Marktausblick 2017 „Geld- und Fiskalpolitik werden die globalen Märkte stützen“

Janet Yellen, Präsidentin der US-Notenbank Federal Reserve | © Getty Images

Janet Yellen, Präsidentin der US-Notenbank Federal Reserve Foto: Getty Images

2016 sind trotz der vielen Unsicherheiten und Risiken – seien es die Zinsentwicklung in den Vereinigten Staaten (USA), das Wachstum Chinas, die Stabilität des Europäischen Bankensystems und politische Ereignisse generell – die Risikoassets langsam aber sicher gestiegen. Diese Rally, die sich in 2016 über Anleihen, Aktien und globale Immobilien erstreckt hat, ist bereits von einer Verbesserung des weltweiten Konjunkturzyklus und verstärkt wachstumsfreundlicher Politik in vielen großen Volkswirtschaften getrieben gewesen.

Während die geldpolitischen Bedingungen weltweit weiterhin das Wachstum unterstützen, kommt auf dem Weg ins neue Jahr eine lebhafte Diskussion über eine Lockerung der Fiskalpolitik hinzu. Vor diesem günstigeren Hintergrund erwarten wir nur moderate Erträge von Staatsanleihen und finden mehr Interesse an Unternehmensanleihen, vor allem an High Yield Bonds. Ebenfalls Chancen können Anleger in Hartwährungsanleihen von Schwellenländern sehen, solange es in den nächsten Monaten keinen signifikanten – von den USA nach dem Trump-Sieg angeführten – Anstieg protektionistischer Tendenzen gibt.

Expansionspolitik ermöglicht Chancen an den Aktienmärkten

Aktien können weiterhin als relativ günstig bewertet eingestuft werden, sofern man ihre Erträge mit denen von Staats- und Unternehmensanleihen vergleicht. Hierbei gilt, dass von allen Aktienmärkten die USA am zuverlässigsten aussehen, aber auch am höchsten bewertet sind. Für die Aktien der Schwellenländer kommt es darauf an, dass die Politik in China weiterhin unterstützt, die Fed bei ihren geplanten Zinsschritten langsam vorgeht und die neue Trump-Regierung keine Schocks im Welthandel auslöst.

In Europa und Japan erwarten wir Unterstützung von stabilen beziehungsweise abwertenden Währungen. Es sieht so aus, als ob die Regierungen verstanden hätten, dass es nachhaltige Expansionspolitik braucht, um die Welt aus dem Stop-and-go-Modus herauszuführen, in dem sie seit der Finanzkrise steckt. Die Märkte stehen zudem erst am Anfang, diesen Wandel zu antizipieren. Dabei unterstellen die Marktteilnehmer natürlich, dass es zu keinen extremen politischen Risiken mit übermäßiger Volatilität kommt.

Solange also der gewählte US-Präsident einen disruptiven Anstieg des Protektionismus vermeidet, werden das weltweite Wachstum, die Inflation und die Unternehmensgewinne anziehen. Dies sind Trends, die sich auch schon vor der US-Wahl abzeichneten. Vor diesem Hintergrund empfiehlt unsere Global Investment Group in ihrer Hausmeinung zur Portfolioallokation eine Übergewichtung von US-Aktien und Unternehmensanleihen, aber eine Untergewichtung von Staatsanleihen.