Mario Draghi EZB-Chef glaubt nicht an ölpreisbedingte Inflation

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"Es gibt noch keine überzeugenden Zeichen für einen Aufwärtstrend der zugrundeliegenden Inflation", sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank am Donnerstag gegenüber Journalisten in Frankfurt nach der geldpolitischen Sitzung des EZB-Rates. Die Währungshüter werden Veränderungen der Inflation beiseite lassen, wenn diese keine Auswirkungen für den mittelfristigen Ausblick für die Preisstabilität haben.

Es ist Draghis erster Auftritt in diesem Jahr. Indes haben die sich beschleunigenden Verbraucherpreise in Deutschland, der größten Volkswirtschaft des Euroraums, für Besorgnis gesorgt. Der Inflationsanstieg ist größtenteils vom höheren Ölpreis getrieben, hingegen konzentrieren sich die Währungshüter auf den Druck auf die Kern-Inflationsrate sowie die Löhne.

Politische Unsicherheiten

Die Notenbanker beobachten auch die politischen Unsicherheiten, die durch eine Reihe von Parlamentswahlen, den anstehenden Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union und dem Beginn der US-Präsidentschaft von Donald Trump am Freitag bedingt sind.

Draghi sagte, dass ein sehr erhebliches Ausmaß an geldpolitischer Akkommodierung nötig sei, damit sich Druck im Euroraum aufbaut und mittelfristig die Gesamtinflation stützt.