Marc-Oliver Lux Vermögensverwalter berichtet aus Hochinflationsland

Marc-Oliver Lux, Geschäftsführer der Dr. Lux & Präuner. Er berichtet von seinen Erfahrungen im Hochinflationsland Argentinien.

Marc-Oliver Lux, Geschäftsführer der Dr. Lux & Präuner. Er berichtet von seinen Erfahrungen im Hochinflationsland Argentinien.

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Wer wissen will, wie es sich anfühlt, in einem Hochinflationsland zu leben, sollte nach Argentinien fahren. Denn das, was sich die Europäische Zentralbank für Europa wünscht, hat das südamerikanische Land im Überfluss: Inflation. Innerhalb von zwei Jahren haben sich die Preise verdoppelt.

Man konsumiert daher lieber heute als morgen, zur Not auf Pump. Ratenzahlung ist eine übliche Zahlungsmethode, um den Preis von heute festzuhalten. Selbst Urlaubsreisen werden so bezahlt. Argentinien hat vor einigen Jahren die Bindung der heimischen Währung Peso an den amerikanischen US-Dollar aufgegeben. Ab da ging es wirtschaftlich rasant abwärts.

Aufwärts ging es nur mit der Korruption und mit den Preisen. Argentinien konnte seine Staatspapiere nicht mehr bedienen, war offiziell pleite (mal wieder) und musste umschulden. Seit über zehn Jahren blieb das Land vom internationalen Kapitalmarkt abgeschnitten.

Zu wenig Bargeld, um die Nachfrage zu decken

Auch heute sind die Kontrollen im Geldverkehr und Devisenbeschränkungen weiterhin spürbar: Vor den Banken sind lange Schlangen ein alltägliches Bild, denn die Bargeldversorgung ist beschränkt. Oft funktionieren Geldautomaten nicht oder sind schlicht leer, obwohl man gerade mal 2000 Pesos (circa 100 Euro) ziehen kann.

Auch Falschgeld ist ein großes Thema, was wir in Europa gar nicht mehr so auf dem Schirm haben. Man sollte sein Wechselgeld schon genauer unter die Lupe nehmen, wobei gerade eine neue Banknotenserie mit besseren Sicherheitsmerkmalen in Umlauf gebracht wird.