Marktausblick An der Börse gilt: „Unverhofft kommt oft“

Nigel Farage (l.) sprach als Chef der United Kingdom Independence Party bei einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump am 24. August 2016 in Jackson im US-Bundesstaat Mississippi. | © Getty Images

Nigel Farage (l.) sprach als Chef der United Kingdom Independence Party bei einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump am 24. August 2016 in Jackson im US-Bundesstaat Mississippi. Foto: Getty Images

Susanne Grabinger, Investmentspezialistin bei M&G Investments; Foto: Uwe Nölke / Ricarda Piotrowski

Statt also darüber zu spekulieren, was die Zukunft bringen könnte, analysieren wir lieber die tatsächlichen aktuellen Bewertungen und wirtschaftlichen Entwicklungen. Dabei stellen wir fest, dass sich in den vergangenen Monaten sowohl die Stimmung der Anleger als auch die globalen wirtschaftlichen Daten spürbar verbessert haben.

Die Unternehmen machen gute Gewinne und sind wieder optimistisch. In vielen Regionen Europas sinkt die Arbeitslosigkeit weiter, was auch den Konsum beflügeln sollte. Gleichzeitig ist die Volatilität an den Märkten nach der starken Rally der vergangenen Monate momentan vergleichsweise niedrig.

Niveau von Anfang 2016 erreicht

Was bedeutet dies für das Portfolio? Aktien sind immer noch deutlich attraktiver als westliche Staatsanleihen, die trotz Renditeanstiegs in den vergangenen Monaten in vielen Fällen gerade mal auf dem Niveau von Anfang 2016 oder sogar noch tiefer notieren. Staatsanleihen sind unserer Meinung nach immer noch teuer, besonders in Europa und Japan.

Es spricht also weiterhin viel für Aktien. Allerdings sollte man seine Investments sehr genau auswählen, denn einige Bereiche, insbesondere defensive Branchen, sind inzwischen nicht mehr günstig bewertet. Etwa in den USA: Dort gefallen uns noch zyklische Branchen, die vom Wirtschaftsaufschwung weiter profitieren können, beispielsweise der Finanzsektor.

Schwellenländer in Südamerika

Bei den Regionen setzen wir aber eher auf Europa und in Asien auf Japan, Korea und Taiwan. Unter den Anleihen finden wir einige Schwellenländer in Südamerika interessant. Aber auch hier muss man genau hinsehen, wie gut der Ausgleich für das eingegangene Risiko ist, denn die Renditen sind aufgrund der Verbesserung der Weltwirtschaft, der Stabilisierung der Rohstoffpreise und trotz der protektionistischen Aussagen des neuen US-Präsidenten nun etwas enger geworden.

Mexiko bietet hier unserer Meinung nach das interessanteste Rendite-Risiko-Profil. Für Anleger bedeutet das: Statt auf der Basis von Prognosen zu entscheiden, lohnt sich die genaue Beobachtung des aktuellen Marktumfelds. Eine gute Analyse und selektives, dynamisches und flexibles Handeln ermöglichen es, Chancen zu nutzen, sobald die Märkte wieder volatiler werden.