Lupus-Alpha-Manager Björn Glück über deutsche Nebenwerte „Wir lassen unglaublich viel Rendite liegen“

Björn Glück, Manager des Lupus Alpha Smaller German Champions

Björn Glück, Manager des Lupus Alpha Smaller German Champions

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DER FONDS: Werfen wir einen Blick zurück. Was hat deutsche Nebenwerte 2014 beflügelt? Wo gab es Probleme?

Björn Glück: 2014 war ein ereignisreiches und damit auch volatiles Jahr. Probleme gab es durch geopolitische Ereignisse wie die Krise in der Ukraine, die das Vertrauen der Wirtschaft in Europa beeinträchtigt hat. Das hat zu einem fallenden Ifo-Indikator und ab der Jahresmitte zu sinkenden Kursen geführt. Letztlich kam es aber nie wirklich zu einem Ausverkauf, da die Geldpolitik den Markt unterstützt.

Crashtest: Die besten Fonds für deutsche Nebenwerte

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Lupus Alpha Smaller German Champions 231 85 86 60 29
2 I-Shares M-Dax 222 73 89 60 1,036
3 Uni Deutschland XS 188 72 82 34 40
4 Allianz Nebenwerte Deutschland 182 73 79 30 644
5 DWS German Small/Mid Cap 180 81 69 30 128
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Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 12. Dezember 2014), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 12. Dezember 2014), Wertentwicklung auf Euro-Basis


Welche Aktie hat Ihnen 2014 besonders gut gefallen?

Sixt. Die Firma ist einfach gut aufgestellt und hat 2014 damit angefangen, die Ernte für ihre Investitionen in die geografische Expansion in die USA sowie das Geschäftsmodell Drive Now einzufahren.

Welche Größenkategorie wird 2015 bei den Nebenwerten vorn liegen?

Ich denke, dass der Ifo-Indikator wieder steigen wird und so der M-Dax wieder besonders gut performen kann. Aber auch Tec-Dax und S-Dax haben Potenzial. Daneben gibt es auch noch genug Stockpicking-Möglichkeiten außerhalb der Indizes.

Welches werden 2015 die Hauptreiber sein, welches die größten Herausforderungen?

Tapering in den USA ist natürlich ein Thema, das den Markt bewegen wird. Darüber hinaus spielen die Geldpolitik der EZB eine Rolle und natürlich die ökonomischen Perspektiven, vor allem in Europa. Geopolitisch gibt es weiter genug Risiken. Es bleibt also spannend, aber ich bin optimistisch.

Welche Rolle spielen die Themen Euro-Schwäche und Fed-Zinserhöhung für deutsche Nebenwerte?

Die erwartete Zinserhöhung der Fed ist teilweise im Euro-Dollar-Wechselkurs eingepreist. Das lässt eine Unterstützung der europäischen Exportwirtschaft erwarten. Darüber hinaus kann es aber durch das Tapering zu Abflüssen aus den Schwellenländern kommen oder zu finanziellen Verwerfungen von Unternehmen aus den Schwellenländern, die Schulden in US-Dollar aufgenommen haben. Das könnte einen teilweise gegenläufigen Effekt auslösen, wenn es die Konjunktur in den Emerging Markets bremst.

Profitieren Small und Mid Caps auch von internationalen Investoren, oder konzentrieren sich diese auf den Dax?

Auch der M-Dax wird bereits von internationalen Investoren dominiert, die sich ebenfalls im Tec-Dax und immer stärker auch im S-Dax engagieren. Dagegen ist nichts einzuwenden, auch wenn es für Deutschland sehr schade ist, dass deutsche Institutionen und auch Privatanleger nicht genug in diese tollen Unternehmen investieren. Wir lassen dadurch unglaublich viel Rendite liegen. Schauen Sie in die USA: Dort brummt die Konjunktur nicht zuletzt deshalb, weil so viele Privatanleger Aktien besitzen.

In welchen Sektoren sehen Sie besonders gute Chancen, wo weniger?

Wenn der Ifo-Indikator sich erholt, dann sind die zyklischen Werte aus dem Maschinenbau oder dem Automobilbau in der Pole-Position. Aber auch ohne diese Erholung gäbe es ausreichend Titel, die noch Potenzial aufweisen. Auch in der Telekommunikations-Industrie oder im Healthcare-Bereich. Ich bevorzuge aber Stockpicking und schaue mir alle Titel einzeln an, anstatt Sektoren zu kaufen.

Wie haben Sie Ihren Fonds für 2015 positioniert?

Mit Blick auf die Einzeltitel im Fonds würde ich sagen, dass ich eher zyklisch aufgestellt bin, ohne ein Konjunkturwunder zu erwarten. Viele Zykliker sind seit dem Frühjahr schlecht gelaufen, so dass sie jetzt teilweise wieder günstig sind. Es ist insgesamt aber immer noch recht ausgewogen.