Markttrends - Alternative Investments Immobilien bleiben das Schwergewicht

Zimmer im Internationalen Studentenhaus Innsbruck: Die Marktnische Studentenwohnungen hat Potenzial. | © Pixabay

Zimmer im Internationalen Studentenhaus Innsbruck: Die Marktnische Studentenwohnungen hat Potenzial. Foto: Pixabay

„Alternative Anlageklassen – allen voran Immobilien – bleiben auch 2017 im Fokus von Investoren“ urteilt die Rating- und Analyse-Agentur Scope in ihrem aktuellen Marktausblick für Alternative Investments angesichts der nach wie vor niedrigen Renditen von Staatsanleihen (siehe Grafik). Sie sieht für 2017 keine deutliche Zinswende, so dass der Anlagedruck für Institutionelle wie Versicherer und Pensionskassen vorerst anhalten dürfte.

Mietrenditen

Mietrenditen an den deutschen Top-7-Standorten Staatsanleihen im internationalen Vergleich (Büro, CBD, gute Qualität) vs. zehnjährige deutsche Staatsanleihe

Quelle: FERI Immobilienmarkt Datenbank. Stand: Dez. 2016; Darstellung: Scope Analysis

Steigende Zinsrisiken sollten Investoren jedoch nicht außer Acht lassen. So lasse die Zinspolitik der US-Notenbank Fed eine vorsichtige Trendumkehr zeige. „Immobilieninvestoren sollten das im mittel- bis langfristigen Horizont in ihren Prognosen berücksichtigen“, so die Empfehlung. Trotz der politischen Unsicherheiten, die angesichts des Regierungswechsels in den USA bestehen, könnte der US-Immobilienmarkt Scope zufolge von fundamentalen Entwicklungen profitieren.

Innerhalb Europas wird vor allem der deutsche Immobilienmarkt als weiterhin attraktiv eingestuft. Das seit Jahren große Interesse ausländischer Großinvestoren sollte Scope zufolge daher auch weiterhin für eine rege Nachfrage sorgen. Wie groß diese ist, zeigen die Transaktionsvolumina: So ist Deutschland aktuell mit einem grenzüberschreitenden Volumen von rund 20 Milliarden Euro der drittgrößte Markt weltweit nach den USA und Großbritannien. Beispielhaft für großvolumige Deals sind Scope zufolge die Übernahme des IVG-Büroportfolios durch Blackstone oder der Verkauf der Commerzbank-Zentrale an einen koreanischen Pensionsfonds.

Neben Büro- und Einzelhandelsinvestments erwarten die Scope-Analysten, dass Anlagen abseits von Core-Strategien – etwa Pflegeimmobilien - zunehmend an Attraktivität gewinnen. Auch das Immobilien-Dienstleistungsunternehmen Savills Investment Management sieht für Nischensegmente wie etwa Studentenwohnungen Potenzial. Und das nicht nur in Deutschland, sondern ebenfalls in Ländern wie Großbritannien, Frankreich und Schweden.

Aus Investorensicht hat der aktuelle Marktzyklus sein Ende noch lange nicht erreicht: Laut der jüngsten Umfrage von Union Investment unter europäischen Immobilien-Investoren rechnet rund jeder zweite Befragte mit einer Verlängerung des seit rund acht Jahre andauernden Marktzyklus um ein bis zwei Jahre, 27 Prozent gehen sogar davon aus, dass er sich um weitere drei Jahre fortsetzt.

Angesichts der nach wie vor guten Rahmendaten ist Scope zufolge auch 2017 davon auszugehen, dass Anbieter geschlossener AIF sich schwerpunktmäßig auf Immobilien konzentrieren. Das belegt auch eine Umfrage des bsi Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen, der zufolge 85 Prozent der befragten Unternehmen die Auflegung entsprechender Sachwertefonds planen. Bereits 2016 hatten diese Fonds zu mehr als 70 Prozent das Emissionsgeschehen dominiert, bei 17 der 24 neu aufgelegten Fonds handelte es sich um Immobilien-AIFs.

Für international orientierte Anleger steht aktuell unter anderem der WealthCap Immobilien Nordamerika 17 zur Wahl. Investitionsobjekt ist eine Büroimmobilie im kalifornischen Los Gatos. Eine breitere Streuung über mehrere Nutzungsarten und Immobilien bietet wiederum der Blindpool-AIF Jamestown 30. Für den deutschen Immobilienmarkt ermöglicht unter anderem der ebenfalls als gemischter Blindpool konzipierte Flex Fonds Select 1 ein Investment über mehrere Nutzungsarten hinweg - ebenso der Real I.S. Grundvermögen, um nur einige Beispiele zu nennen.