Marketing-Strategie Porsche will bei Chinesen Sportwagenfieber wecken

Ein Model neben einem Porsche 911 GT3. Sportwagen von Porsche sollen in China etabliert werden. Foto: PETER PARKS/AFP/Getty Images

Ein Model neben einem Porsche 911 GT3. Sportwagen von Porsche sollen in China etabliert werden. Foto: PETER PARKS/AFP/Getty Images

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Die sportlichen Geländefahrzeuge von Porsche feiern in China enorme Markterfolge. Rund drei Viertel des Absatzes im größten Automarkt der Welt bestreiten der Cayenne und sein kleinerer und jüngerer Kompakt-Bruder Macan - und überschatten das, wofür Porsche im Rest der Welt vor allem steht: Sportwagen. Im Heimatmarkt Deutschland etwa ist der Heckmotor-Sportler Porsche 911 das meistverkaufte Modell.

Das Missverhältnis zwischen den zweifellos ebenfalls sportlichen Geländegängern und dem Kernprodukt Sportwagen lässt den Porsche-China-Chef Franz Jung, seit Juni im Amt, nun buchstäblich die gelbe Flagge schwenken. Es wird eine Rennserie im Lande etabliert namens Porsche Carrera Cup Asia, flankiert von anderen Veranstaltungen, die sich gezielt an ein vom Motorsport begeistertes Klientel wenden. Im kommenden Jahr eröffnet ein Fahrzeugparcours unter dem Namen Porsche Driving Experience Center in unmittelbarer Nähe der Formel Eins-Strecke in Schanghai, wo die potenziellen chinesischen Kunden gefahrlos am Steuer eines Porsche-Sportwagens Vollgas geben können und an den eigenen Rundenzeiten feilen sollen.



„Der 911 ist die DNA der Marke Porsche”, stellte Jung am Rande der Automesse Guangzhou Auto Show fest, wo auch gleich die vornehmlich technisch überarbeitete Neuauflage des 911 Carrera zu bestaunen war. „Es ist unser Flaggschiff, und wir glauben fest, dass wir im Sportwagensegment in Zukunft mehr absetzen werden - aber es wird Zeit brauchen", sagte er. Die Notwendigkeit bestehe, sagte er, „denn wir wollen nicht nur als SUV-Marke gelten".

Diese Strategie hat nicht zuletzt wirtschaftliche Gründe. Eine stärkere Nachfrage für die Sportwagen würde die derzeit erdrückende Abhängigkeit vom SUV-Marktsegment beim China-Absatz mindern. Der ist zwar gegen den schwächeren Trend in der Autoindustrie in diesem Jahr gewachsen, und zwar bis Oktober um 37 Prozent. Den Großteil davon lieferte allerdings der Kompakt- SUV Macan, der nahezu die Hälfte des Absatzes im Lande bestreitet. Jung stellte in Guangzhou für das kommende Jahr ein etwas abgeschwächtes Wachstum beim Absatz in China von fünf bis zehn Prozent in Aussicht.