Liquidität gesucht So bereiten sich Anleiheinvestoren auf das nächste „Erbeben“ vor

An der Börse in New York: Der 15. Oktober 2014 war einer der extremsten Tage in der Geschichte des US-Anleihemarktes. Foto: Getty Images

An der Börse in New York: Der 15. Oktober 2014 war einer der extremsten Tage in der Geschichte des US-Anleihemarktes. Foto: Getty Images

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Ein Jahr nachdem sich ein harmloser Handelstag in einen der extremsten Tage in der Geschichte des US-Anleihemarktes verwandelte, haben Investoren ihre Lehren daraus gezogen, um ihr Geld zu schützen. Ein sprunghafter Anstieg des Kaufinteresses hatte damals die Renditen in einem rekordverdächtigen Ausmaß nach unten gedrückt, Händler schalteten Handelssysteme ab, was die Lücke zwischen Kauf- und Verkaufsorders vergrößerte. 

Innerhalb weniger Stunden kehrten die Kurse jedoch auf ein wenig verändertes Niveau zurück, womit sie ihren größten Ausschlag seit einem Vierteljahrhundert beendeten.

Neue Technologien, kleinere Stückelungen, Derivate, Risikomessungen

Um schneller Käufer und Verkäufer finden zu können, greifen einige Marktteilnehmer nun auf neue Technologie zurück. Andere führen Transaktionen in kleineren Stückelungen durch oder nutzen Derivate, um sich gegen Kursausschläge zu schützen; wieder andere wenden unterschiedliche Wege zur Risikomessung an.

Es handelt sich um einen Fall von Selbstregulierung. Der 100 Billionen Dollar schwere globale Bondmarkt passt sich einem neuen Umfeld an, in dem die Liquidität gerade dann verschwinden kann, wenn die Marktteilnehmer sie am meisten benötigen. Auch können Computer-Algorithmen Kursausschläge verstärken, wie das am 15. Oktober 2014 geschehen ist. Das Phänomen ist auch im Zusammenhang mit der Entwicklung zu sehen, dass sich Händler wegen der im Zuge der Kreditkrise eingeführten Vorschriften als Marktmacher zurückziehen.