Maklerverwaltungsprogramme Wie Makler digitale Chancen im Policen-Vertrieb nutzen

USB-Kabel: Die Digitalisierung bietet viele Chancen für den Versicherungsvertrieb in Deutschland, erklärt Stephen Voss. Er hat mehr als 20 Jahre lang Erfahrung in der Versicherungswirtschaft gesammelt und arbeitete in unterschiedlichen Positionen vom Kundenberater über die Administration bis hin zum Vertrieb. | © rawpixel.com

USB-Kabel: Die Digitalisierung bietet viele Chancen für den Versicherungsvertrieb in Deutschland, erklärt Stephen Voss. Er hat mehr als 20 Jahre lang Erfahrung in der Versicherungswirtschaft gesammelt und arbeitete in unterschiedlichen Positionen vom Kundenberater über die Administration bis hin zum Vertrieb. Foto: rawpixel.com

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Was bedeutet die Digitalisierung für mich? Eine Frage, die sich aktuell viele Versicherungsvermittler stellen. Unter ihnen wird schon seit geraumer Zeit die offene Diskussion geführt, welche konkreten Auswirkungen die Digitalisierung auf die bestehenden Geschäftsmodelle einer Branche hat, die zum Teil noch mit Hausbesuchen und Telefonaten arbeitet. Dabei reichen die unter den Vermittlern geweckten Emotionen von Erleichterung über Unsicherheit bis hin zur totalen Ablehnung. Aber was daran ist richtig, was daran wird wichtig?

Digitalisierung ist keine Erfindung der vorigen drei Jahre. Vielleicht wird die Diskussion darüber seitdem intensiver geführt. Das liegt aber auch daran, dass viele Markteilnehmer offenbar der Meinung waren, im Bereich des Versicherungsvertriebs könnte alles so bleiben, wie es in den letzten 30 Jahren gut funktioniert hat. Aber dem ist nicht so. Denn das Kundenverhalten und vor allem die Kundenerwartung zu schnellerer und effizienterer Kommunikation hat sich radikal geändert. Davor kann sich auch der etablierte Versicherungsvertrieb nicht verschließen. 

Stephen Voss, Neodigital Versicherung 

Moderne digitale Tools haben schon heute das Potenzial für den Versicherungsvermittler, die Arbeitsabläufe zu optimieren und damit seine eigene Qualität zu verbessern. Und gute Qualität hält Kunden. Diese Kernerfahrung im Versicherungsvertrieb gilt auch für die neue digitale Welt.

Der moderne Vertriebler muss sich nur darauf einlassen. Ihm helfen dabei unter anderen die digitalen Angebote der modernen Versicherer. Sie sorgen dafür, dass die für den Versicherungsvertrieb notwendigen Vertrags- beziehungsweise Kundendokumente über standardisierte, im Markt etablierte Schnittstellen schnell und up-to-date ausgetauscht werden können. Eine Vielzahl der im Markt verfügbaren Maklerverwaltungsprogramme (MVPs), aber auch ein Teil der Maklerportale der Versicherer bieten dazu die notwendigen technischen Voraussetzungen an.

Klare Win-win-Situation geschaffen

Dass der Kunde einen Brief der Gesellschaft erhält und der Vermittler erstmal im Dunkeln tappt, weil er die Korrespondenz noch nicht bekommen hat, gehört damit der Vergangenheit an. Auch können moderne Schadenerfassungstools den Vermittler maßgeblich unterstützen, den Schadenfall schnell, effizient und sachlich korrekt an das Versicherungsunternehmen zu melden. Oder im besten Fall sogar von seinem Versicherungsnehmer online vom Smartphone aus den Schaden selbst melden zu lassen. Dem Vermittler entsteht dabei gar kein Nachteil – denn alles was der Kunde meldet, stellt ihm die Schnittstelle wiederum als Dokument in seine Inbox und er kann gegebenenfalls reagieren und den Sachverhalt klären. Damit reduzieren sich viele der sonst üblichen Rückfragen, der Schaden wird schneller bearbeitet und der Kunde erhält zügig seine Entschädigung. Für alle Beteiligten wird somit ein positives Erlebnis und eine klare Win-win-Situation geschaffen.

Fakt ist: Der Versicherungsvermittler manifestiert durch die clevere Nutzung digitaler Tools seine Position als Sachwalter des Kunden. Und der Kunde ist das wichtigste Asset – dieses Vertrauensverhältnis gilt es immer und unter allen Umständen zu sichern. Informationsgewinn ist dabei nur ein Teil der Vorteile, ein anderer liegt in der modernen Produktwelt, die sich nun dem Versicherungsvermittler eröffnet.

Die Produkte werden eindeutig flexibler. Es ist davon auszugehen, dass der Markt sich von dem gängigen Schema von drei Produktausprägungen – nämlich „günstig“, „preisbewusst“ und „premium“ – weiterentwickeln wird hin zu individuelleren Lösungen, die aus einem modularen Baukastensystem erstellt werden. Hier können Vertriebe passend zu ihrem Modell und ihrer Klientel besser abgestimmte, passende Versicherungspakete schnüren. Mit zunehmender Digitalisierung fällt dann auch die oftmals starre zeitliche Einsortierung der Produktnutzungszeiträume. Tägliche Kündbarkeit einer Versicherung gibt es vereinzelt ja schon heute. In Zukunft werden aber zudem vermehrt Produkte zu finden sein, die nur einen begrenzten Zeitraum – beispielsweise die Dauer einer Fernreise – abdecken. Die Einbindung von onlinefähigen Endgeräten, dem Internet of Things (IoT), ist zudem ein Trend, der sich in den kommenden Jahren mit der zunehmenden Vernetzung der Haushaltsgeräte auch bei den Versicherungsprodukten etablieren wird.