Manager des K2-Hedgefonds im Gespräch „Aktives Management ist nicht tot, es war nur im Urlaub“

Brooks Ritchey ist für das Portfolio des Franklin K2 Alternative Strategies Fund verantwortlich. | © Franklin Templeton

Brooks Ritchey ist für das Portfolio des Franklin K2 Alternative Strategies Fund verantwortlich. Foto: Franklin Templeton

DAS INVESTMENT: Lassen Sie uns über die jüngsten Renditen von Hedgefonds sprechen. Die waren für manche Anleger recht enttäuschend.

Brooks Ritchey: Ja, so ist es. Die Renditen waren schwach, und ich will Ihnen sagen, warum. 2007 war das letzte Jahr für eine lange Zeit, in dem Hedgefonds Aktien und Anleihen geschlagen haben. Das war erst 2017 wieder der Fall. Seitdem landeten Hedgefonds in sechs von zehn Jahren zwischen den beiden anderen Anlageklassen. Sie sind also immerhin sehr stetig (Anm. d. Redaktion: Wertentwicklung des K2 finden Sie am Ende des Interviews).

Warum liegen Hedgefonds 2017 wieder vorn?

Ritchey: Ich habe da eine Theorie.

Die da wäre?

Ritchey: Die stärkste Triebfeder für die Ergebnisse aktiven Managements sind die Zinsen. Wenn die Zinsen niedrig liegen, ist es für ein mittelmäßiges Unternehmen einfach zu überleben.

Weil es Geld für nichts kriegt.

Ritchey: Genau, Money for nothing and the Real Estate for free. Aber wie schon Warren Buffett sagte: Wenn die Märkte fallen und die Zinsen steigen, können Sie sehen, wer ohne Badehose im Wasser ist. Welches Unternehmen ist stark? Und welches Land ist stark? Griechenland und Italien sind schwach, was ihre Kreditfähigkeit betrifft. Und die Zentralbanken haben künstlich tiefe Zinsen erzeugt um diesen Ländern und anderen schwachen Schuldnern zu helfen und die eigene Währung zu schwächen. Und jetzt haben wir überall geschwächte Währungen, aber eben auch einen neuen US-Präsidenten, den Brexit und andere Fliehkräfte in der Gemeinschaft. Der politische Zyklus verändert sich, jetzt ist die große Frage, wie sich der Geldzyklus verhält.

Wie lautet die Antwort?

Ritchey: Die USA und Großbritannien haben die Leitzinsen schon erhöht. Nur die Eurozone liegt noch ein bisschen zurück.

Das wird sich mit Mario Draghi in der Zentralbank auch nicht ändern.

Ritchey: Das Zinsniveau bestimmt nicht Draghi. Das bestimmen die Inhaber der Staatsanleihen, indem sie irgendwann genug haben von zu niedrigen Zinsen. Die Inflation liegt bei 2 Prozent oder etwas darunter, da reichen die Renditen nicht mehr aus. Und in dieser Situation werden flexible Anleger reagieren. Jeder, der die Wahl hat, wird zu Hedgefonds zurückkehren, weil die sich in einer solchen Situation nun mal besser entwickeln als Anleihen. Es gibt dann aber für die Hedgefonds-Branche auch keine Ausreden mehr. In den vergangenen drei Jahren schnitten Anleihen und Aktien fortlaufend gut ab. Alles stieg gleichermaßen, gute wie schlechte Unternehmen. Aber in solchen Situationen gibt es eben auch kaum Alpha zu holen. Aber jetzt kehrt es zurück.