Mark Mobius berichtet von einer Schiffsreise Investmentabenteuer in den Emerging Markets

In den Gewässern Südostasiens auf Entdeckertour: Der legendäre Schwellenland-Investor Mark Mobius ist auch mit 80 Jahren neugierig, wohin die Reise für aufstrebende Grenzmärkte geht. | © Franklin Templeton

In den Gewässern Südostasiens auf Entdeckertour: Der legendäre Schwellenland-Investor Mark Mobius ist auch mit 80 Jahren neugierig, wohin die Reise für aufstrebende Grenzmärkte geht. Foto: Franklin Templeton

Das Fliegen ist eine schnelle und bequeme Möglichkeit, an einen anderen Ort zu gelangen, doch manchmal ist es auch schön, bei langsamer Fahrt die Reise zu genießen. Eine Schiffsreise gewährt uns die Zeit, sowohl über verschlafene Hafenstädte als auch betriebsame Logistikzentren mit Wasseranschluss nachzudenken.

Vor kurzem unternahm ich eine Schiffsreise in die Länder Thailand, Kambodscha und Vietnam in Südostasien, einer Region, an der wir starkes Interesse haben, seit wir 1987 erstmals in Schwellenländern anlegten.

Lehrreiche Entspannung auf Koh Samui

Meine Kollegen und ich starteten in Singapur, und unser erster Zwischenstopp war Koh Samui, die zweitgrößte Insel Thailands nach Phuket. Ich hoffte, dort Einblicke in die florierende Tourismusbranche Thailands erlangen zu können. Die Insel ist nahezu vollständig vom Tourismus abhängig, auch wenn es dort Fischerei sowie Kokosnuss- und Kautschukbaum-Plantagen gibt.

Größe und Einwohnerzahl der Insel sind gering, doch Koh Samui bietet herrliche Landschaften. Touristen vom thailändischen Festland und aus anderen Teilen der Welt werden von den schönen Sandstränden, den Kokosnussbäumen, dem milden Tropenwetter und dem klaren, blauen Wasser angelockt.

Während jährlich mehr als eine Million Menschen auf dem Flughafen der Insel landen, gingen meinen Kollegen und ich im Haupthafen Nathon an Land, der auch das Zentrum der Fischereiwirtschaft der Insel ist.

Ein Verkehrsstrom aus kleinen Booten bis hin zu Luxuslinern und Hochgeschwindigkeits-Katamaranen, die Reisende nach Bangkok und in andere thailändische Hafenstädte bringen, wiesen auf den Zustand der Insel-Wirtschaft hin. In den letzten Jahren blieb Thailand mit seinem Wirtschaftswachstum hinter einigen Nachbarländern der Region zurück. Daher wollte ich sehen, ob die Dinge wieder in Gang kommen und wo sich potenzielle Anlagemöglichkeiten bieten.

In der Stadt gab es einige kleine Hotels, und die größeren Hotels waren entlang der Küste über die anderen Teile der Insel verstreut, darunter auch ein Luxushotel für vermögende Ausländer.

Zu den touristischen Sehenswürdigkeiten gehören wunderschöne Wasserfälle und eine riesige Buddha-Statue, wo die Menschen nicht nur Buddha verehren, sondern auch Guanyin, die Göttin der Barmherzigkeit und des Mitgefühls.

Da ich Geschichte mag, brachte ich in Erfahrung, dass die ersten Bewohner der Insel Fischer von der malaiischen Halbinsel und aus Südchina waren. Bis ins späte 20. Jahrhundert hinein war die Insel eine weitgehend unabhängige Gemeinschaft mit schwacher Bindung an das thailändische Festland.

Nach Koh Samui war unser nächstes Ziel Laem Chabang, der Haupthafen von Bangkok, wo die Infrastruktur in großem Stil ausgebaut wird. Der geschäftige Hafen gilt als Tor zu Südostasien und kann die größten Schiffe abfertigen. Er hat Container-Anlagen mit gigantischen Frachtkapazitäten. In dem Hafen können sogar Flugzeugträger anlegen.

Auch wenn Laem Chabang eine Hafenstadt ist, in der sich neben einer Ölraffinerie der Großteil des Wirtschaftslebens um den Schiffsverkehr dreht, gibt es Anstrengungen, um die Stadt zu einem Zentrum des Tourismus und zu einer Alternative zum berühmten Badeort Pattaya zu machen.