Lipper-Experte Sind gehebelte Anlageprodukte sinnvoll?

Detlef Glow

Detlef Glow

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Mit gehebelten Anlageprodukten können Investoren, abhängig vom Hebelfaktor, der in der Regel den Faktor zwei oder drei aufweist, überproportional von der positiven oder negativen Entwicklung eines Marktes beziehungsweise Marktsegmentes profitieren. Dies bedeutet, dass der Anleger bei einem entsprechenden „leveraged long“ Produkt vier beziehungsweise sechs Prozent erwirtschaftet, wenn der Markt an einem Tag um zwei Prozent steigt.

Allerdings kann dieser Hebel auch gegen den Investor arbeiten. Wenn der Markt entgegen der Erwartung des Investors fällt, weist das Produkt am Ende des Tages eine um den Hebelfaktor verstärkte negative Rendite aus. Zudem ist die Wertentwicklung dieser Produkte, aufgrund der Produktkonstruktion, pfadabhängig. Dies bedeutet, dass das Renditeprofil eines gehebelten Produktes über einen längeren Zeitraum hinweg, insbesondere in stark schwankenden Märkten, aufgrund von Basiseffekten durch die tägliche Rücksetzung (re-setteling) des Berechnungswertes, deutlich von den Erwartungen des Investors abweichen kann.

Unterschiedliche Produktarten mit unterschiedlichen Risikoprofilen

Im Bereich der gehebelten long- beziehungsweise short-Produkte haben sich im Bereich der professionellen Investoren zwei Produktarten durchgesetzt. Dies sind zum einen Exchange Traded Funds (ETFs) und zum anderen sogenannte Exchange Traded Notes (ETNs). Bei den Exchange Traded Funds handelt es sich um Anlageprodukte die der europäischen UCITS-Regulierung unterliegen und aus diesem Grund nur einen maximalen Hebelfaktor von zwei aufweisen dürfen. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei ETNs um unregulierte Schuldverschreibungen, die einen höheren Hebel aufweisen können.

Da es gerade bei Schuldverschreibungen immer auch ein Emittentenrisiko gibt, sollten Investoren bei diesen Produkten darauf achten, das diese entsprechend besichert sind. Zudem sollten Anleger bei ETNs darauf achten, das diese eine hohe Transparenz aufweisen und über verschiedenste Market Maker handelbar sind, dies bedeutet im Umkehrschluss, dass Investoren die in ETNs investieren wollen, nicht nur die Produkte und deren Ausgestaltung, sondern auch den Produktanbieter und andere an dem Produkt beteiligte Parteien sehr genau überprüfen müssen, um etwaige Risiken erkennen zu können.