Loys-Vorstand Ufuk Boydak Laut der 72er-Regel steht der Dax 2040 bei 50.000

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Die Wahrheit über Prognosen

Als Beispiel seien die Hochrechnungen verschiedener Geldhäuser genannt, die den Dax bei 100.000 Punkten oder gar 200.000 Punkten sehen – wohlgemerkt erst im Jahr 2048. Diesen Langfristprognosen wohnt nicht nur eine intellektuelle Extravaganz inne. Aus unserer Sicht kann der Dax tatsächlich ein sechsstelliges Niveau erreichen. Dabei legen wir eine bewährte Faustformel, die 72er-Regel, zugrunde. Sie stammt aus der Zinsrechnung und gibt näherungsweise an, nach wie vielen Jahren sich eine verzinsliche Kapitalanlage im Nennwert verdoppelt. Legt man sein Geld zu 1 Prozent an, dann dauert es 72 Jahre, bis sich der Anlagebetrag verdoppelt hat.

In dem aktuellen Umfeld von Zinsniveaus bei circa 1 Prozent lohnt es sich also, auf Aktien schauen. Sie bringen im Durchschnitt zwischen sechs bis acht Prozent jährlich. Wendet man also die 72er-Regel auf den aktuellen Dax-Stand an, dann sollte er im Jahr 2040 bei gut 50.000 Punkten stehen. Damit relativiert sich die Bedeutung des aktuellen Dax-Standes oder einer Jahresendstand-Prognose.

Bleibende Werte

Gute Unternehmer schauen über den Rand des Jahresendes hinaus. Sie treffen ihre Entscheidungen langfristig und investieren das Kapital mit Umsicht. Mit dem Kauf der Aktien solcher Unternehmen erwirbt man echtes Eigentum an real existierenden Vermögenswerten, deren Wert durch gute Investitionen sich wiederum nachhaltig erhöht. Es gibt sehr viele Beispiele von Unternehmen, die in guten, aber auch in schwierigen Konjunkturphasen für ihre Anteilseigner bleibende Werte geschaffen haben. Die Überlegung, wo Aktien in zwanzig oder dreißig Jahren stehen könnten, hat also nicht nur intellektuellen Unterhaltungswert.

Eigentum an Wertschöpfung

Bei Loys streben wir den Erwerb einer zukunftsfähigen Beteiligung an einem produktiven Prozess an. Geschäftsmodelle mit begrenzter Halbwertzeit und solche, die langfristig die Chance auf Vermögenserhalt und Vermögensaufbau bieten, müssen voneinander abgegrenzt werden. Besonders dann, wenn es an der Börse ungemütlich wird oder der Konjunkturmotor stottert, überleben langfristig nur die soliden Firmen mit nachhaltiger Wertschöpfung.

Solide und gründlich analysierte Aktieninvestments sind für uns wichtiger als heldenhafte Kursprognosen mit der Motivation eines kurzfristigen Wettgewinns. Auf der anderen Seite sind auch wir überzeugt, dass der Dax einmal bei 100.000 stehen wird. Wir legen uns dafür aber nicht auf das Jahr fest, nicht einmal auf das Jahrzehnt.