Maklerpool-Chef über Robo-Advisor "Der Makler bleibt die oberste Instanz"

Fondskonzept-Chef Hans-Jürgen Bretzke

Fondskonzept-Chef Hans-Jürgen Bretzke

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Wie beim Thema Fintech allgemein ist es angebracht, auch Robo-Advisor differenziert zu betrachten. Eine Polarisierung zwischen „Mensch und Maschine“ wird der Sache nicht gerecht, denn beide Welten können sich gut ergänzen.

Grundsätzlich sind Online-Vermögensverwaltungen in Form eines Robo-Advisory nichts Neues. Regelbasierte Managementsysteme mit einem gerasterten Zielfondsauswahlverfahren auf Portfolioebene gibt es bei Investmentfonds schon seit Jahren und auch die Standarisierung des Beratungsprozesses durch ein Abfrageschema zur Bestimmung des Anlage- und Risikoprofils für den Kunden hat bereits eine längere Historie. 

Nicht alles, was neu ist, ist auch wirklich gut

Robo-Advisory stellt daher zunächst nur eine neue Verpackung mit einem innovativen Anstrich für bereits bekannte Leistungen dar. Nicht alles, was neu ist, ist auch wirklich gut. So steht bei vielen Angeboten ein überzeugender Track Record über mehrere Jahre noch aus. Wenn die Qualität stimmt, können Online-Vermögensverwaltungen in einem Kundenportfolio durchaus ihre Berechtigung haben und konventionelle, aktiv gemanagte Produkte ergänzen. 

Grundsätzlich haben Kunden, die sich an einen unabhängigen Finanzberater wenden, ein Anrecht auf eine ganzheitliche Beratung und Produktauswahl. Zu den Pflichten eines Maklers gehört auch, Produktinnovationen am Markt zu beobachten und diese einzusetzen, wenn es bei einem Kunden sinnvoll erscheint und er dadurch seine finanziellen Ziele noch besser erreicht.