Neben Osteuropa zählen Großbritannien, Skandinavien und Vorderasien zum Anlageuniversum.

Kurze Laufzeiten, stattliche Renditen

Risiken aus Unternehmensanleihen oder langen Laufzeiten meidet der Fondsmanager. Die Portfoliotitel haben im Durchschnitt eine Restlaufzeit von etwa drei Jahren. Neben Staatsanleihen werden vor allem supranationale Emittenten mit erstklassigen Bonitätsnoten bevorzugt.

Auch in den vergangenen drei Jahren konnte der Multizins-INVEST überzeugen: Das Analysehaus Lipper kürte ihn zum leistungsstärksten Produkt in seiner Kategorie.

Gut zu wissen: Die Performance des Multizins-INVEST wurde nicht durch Anleihekursgewinne aufgebläht. Vielmehr verfügte das Portfolio auch weiterhin über eine hohe Ablaufrendite von rund 5,6 Prozent. „Die Investoren erhalten somit auch zukünftig eine angemessene Vergütung für das eingegangene Anlagerisiko“, betont Röhmeyer.

Trotz der Probleme in einigen Staaten hält der Fondsmanager den Prozess der wirtschaftlichen Konvergenz in Europa nicht für abgeschlossen: „So etwas wurde schon vor Jahren behauptet, die Realität hat solche Annahmen aber stets widerlegt“, unterstreicht der Experte.

An einer Benchmark orientiert sich Röhmeyer nicht. Gleiches gilt für den zweiten Rentenfonds der Produktfamilie, den Weltzins-INVEST. Dessen Konzept folgt dem Vorbild des älteren Bruders. Der Weltzins-INVEST selektiert global Lokalwährungsanleihen von Staaten und Förderbanken mit kurzen Restlaufzeiten, die im Durchschnitt zwei bis drei Jahre betragen.

Weltzins-INVEST: Globales Universum

Die wesentliche Ertragskomponente besteht auch beim Weltzins-INVEST in attraktiven Zinskupons, ohne die sehr gute Bonität aufzugeben. Diese liegt aktuell für den Weltzins-INVEST bei A-. Das Anlage-universum ermöglicht eine extrem breite Streuung des Anlagekapitals. Röhmeyer nutzt dieses Potenzial sehr aktiv. Das Portfolio umfasst inzwischen mehr als 750 unterschiedliche Rententitel aus 64 Währungsräumen.

„Wir ziehen diese umfassende Diversifikation einem benchmarknahen Ansatz vor. Denn dieser würde uns vor allem in liquide große Schwellenländer zwingen, was höhere Schwankungsrisiken beinhaltet“, so die Begründung.

Rentenpapiere aus Schwellenländern hatten zuletzt keinen leichten Stand. Die nahende Zinswende in den USA und fallende Rohstoffpreise ließen Währungen und Anleihekurse korrigieren. Der Weltzins-INVEST konnte diese Einbußen durch seine konservative Aufstellung jedoch gut kompensieren.

Röhmeyer hält die entstandenen Angstprämien für übertrieben: „Ein Investment war noch nie so attraktiv wie heute.“ Die laufende Rendite der Portfoliotitel betrage aktuell mehr als 10 Prozent. Währungsaufwertungen und Anleihekursgewinne könnten nun zusätzliche Erträge bringen.

Investoren haben dem Weltzins-INVEST bis heute rund 620 Millionen Euro anvertraut. Damit ist der Fonds zum volumenstärksten Rentenprodukt der LBB-INVEST herangewachsen. Die Strategie ergibt besonders für Kunden aus dem Private Banking, aber auch für andere professionelle Anleger Sinn. Ihnen stehen zwei institutionelle Tranchen zur Verfügung.

Kürzlich bekam die Fondsfamilie weiteren Zuwachs. Die Strategie des Multirent-INVEST (WKN: 847 921) lehnt sich an die Weltzins-Konzeption an. Allerdings wurde die Schwankungsintensität nochmals stark reduziert, da Absicherungen sämtliche Währungs- und Laufzeitenrisiken neutralisieren. Aufgrund seiner Fokussierung ausschließlich auf den Euro und der überaus attraktiven Ablaufrendite von etwa 6 Prozent eignet sich der Fonds besonders für konservative Anleger. Mit ihm akzentuiert die LBB-INVEST zudem ihren Boutique-Ansatz mit leistungsstarken Spezialitätenfonds.

Autor: Thorben van Elk

„Unser Active Share liegt teils über 90 Prozent“

Olgerd Eichler, Fondsmanager des MainFirst Germany Fund, über taktisches Vorgehen, Märkte mit Potenzial und das Aufspüren neuer Trends

Bildquelle: Manfred Koetter

DAS INVESTMENT: Glückwunsch zur erneuten Lipper-Prämierung des MainFirst Gemany Fund – worauf führen Sie Ihren Erfolg zurück?

Olgerd Eichler: Vielen Dank, wir freuen uns sehr über die Auszeichnung. Die Kombination aus tiefgreifender Einzeltitelanalyse und einer starken Fokussierung auf die vielversprechendsten Unternehmen stellt das Rückgrat unseres nachhaltigen Asset-Management-Ansatzes dar. Dabei ist der hohe Freiheitsgrad, den wir als Portfoliomanager bei MainFirst genießen, eine wichtige Rahmenbedingung, um unsere Überzeugungen im Portfolio umsetzen zu können.

Wie gründlich beobachten Sie die Unternehmen, in die Sie investieren?

Eichler: Die intensive Unternehmensanalyse nimmt mit Abstand den größten Stellenwert in unserer täglichen Arbeitszeit ein. Dazu gehört neben dem Studieren von Geschäftsberichten auch der persönliche Kontakt zum Unternehmen und den handelnden Personen. Darüber hinaus nehmen wir uns regelmäßig die Zeit, Unternehmen vor Ort zu besuchen, um uns ein noch umfassenderes Bild machen zu können.

Welche Rolle spielen bei Ihnen die fundamentale und taktische Allokation?

Eichler: Wir sind grundsätzlich fundamental und langfristig positioniert, nehmen uns aber die Freiheit heraus, auf unterschiedliche Börsenszenarien und Makroentwicklungen taktisch reagieren zu können. Bei sich stark verändernden Rahmenbedingungen nutzen wir unsere Flexibilität, um auch in schwächeren Börsenphasen ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Sind Benchmarks für Sie von Interesse?

Eichler: Unsere Aktien­Selektion nehmen wir unabhängig von Benchmarks vor. Dadurch entsteht ein fokussiertes Portfolio mit einem Active Share von teilweise über 90 Prozent. Gleichzeitig messen wir allerdings unsere Performance an relevanten Benchmarks, um einen Maßstab für die angestrebte Outperformance zu haben.

Es fällt auf, dass nicht nur Ihr prämierter Fonds, sondern auch der MainFirst Global Equities Fund stark in deutsche Aktientitel investiert ist. Bietet Deutschland weiter gute Investitionsgelegenheiten?

Eichler: Absolut, die hohe Gewichtung deutscher Aktien ist Ausdruck der vielen attraktiven Geschäftsmodelle im aktuellen Umfeld. Dies wird durch die Gewinnrevisionen der regionalen Indizes untermauert. Demnach haben sich die Gewinne deutscher Unternehmen vom negativen Trend auf globaler Basis abkoppeln können.

Was ist der Hintergrund?

Eichler: Hier finden sich Unternehmen, die eine profitable Nische besetzt haben und ihre Produkte global exportieren können. Dabei sind sie häufig Innovationsführer und setzen mit ihrer Ingenieurskunst internationale Standards. Sie bieten in der Regel nicht nur überdurchschnittliche Gewinnmargen, sondern profitieren auch von internationalen Wachstumsmärkten.

Neben einer globalen Ausrichtung ist für Ihre Strategie wichtig, dass Unternehmen von strukturellen Trends profitieren. Geben Sie ein Beispiel?

Eichler: Die Identifizierung struktureller Trends hilft bei der Suche nach Unternehmen mit Gewinnsteigerungspotenzial, das losgelöst von den konjunkturellen Zyklen ist. So können wir uns vorstellen, dass zum Beispiel der Trend zur Automatisierung in der Fertigung einen besonderen Stellenwert für die Entscheidung von Investitionen einnehmen wird.

Dagegen sind beim MainFirst Global Equities Fund Branchen wie Versorger, Telekommunikation und Finanztitel gegenwärtig unterrepräsentiert.

Eichler: Ja, in diesen Sektoren scheinen die Unternehmen strukturell unter dem Druck zu stehen, ihre Profitabilität verteidigen zu müssen. So ist im Hinblick auf das Niedrigzinsniveau von weiteren Belastungen für die Zinsmarge im Kreditgeschäft bei Banken auszugehen.

Zurzeit sind Multi-Asset-Fonds stark gefragt. Sie bieten mit dem MainFirst Absolute Return Multi Asset Fund ein Produkt dieser Kategorie: Was machen Sie anders als die Konkurrenz?

Eichler: Unser Multi Asset Team generiert die Performance zum wesentlichen Teil aus aktiver Allokationsentscheidung und erfolgreicher Aktienselektion. Im Unterschied zu klassischen Multi-Asset-Ansätzen ist unser Fonds somit nicht stark von den Zinsmärkten abhängig, weder bei der Wert­entwicklung noch beim Risikoausgleich.

Ihr Haus hatte sich zunächst auf institutionelle Investoren konzentriert. Jetzt zählen auch Privatanleger zu Ihren Adressaten. Warum?

Eichler: Unser Multi-Boutique-Ansatz hat sich seit rund 15 Jahren im institutionellen Bereich bewährt. Wir sind der Meinung, dass wir unsere Strategien einem breiteren Publikum zugänglich machen sollten. Zum einen profitieren unsere Retail-Investoren von der Qualität der Fonds, und wir stellen die verwalteten Anlagegelder auf breitere Füße – soll heißen, das Anlagegeld verteilt sich granularer und wird somit in sich stabiler. Das ist eine Win-win-Situation.

Das Gespräch führte Markus Deselaers

Macht der Mischung

Konstant gute Ergebnisse bei geringen Kursschwankungen. Das ist es, was Anleger von einem Fonds erwarten – und was Rainer Link mit seinem Mischfonds MEAG EuroBalance seit Jahren gelingt. Sein Fonds wurde dafür erneut von Lipper ausgezeichnet



Foto: Getty Images

Immer wenn die Kursschwankungen an den Märkten zunehmen, ist die Zeit aktiver Mischfondsmanager gekommen.

„Bei meinem Fonds, dem MEAG EuroBalance, liegt der Aktienanteil in der Regel bei maximal 80 Prozent“, erklärt Rainer Link. „Da ist es für mich natürlich schwer, den Markt zu schlagen, wenn er schnurstracks nach oben läuft.“

Anders ist es, wenn der Aktienmarkt von einem heftigen Auf und Ab gekennzeichnet ist. Denn dann können Mischfondsmanager durch den Abbau von Aktien im Portfolio Verluste bei Kurseinbrüchen reduzieren und durch eine Erhöhung der Aktienquote von steigenden Kursen profitieren. Denn die richtige Steuerung der Asset Allocation, so heißt es, trägt rund 90 Prozent zum Erfolg eines Mischfonds bei.

Genau das ist Rainer Link im vergangenen Jahr, seit die Volatilität am Aktienmarkt deutlich gestiegen ist, eindrucksvoll gelungen. Zwar hatte er im Frühjahr 2015 die Aktienquote in seinem Fonds von etwa 80 Prozent auf 40 bis 50 Prozent reduziert und damit einen Teil der Aufwärtsbewegung in dieser Phase verpasst. Wichtiger aber war, dass er so mit seinem Portfolio auf die Turbulenzen im Sommer 2015, als die globalen Aktienmärkte infolge massiver Kurskorrekturen bei chinesischen Aktien einbrachen, gut vorbereitet war und die Verluste begrenzen konnte.

Ausrichtung an Fundamentaldaten

Doch vor allem nutzte Link diese Korrektur auch, um seine Aktienallokation wieder zu erhöhen. „Wir haben seinerzeit gesehen, dass es eine technische Reaktion war, die die Kurse immer weiter nach unten drückte, und dass sich an den Fundamentaldaten, also am Wirtschaftswachstum und an den Unternehmensgewinnen, eigentlich nichts verändert hatte“, berichtet der Fondsmanager.

Mit dem Blick zurück zeigt sich: Das war eine gute Entscheidung. Denn bis Ende November war der Euro Stoxx 50 wieder um über 15 Prozent gestiegen und hatte damit einen großen Teil der Verluste wettgemacht. Anfang Dezember lag Link dann noch mal richtig. Im Vorfeld der Fed-Sitzung und der zu erwartenden ersten Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank seit rund zehn Jahren, nahm er sein Aktienexposure wieder zurück.

„Ich war mir keineswegs sicher, ob der Markt wirklich so positiv auf die Zinserhöhung reagieren würde, wie viele dachten“, sagt der Experte.

Er ging vielmehr davon aus, dass die Investoren erst einmal in den ‚Risk-off-Modus‘ schalten würden. Also senkte er die Aktienquote in seinem Mischfonds erneut. Und tatsächlich ging es danach bis Mitte Februar an den Märkten abwärts.

Link setzt damit die Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahre nahtlos fort. Auf Sicht von fünf Jahren schnitt er mit seinem Fonds deutlich besser ab als sein Vergleichs­index. Und dies zudem bei moderaten Kursschwankungen.

Basis des Erfolgs ist ein mehrstufiger Investmentprozess. Zunächst leiten Expertenteams der MEAG aus den Fundamentaldaten, der Geldpolitik und der Marktstimmung ihre Allokationsempfehlung für Aktien und Anleihen ab. Danach füllt Link den Aktien- und Anleiheteil seines Portfolios. Soweit es Anleihen betrifft, steht für den Fondsmanager dabei derzeit das Credo im Vordergrund, kein Geld zu verlieren, weshalb er ausschließlich in sichere Staatsanleihen investiert.

Auf der Aktienseite liegt der Fokus, neben der Einzeltitelanalyse, auf der Branchenselektion. Im Herbst 2015 zum Beispiel bevorzugte Link noch zyklische Sektoren. „Seitdem hat sich unser Bild aber gewandelt“, sagt der Experte. „Seit Jahresbeginn war zu beobachten, dass Volkswirte und Analysten ihre Schätzungen für die Weltwirtschaft und die Firmengewinne immer weiter reduziert haben. Das heißt, es hat sich fundamental etwas verändert, das lässt mich zunehmend vorsichtiger werden.“

Defensive verstärkt

So hat Link zum einen im Zug der Reduzierung der Aktienquote im Dezember seine Positionen bei zyklischen Branchen im Portfolio gesenkt und defensive Branchen, vor allem aus dem Gesundheitswesen, stärker betont. Zum anderen hat er, anders als im Sommer 2015, die jüngste Kurskorrektur nicht genutzt, um Aktienpositionen aufzubauen, sondern deren Gewichtung bei 40 bis 60 Prozent gelassen.

Dass Link seinen Aktienanteil nicht auf 20 Prozent, die Mindestaktienquote, zurückfährt, liegt vor allem an den Notenbanken.

„Sie sind derzeit bestimmende Spieler am Markt und können immer wieder für Phasen kräftig steigender Kurse sorgen, wie sich auch nach der EZB-Sitzung Mitte März gezeigt hat. Außerdem sind zwar die Wachstumsprognosen niedriger, die Volkswirte gehen aber nach wie vor von einem moderaten Wachstum aus. Das ist kein schlechtes Umfeld für Aktien.“, macht Link klar.

Dennoch hat Link sein Ohr laufend am Markt. Schließlich ist eine Rezession in den USA nicht auszuschließen. „Wir haben ein solches Marktszenario mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent eingepreist“, sagt er. „Ich weiß natürlich nicht, ob der Rückschlag kommt oder nicht. Aber wenn er kommt, werden überall die Aktienkurse fallen. Dann müssen wir erneut schneller sein als der Markt.“

Autor: Gerd Hübner

„Das Beste aus zwei Welten“

Auf Sicht von drei und fünf Jahren brachte der Schroder ISF Global Convertible Bond ansehnliche Renditen bei geringer Volatilität – und wurde dafür von Lipper prämiert. Schroders-Experte Martin Kühle über den Charme von Wandelanleihen

Bildquelle: Manfred Koetter

DAS INVESTMENT: Warum sollte man jetzt in Wandelanleihen investieren?

Martin Kühle: Nach den Kursturbulenzen zu Jahresbeginn weisen Wandelanleihen eine Unterbewertung und damit eine Einstiegschance auf. Ganz generell ist es aber so, dass normale Anleihen kaum noch Rendite bringen. Aktien sind zwar langfristig rentabler, aber nicht jeder kann mit den Kursschwankungen der Anlageklasse umgehen. Wandelanleihen bieten eine Alternative, weil Sie den Schutz von Anleihen mit der Chance von Aktien kombinieren.

Können Sie das näher erläutern?

Martin Kühle: Grundsätzlich sind Convertible Bonds Unternehmensanleihen, die einen Kupon haben und die am Ende der Laufzeit zum Nennwert zurückgezahlt werden. Das Besondere ist, dass sie während der Laufzeit in Aktien des Unternehmens gewandelt werden können. Damit bieten Wandelanleihen das Beste aus zwei Welten: Durch die Umwandlungsoption geht der Anleger ein defensives Investment am Aktienmarkt ein.

Was heißt das?

Martin Kühle: Fällt der Kurs der Aktie, sinkt der Wert der Option. Irgendwann erreicht die Wandelanleihe ihren Bond­floor, also den Wert der Anleihe ohne Umtauschrecht. Sie verhält sich dann wie eine Unternehmensanleihe und bietet Kapitalschutz. Dazu kommt das automatische Timing. Sinkt der Kurs der Aktie, geht das Aktienexposure im Wandelanleihen-Portfolio zurück. Umgekehrt ist der Anleger bei steigenden Aktienkursen automatisch mit dabei. Er hat also nicht das Risiko, nach einer Kurskorrektur den Wiedereinstieg zu verpassen. Wir verstärken den Automatismus, indem wir bei sinkenden Kursen Wandelanleihen mit knapper Liquidität verkaufen.

Wie wirkt sich das genau aus?

Martin Kühle: Beim Schroder ISF Global Convertible Bond liegt der Fokus auf ausgewogenen Wandelanleihen. Diese können nach oben viel Fahrt aufnehmen, verlieren aber nach unten relativ wenig. Damit wird der Fonds in der Regel rund 50 Prozent der Verluste am Aktienmarkt mitmachen, während er an steigenden Märkten zu rund 80 Prozent partizipiert. Wir nennen das Konvexität.

Die Schutzfunktion greift aber nur, wenn der Emittent nicht Konkurs geht …

Martin Kühle: Genau. Deshalb ist der Investmentprozess entscheidend. Bei uns setzt sich dieser aus der Analyse des wirtschaftlichen Umfelds und der Entwicklung der Zinsen, dem Portfolioaufbau und -handel sowie der genauen Analyse der einzelnen Titel zusammen. Die Bottom-up-Analyse hat mit rund 70 Prozent dabei den größten Anteil am Anlageprozess. Insgesamt umfasst unser Anlageuniversum 730 Wandelanleihen aus aller Welt. Davon sortieren wir synthetische Wandler, Titel mit zu geringer Liquidität sowie solche, bei denen dem Emittenten in den kommenden beiden Jahren der Konkurs drohen könnte, aus. In der Regel bleiben 280 bis 300 Titel übrig.

Wie geht es dann weiter?

Martin Kühle: Soweit es die Wandelanleihe betrifft, sind wir Value-Investoren. Wir achten genau auf die finanzielle Stabilität, also die Bonität des Emittenten. Wir wollen nicht riskieren, dass es zu Zahlungsausfällen kommt. Da wir aber in der Regel nur ein kurzes Zeitfenster von drei bis fünf Jahren haben, um mit einer Wandelanleihe eine positive Rendite zu erzielen, achten wir auf der Aktienseite auf das Momentum. Der Kurs der Aktie ist der wesentliche Performance-Treiber, und nur wenn dieser steigt, dann können wir bei der Wandelanleihe eine positive Wertentwicklung erwarten.

Sie haben gleich mehrere Wandelanleihe-Fonds im Angebot. Warum?

Martin Kühle: Wie erwähnt, machen Anleger mit dem Schroder ISF Global Convertible nur etwa 50 Prozent der Verluste am Aktienmarkt mit. Für manche ist aber auch das zu viel. Darum haben wir unser Fondsangebot um den Schroder ISF Global Conservative Convertible Bond ergänzt. Dessen Portfolio richten wir so konservativ aus, dass der Fonds Abwärtsphasen am Aktienmarkt nur zu rund 35 Prozent mitmacht. Er ist also eine noch defensivere Alternative für vorsichtige Anleger.

Wie unterscheidet sich der Anlageprozess bei den beiden Fonds?

Martin Kühle: Der grundlegende Investmentprozess ist bei beiden gleich. Der Unterschied liegt in der Titelauswahl. Bei der konservativen Fondsvariante liegt unser Fokus bei Wandelanleihen, die sich eher anleiheähnlich verhalten und fast ausschließlich aus dem Investment-Grade-Bereich sind. Zudem ist das Aufwärtspotenzial der zugrunde liegenden Aktie in der Regel geringer als beim Schroder ISF Global Convertible Bond.

Das Gespräch führte Gerd Hübner

Blick fürs Ganze

In diesen Zeiten brauchen Anleihe-Anleger einen Ansatz, der zugleich schwankungsarm ist und regelmäßige Erträge abwirft. Der 4Q-SPECIAL INCOME von TBF leistet das. Und dafür ist er bei den Lipper Fund Awards ausgezeichnet worden

Foto: Getty Images

Nach wie vor sind Anleger händeringend auf der Suche nach Ansätzen, die auskömmliche Renditen bei begrenzten Wertschwankungen ermöglichen.

Dies bietet der 4Q-SPECIAL INCOME: Der weltweit anlegende Mischfonds peilt eine vom Marktumfeld unabhängige positive Rendite an. Mit Erfolg: Er erzielte seit Auflage im August 2012 im Schnitt rund 5,1 Prozent Wertzuwachs pro Jahr – bei einer Volatilität von nur rund 3,7 Prozent.

„Die Entwicklung des Fonds basiert auf unserem Risikomodell und einer tief greifenden Unternehmensanalyse, bei der wir uns auf Titel aus den Branchen Industrie, Technologie und Energiewirtschaft konzentrieren“, sagt Fondsmanager Dirk Sammüller.

TBF Global Asset Management wurde im Jahr 2000 von Peter Dreide gegründet und steht für aktives Management und die Ausrichtung auf langfristigen Ertrag.

Ergänzt wird der TBF-Ansatz durch rund 200 Unternehmensbesuche, die die Experten weltweit jedes Jahr durchführen und deren Erkenntnisse in den Anlageprozess ebenso mit einfließen wie die Beobachtung mittel- bis langfristiger Branchentrends. „Die interessantesten Unternehmen bewerten wir anschließend mit selbst entwickelten Analysetools und unterziehen sie einem eigenen Rating“, so Dreide. Dabei wird sowohl die Aktie eines Unternehmens wie auch dessen Anleihe beurteilt.

Spezialist für Unternehmens-Checks

„Damit ist unsere Unternehmensanalyse auch Grundlage für die Zusammensetzung unserer Bondportfolios“, erläutert Sammüler. Das heißt, je nach Strategie werden die als attraktiv identifizierten Unternehmensanleihen im 4Q-INCOME FONDS oder im VAG-konformen ROCKCAP-US CORPORATE BOND FUND eingesetzt. „Unseren Investoren bieten wir so eine äußerst attraktive zusätzliche Renditequelle“, ergänzt Dreide.

„Damit ist unsere Unternehmensanalyse auch Grundlage für die Zusammensetzung unserer Bondportfolios“, erläutert Sammüler. Das heißt, je nach Strategie werden die als attraktiv identifizierten Unternehmensanleihen im 4Q-INCOME FONDS oder im VAG-konformen ROCKCAP-US CORPORATE BOND FUND eingesetzt. „Unseren Investoren bieten wir so eine äußerst attraktive zusätzliche Renditequelle“, ergänzt Dreide.

Aber auch im 4Q-SPECIAL INCOME, bei dem Corporate Bonds aktuell rund 46,5 Prozent des Portfolios ausmachen, finden die Ergebnisse dieses Analyseprozesses Eingang. Dazu kommen Spezialsituationen bei deutschen Aktien, wie Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge und Squeeze-outs. Sammüller: „Zu Ersteren kommt es, wenn ein Investor oder ein Unternehmen über 75 Prozent der Stimmenmehrheit hält. Für diesen Fall schreibt der deutsche Gesetzgeber vor, dass der Mehrheitsaktionär an die verbliebenen Aktionäre eine Garantie-Dividende zahlen muss.“

Und die kann sich sehen lassen. Sie liegt häufig im Bereich von 3 bis 5 Prozent – und das unabhängig vom Geschäftserfolg. Das allein macht diesen Ansatz schon interessant. Darüber hinaus muss das beherrschende Unternehmen den verbliebenen Aktionären ein Abfindungsangebot machen. „Diesen Preis bekommen die Minderheitsaktionäre auf jeden Fall“, erklärt Sammüller. „Und der ist vor Gericht anfechtbar, in 80 Prozent der Fälle gibt es zusätzlich noch eine Nachbesserung.“

Dazu ein Beispiel: Die Aktie des Lkw-Herstellers MAN, bei dem Volkswagen als beherrschendes Unternehmen auftritt, bringt eine Dividende von 3,07 Euro, und das bei einem ursprünglichen Abfindungsangebot von 80,89 Euro, welches eventuell auf rund 90 Euro nachgebessert werden muss, da in erster Instanz das Gericht den „fairen Wert“ auf 90 Euro festgesetzt hat. „Noch ist jedoch nichts final entschieden. So lange wird die Haltedauer mit einer Dividendenrendite von 3,3 Prozent versüßt“, erklärt Sammüller.

Da sich ein solcher Prozess oftmals über Jahre hinzieht, vereinnahmen die Minderheitsaktionäre über den gesamten Zeitraum die Dividende. Erst wenn der Käufer mehr als 95 Prozent der Anteile hält, kommt es zum Squeeze-out, dem Herausdrängen der Minderheitsaktionäre. Sammüller: „Dann muss der Käufer den durchschnittlichen Kurs der vergangenen drei Monate zahlen, was nochmals einen Aufschlag auf den Abfindungspreis bedeuten kann.“

Netzwerk plus Datenbank

Was einfach klingt, erfordert in der Praxis allerdings einen immensen Arbeitsaufwand. „Wir haben dafür in den vergangenen rund 15 Jahren ein weitreichendes Netzwerk und eine führende Datenbank zu diesem Thema aufgebaut“, so Sammüller. „Und das hilft uns, die Perlen in diesem sehr speziellen Bereich herauszufischen.“ Zusätzlich kann das Fondsmanagement des 4Q-SPECIAL INCOME aber auch andere Anlagen wie etwa normale Aktien, Wandel- oder Staatsanleihen oder Rohstoffe beimischen. „Dazu können noch marktneutrale Strategien wie Long-short-Ansätze kommen“, erklärt Thomas Einzmann, der für Spezialsituationen zuständig und dadurch auch Ideenlieferant für marktneutrale Strategien ist. „Diese setzen wir dann zur Diversifikation in unseren Fonds ein.“

Dieser Ansatz unterstützt auch den 4Q-SPECIAL INCOME dabei, sich markt-unabhängig bei geringer Volatilität zu entwickeln. Der Erfolg des Fonds ist also alles andere als Zufall, sondern vielmehr das Ergebnis einer ausgeklügelten Investmentstrategie.

Autor: Gerd Hübner

Die Fonds-Meister

Lipper und DAS INVESTMENT prämierten im März die besten Fonds und Investmenthäuser

Bildquelle: Uwe Nölke

Frankfurt am Main, 10. März.
Gespannte Erwartung im Crystal Ballroom des noblen Hotels Jumeirah am Thurn-und-Taxis-Platz: Lipper-Chefanalyst Detlef Glow gibt die diesjährigen Gewinner der Thomson-Reuters Lipper Fund Awards bekannt. DAS-INVESTMENT-Chefredakteur Malte Dreher überreicht die Trophäen.

Neben den besten kleinen und großen Asset-Management-Häusern werden die Top-Fonds für ihre konsistente Leistung ausgezeichnet. Dabei wird von Lipper nicht nur die erwirtschaftete Performance, sondern auch das eingegangene Risiko einbezogen.

„So kann voll mit einfließen, wie sich ein Fonds über längere Phasen hinweg in unterschiedlichen Marktumfeldern behaupten konnte“, kommentiert Glow.

Konkret funktioniert das so: Die Lipper-Analysten legen für die Auswertung drei Laufzeiten zugrunde, die drei, fünf und zehn Jahre umfassen. Glow: „Diese Zeiträume werden dann noch weiter unterteilt. Beim Drei-Jahres-Zeitraum werden beispielsweise 66 Unterzeiträume untersucht.“

Gruppenbild mit allen Gewinnern: Die Preisträger der Thomson-Reuters Lipper Fund Awards 2016 nach der Übergabe der begehrten Trophäen

Erneut ausgezeichnet: Cordula Bauss, Allianz Global Investors

Thomas Hammer, MainFirst: Award für den Equity Germany Fund A

Christian Machts nahm die Preise für BlackRock entgegen

Stolzer Preisträger: Stefan Diehl, Frankfurt Trust (rechts), mit Malte Dreher, Chefredakteur DAS INVESTMENT

Thomas Poulsen (links) und Peter Juhl, Jyske Invest: Beste kleine Fondsgesellschaft

Drei strahlende Sieger: Dirk Sammüller, Dirk Zabel und Thomas Einzmann, TBF Global Asset Management

Mit von der Partie: Marco Näder, Director Sales Banken bei Fidelity

Award für den MEAG EuroBalance: Fondsmanager Rainer Link, MEAG

Beim Netzwerken (von links): Thorben Pollitaras, RCM, Panagiotis Patzartzis, LBBW, Werner Kolitsch, M&G, und Martin Kühle, Schroders