Loys Global Long/Short Ufuk Boydak: „Der Brexit war die schwierigste Phase für den Fonds“

Ufuk Boydak. Im Interview spricht der Loys-Fondsmanager über gute und schlechte Zeiten für den Loys Global L/S. | © Loys

Ufuk Boydak. Im Interview spricht der Loys-Fondsmanager über gute und schlechte Zeiten für den Loys Global L/S. Foto: Loys

DAS INVESTMENT: Sie haben kürzlich in Kommentaren einerseits von einem „konstruktiven Börsenklima“ gesprochen. Andererseits befürchteten Sie, dass sich ein „Gemisch zusammenbrauen“ könnte. Was gilt denn nun?

Ufuk Boydak: Das Börsenklima ist eigentlich konstruktiv und es sieht gut aus. Was nicht ausschließt, dass es auch mal zu kleineren Stürmen kommt. Es gibt einige Risikofaktoren in den USA durch die Politik von Donald Trump. In Europa sieht es dagegen politisch erst einmal ruhiger aus. Nach den deutschen Wahlen kann sich die deutsch-französische Achse weiter festigen. Das Ergebnis der Brexit-Verhandlungen ist zwar noch unsicher, aber die Unternehmen auf der Insel und dem Festland arbeiten weiterhin zusammen. Wenn wir von möglichen äußeren Schocks absehen, dann steht Europa im Moment besser da als Amerika. Wenn sich allerdings in den USA etwas zusammenbraut, wird das alle Märkte betreffen.

Sie managen den Loys Global L/S. Laut Aussage von Loys ist das der defensivste Fonds aus Ihrer hauseigenen Fondsreihe.

Boydak: Genau, er ist dafür konzipiert, dass es auch mal regnet: Draußen ist ein toller Frühlingstag, aber Sie nehmen einen Regenschirm mit. Sie wissen nicht, ob Sie ihn brauchen, aber wenn es anfängt zu regnen, haben Sie ihn dabei.

Bisher war das nicht nötig. Der Fonds ist 2011 aufgelegt worden. Seitdem herrschte an den Aktienmärkten eine Hausse.

Boydak: Aber zu Jahresbeginn 2016 ging es auch mal um fast 20 Prozent nach unten. Der Fonds ist im gleichen Zeitraum nur circa drei Prozent gefallen.

Ende vergangenen Jahres setzten die Märkte zur Trump-Rally an. Ihr Fonds hat die Aufwärtsbewegung mitgemacht. Dagegen ist sein Kurs im Juni 2016 nach dem Brexit-Entscheid deutlich abgesackt. Obwohl die Märkte sich schnell wieder gefangen hatten. Was ist da passiert?

Boydak: Der Brexit war die schwierigste Phase des Fonds. Wir hatten vorher die Reißleine gezogen und weitgehend Markt-Exposure herausgenommen. So waren wir zu dem Zeitpunkt sehr stark abgesichert. Der Fonds will ja Draw Downs vermeiden und Volatilitäten reduzieren. Im Zweifel verzichten wir auf Rendite, um das Risiko zu reduzieren. Im Vorfeld war nicht abzusehen, wie die Märkte auf den Austritt reagieren, so etwas hat Europa noch nicht erlebt.

Die Märkte hatten den Schock allerdings schnell verdaut.

Boydak: Nach drei Tagen ging es schon wieder nach oben. Bei einer solch schnellen Erholung verursachte unser Sicherheitsnetz natürlich Kosten. Unsere Short-Positionen liefen gegen uns. Allein die Sicherung des Brexit-Votums hat rund drei Prozent Rendite gekostet. Das war aber ein einmaliges Ereignis. Wir stehen bereit, wenn es zu größeren Verwerfungen kommt, und wollen signifikante Verluste weitestgehend vermeiden.