Loys-Vorstand Ufuk Boydak Laut der 72er-Regel steht der Dax 2040 bei 50.000

Ufuk Boydak ist Vorstandsvorsitzender und Fondsmanager beim Oldenburger Vermögensverwalter Loys | © Loys AG

Ufuk Boydak ist Vorstandsvorsitzender und Fondsmanager beim Oldenburger Vermögensverwalter Loys Foto: Loys AG

ARTIKEL-INHALT 

Immer wieder werden wir mit den Prophezeiungen der Analysten großer Investmenthäuser beglückt. Bei manchen Anlegern sind Floskeln wie „der-Dax-steht-am-Jahresende-bei-X“ besonders beliebt. In der Finanzbranche hat sich aber angesichts dieses wiederkehrenden Rituals eine gewisse Müdigkeit breit gemacht. Die meisten Prognosen rufen eher gelangweiltes Achselzucken hervor. Angesichts dieser Reaktion wagen manche Kurs-Propheten wiederum sehr ungewöhnliche Vorhersagen. Und andere liegen einfach nur gnadenlos daneben.

Wo bleibt die Euro-Dollar-Parität?

Es ist noch nicht allzu lange her, dass Analysten die sogenannte Parität von US-Dollar und Euro ausgerufen hatten. Es hätte eine werthaltige Prognose werden können, wäre sie Ende 2013 gekommen. Damals erhielt man für einen Euro noch 1,40 Dollar. Ein Jahr später waren es 1,15 US-Dollar, also gut ein Fünftel weniger. Erst im Anschluss dieser starken Trendbewegung wagten sich auch die großen, personalstarken Investmenthäuser aus der Deckung. Die öffentlichkeitswirksame Prognose firmierte unter dem Schlagwort Parität und erschien leider erst 2015. Damaliger Stand war 1,10 Dollar und tatsächlich wurde der Gleichstand zwischen Euro und Dollar seither nie erreicht.

Crashs verlieren sich in Zeit und Raum

Prognosen sind bekanntermaßen schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Heerscharen von außergewöhnlich gut ausgebildeten Ökonomen scheitern seit Jahren an korrekten Aussagen über den kommenden Verlauf von Leitwährungen, Aktienindizes oder Zinskurven. Wer die nötige Gelassenheit hat, kann es auch als Gesellschaftsspiel ansehen. Man wettet um die Jahresendstände und wer anschließend am dichtesten dran ist, hat gewonnen.Für den Vermögensaufbau ist das nicht unbedingt hilfreich, aber je nach Gemütslage können sich Anleger das heraussuchen, was ihrer Einstellung am nächsten kommt.

Für gute Investmententscheidungen braucht man jedoch eine fundierte Marktmeinung, die das Zusammenspiel der Einflussgrößen am Kapitalmarkt differenziert auswertet. Ohnehin taugen kurzfristige Kursziele umso weniger, je länger der eigene Anlagehorizont ist. Schaut man auf die zum Teil sehr lange Historie der Aktienmärkte zurück, dann relativieren sich Crashs in den Dimensionen von Zeit und Raum. Wie soll man als Anleger darauf reagieren und wie weit darf oder soll man nach vorn blicken?