Studie von McKinsey Mifid II wird hunderte Analysten ihren Job kosten

Hauptsitz von JPMorgan Chase in New York. Kunden sollen hier zukünftig einen Pauschalbetrag von 50.000 Dollar zahlen, um einen Basis-Zugang zu bestimmten Analysen zu erhalten | © Getty Images

Hauptsitz von JPMorgan Chase in New York. Kunden sollen hier zukünftig einen Pauschalbetrag von 50.000 Dollar zahlen, um einen Basis-Zugang zu bestimmten Analysen zu erhalten Foto: Getty Images

Das in Europa bevorstehende Verbot von kostenlosem Research-Material wird hunderte Analysten ihren Arbeitsplatz kosten, gleichzeitig werden Banken rund 1,2 Milliarden Dollar an Investitionen in diesem Bereich streichen. Das geht aus einer Studie von McKinsey & Co. hervor.

Den Schätzungen des Beratungsunternehmens zufolge geben die zehn größten Banken der Sell-Side derzeit 4 Millarden Dollar jährlich für Analysen aus - und diese Summe wird um etwa 30 Prozent schrumpfen, wie McKinsey-Partner Roger Rudisuli in einem Interview mit Bloomberg erklärte. Er verwies darauf, dass die Kunden wählerischer bei dem werden, für das sie bezahlen.

Die Zahl der Mitarbeiter im Cash-Equity-Research der Investmentbanken ist seit 2011 um 12 Prozent auf 3900 gefallen - verglichen mit bis zu 40 Prozent in Verkauf und Handel, sagte er. Das führe dazu, dass der Bereich Raum für "große Reduzierungen" biete, um aufzuholen.

"Zwei bis drei globale Banken werden ihren Status in der neuen Ära behalten, das Rennen im Bereich der Ausführung gewinnen und in der ganzen Welt den Handel von Aktien dominieren", heißt es in der McKinsey-Studie, die in dieser Woche veröffentlich wurde und an der Rudisuli mitgearbeitet hatte. "In den kommenden fünf Jahren werden die Banken schwere Entscheidungen treffen und auf ihre Stärken setzen müssen. Es werden nicht nur die Top-Ränge ausgedünnt werden, sondern es wird auch zu Umwälzungen auf regionalen Märkten kommen."

Die globale Analyse-Branche wird in diesen Tage in Aufruhe versetzt von der Mifid-II-Regulierung der Europäischen Union (EU), die ab dem 3. Januar gilt. Ihr Ziel ist es, Interessenkonflikte zu vermeiden, indem Vermögensverwalter dazu verpflichten werden, die von ihnen gezahlten Handels-Kommissionen von den Gebühren für Investment-Analysen zu trennen. Während so die wahren Kosten für die Zeit und Arbeit von Analysten transparent werden, dürften Investoren selektiver werden, bei dem sein, für das sie zahlen, und letztlich weniger konsumieren, als wenn es umsonst wäre.

"Wir haben sowieso zu viele Stimmen zu großen Unternehmen", sagt Rudisuli. "Warum braucht Apple zwischen 50 und 60 Analysten, die die Firma abdecken? Ich bin mir nicht sicher, dass die untere Hälfte zusätzlichen Wert bringt."