Marktturbulenzen Computer waren im Brexit-Chaos die besseren Hedgefonds-Manager

Flaggen der EU und Großbritanniens. Computergestützte Hedgefonds verzeichneten nach dem Brexit-Votum weniger Verluste als aktiv gemanagte. Foto: Getty Images

Flaggen der EU und Großbritanniens. Computergestützte Hedgefonds verzeichneten nach dem Brexit-Votum weniger Verluste als aktiv gemanagte. Foto: Getty Images

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Lynx Asset Management, die Kauf- und Verkaufsentscheidungen mithilfe mathematischer Modelle trifft, verzeichnete am Freitag nach Angaben auf ihrer Website in einem ihrer Fonds 5,1 Prozent Gewinn. Capital Fund Management aus Paris schafften an dem Tag 4,2 Prozent mit ihrem Discus-Fonds, und die von Leda Braga geführte Firma Systematica Investments verdiente 1,35 Prozent mit ihrem BlueTrend-Fonds, wie informierte Personen berichteten.

Das britische Referendum hat die Europäische Union in politische und ökonomische Schockstarre versetzt.
Weltweit verloren Aktien Billionen Dollar an Wert, S&P erkannte Großbritannien das Spitzenrating ab. Am Montag allerdings schwächten sich aus Optionen abgeleitete Marktstress-Indikatoren wieder ab, obwohl die Aktienkurse einen zweiten Tag fielen - ein Anzeichen, dass sich die Marktteilnehmer auf das Ereignis vorbereitet hatten.

„Wir treten in eine neue Phase höherer Volatilität ein, in der die Preise anfällig für scharfe Wechsel und die plötzliche Entstehung neuer Trends sind", sagte Nigol Koulajian, CIO des quantitativen Hedgefonds-Managers Quest Partners. „Jahrelange aggressive Zentralbank-Politik hat die Volatilität marktübergreifend gedämpft, und jetzt ändert sich das, weil die politischen und Makrorisiken allmählich zunehmen." Einer informierten Person zufolge legte der Flaggschifffonds der Firma, AlphaQuest Original Fund, am Freitag 1,6 Prozent und am Montag 3,6 Prozent zu.

Ein weiterer computergestützter Fonds, der vom Brexit-Votum profitierte, ist Winton Capital Management in London. Dessen Gründer David Harding hatte 3,5 Millionen Pfund (4,2 Millionen Euro) für die Kampagne für den EU-Verbleib gespendet.

Quantitative Investment Management, ein computergestützter Hedgefondsmanager aus dem amerikanischen Charlottesville, gewann am Freitag mit seiner Aktienstrategie 3,6 Prozent und seit Monatsbeginn zwölf Prozent vor Gebühren, berichtet eine informierte Person. In den ersten fünf Monaten des Jahres hatte die Strategie bereits knapp 30 Prozent ohne Berücksichtigung von Gebühren geschafft.

Auch die Haupt-Futures-Strategie von Quantitative Investment Management verdiente am Freitag Geld, womit die Bruttoerträge für Juni bei 4,2 Prozent liegen. Zwischen Anfang Januar und Ende Mai liegen die Erträge bei 7,7 Prozent.

Vertreter der Hedgefonds lehnten Kommentare zur Performance ab. Viele Hedgefondsmanager werden diese und kommende Woche ihren Investoren neue Zahlen vorstellen.