Marktausblick USA „Trump-Boom könnte sich als Strohfeuer erweisen“

Das Weiße Haus in Washington ist Amtssitz des US-Präsidenten. | © Aaron Kittredge

Das Weiße Haus in Washington ist Amtssitz des US-Präsidenten. Foto: Aaron Kittredge

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Auch wenn die Details noch nicht feststehen, so ist doch davon auszugehen, dass die USA unter dem neuen Präsidenten Trump einen anderen wirtschaftspolitischen Kurs einschlagen werden, auf den man sich schon heute einstellen sollte.

Wir haben daher ein realistisches Szenario entwickelt, das einen Eindruck vermitteln soll, welche Folgen die Trumpsche Wirtschaftspolitik haben könnte. Folgende Annahmen liegen der Berechnung zugrunde:

  • Trump verstärkt wie angekündigt die staatlichen Investitionen in die Infrastruktur. Der Umfang beträgt aber nur die Hälfte des ursprünglich vorgesehenen Programms, also etwa 250 Milliarden Dollar. Die Ausgaben werden ab dem zweiten Halbjahr 2017 getätigt. Das Programm entfaltet seine größte Wirkung im Jahr 2018 und wird ganz überwiegend durch eine höhere Verschuldung finanziert.
  • Bereits im ersten Halbjahr 2017 wird eine umfassende Unternehmenssteuerreform umgesetzt. Dabei werden die Steuersätze auf 25 Prozent abgesenkt und Maßnahmen getroffen, um im Ausland geparkte Gewinne amerikanischer Unternehmen ins Land zurückzuholen. Etwa die Hälfte der entgangenen Steuereinnahmen werden über veränderte Gewinnermittlungsvorschriften gegenfinanziert, die andere Hälfte wiederum über eine höhere Verschuldung.
  • Im Außenhandel fährt Trump gegenüber China zwar einen deutlich konfrontativeren Kurs als sein Vorgänger und erhebt punktuell Zölle auf chinesische Importwaren. Insgesamt wird dadurch aber der Handel nur unwesentlich beeinträchtigt, insbesondere kommt es nicht zu einem Handelskrieg mit China oder anderen Ländern.
  • Die Einwanderungspolitik wird zwar restriktiver gestaltet. Die Abschiebung illegaler Einwanderer bleibt aber insgesamt in dem von der aktuellen Regierung gesetzten Rahmen, insbesondere kommt es nicht zu einer wesentlichen Verringerung des Arbeitskräftepotenzials.