Marktkommentar „Attraktive Einstiegsgelegenheit bei Gold-Aktien“

Arbeiter in einer Goldmine im kolumbianischen La Llanada | © Getty Images

Arbeiter in einer Goldmine im kolumbianischen La Llanada Foto: Getty Images

Joe Foster, Portfoliomanager und Stratege für die Gold-Fonds von Van Eck

Gold-Aktien weisen aktuell ein starkes Aufholpotenzial gegenüber dem Goldkurs auf. Die Märkte haben im Februar erstaunlich stark auf eine Reihe eher enttäuschender Jahresergebnisse reagiert. So ist der NYSE Arca Gold Miners Index im Februar um 3,9 Prozent gefallen. Zwar haben sich kleinere Minenbetreiber etwas robuster gezeigt – dies lässt sich daran ablesen, dass der MVIS Junior Gold Miners Index mit einem Minus von 2,2 Prozent weniger stark nachgegeben habe.

Trotzdem sind die Verluste der Goldminen-Aktien erstaunlich. Denn im selben Zeitraum stieg der Goldpreis um mehr als 3 Prozent – und notiert aktuell oberhalb der Marke von 1.200 US-Dollar pro Feinunze. Die Abverkäufe in einer ohnehin attraktiv bewerteten Branche haben dazu geführt, dass die Titel von Goldminenbetreibern derzeit äußerst günstig sind.

Glanzlose Berichtssaison

Zwar haben die meisten Minenbetreiber die Erwartungen erfüllt. Allerdings haben einige Unternehmen ihre Reserven zurückgefahren oder ihre Produktionsprognosen gesenkt. Vereinzelt hat es auch Aktienkapitalerhöhungen gegeben. Der anziehende Goldpreis hat zudem viele Minenbetreiber dazu motiviert, ihre Investitionen hochzufahren.

Laut BofA Merril Lynch werden die großen bis mittelgroßen Goldminenbetreiber in Nordamerika ihre Explorationsausgaben im laufenden Jahr um 51 Prozent erhöhen. Auch das Kapital für Neuprojekte soll um 32 Prozent aufgestockt werden. Diese Ausgaben werden zwar die Cash-Flows für das laufende Jahr reduzieren. Langfristig dürften sich die Investitionen allerdings mit Entdeckungen und Erschließungen neuer Goldquellen auszahlen.

Rekordverdächtige Abverkäufe

Dass die Abverkäufe im Februar unverhältnismäßig stark waren, zeigt sich am Beispiel des Handelstags 27. Februar. Hier erreichte das Intraday-Handelsvolumen von Goldaktien einen neuen Rekordwert. Innerhalb eines Nachmittags stürzten die Kurse so tief, als ob der Goldkurs einen Rückschlag von 30 US-Dollar pro Feinunze erlitten hätte.

In der Realität fiel der Goldpreis im Tagesverlauf allerdings um lediglich 0,3 Prozent. Vieles weise darauf hin, dass ein großer Teil der Kursrückgänge auf technisch getriebene Fonds zurückzuführen sei, bei denen Sell-Signale stärkere Stopp-Loss-Verkäufe ausgelöst haben könnten.

Rückschläge im Februar

Die Entwicklung der Goldaktien ist trotz der Rückschläge im Februar insgesamt weiter stark. Die Year-to-Date Performance des NYSE Arca Gold Miners Index liegt aktuell bei 10,72 Prozent und die des MVIS Junior Gold Miners Index bei 17,26 Prozent (Stand: 21.03.2017). Ich bin davon überzeugt, dass sich der positive Trend langfristig fortsetzen wird – auch weil sich die aktuellen Investitionen der Minenbetreiber auf lange Sicht auszahlen dürften.