Megatrend: Konsumentenheer entsteht

Familie Neureich und ihr neues Spielzeug: Ein wohlhabender <br> Indonesier lässt sich seinen neuen Ferrari liefern. In der Asien- <br> Pazifik-Region verkaufte Ferrari 2010 rund 20 Prozent mehr <br> Autos als im Vorjahr, Foto: Getty Images

Familie Neureich und ihr neues Spielzeug: Ein wohlhabender
Indonesier lässt sich seinen neuen Ferrari liefern. In der Asien-
Pazifik-Region verkaufte Ferrari 2010 rund 20 Prozent mehr
Autos als im Vorjahr, Foto: Getty Images

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Nguyen Van Huongs Neukauf ist für seine Familie das Ereignis des Jahres. Der Familienvater aus Xom Trung, 300 Kilometer südlich von Vietnams Hauptstadt Hanoi, hat so etwas noch nie zuvor gekauft. Leisten kann er es sich, weil seine Frau lange Zeit als Haushälterin in Saigon gearbeitet hat. Sein eigenes Einkommen als Bauer hätte nicht gereicht. Jetzt hat er ein Transportmittel und Statussymbol zugleich: ein Moped. Eine Honda Wave Alpha, ein Liter Hubraum.

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Nguyen wohnt in einer armen Provinz, in der schon ein Haus aus Stein von Wohlstand zeugt. So etwas hat er bereits. Er arbeitet sich hoch. Und damit ist er Symbol für einen der größten und tiefgreifendsten Trends der Welt: Seit Jahren verzeichnen Schwellenländer rund um den Globus einen enormen Wirtschaftsaufschwung. Kam das zunächst noch daher, dass sie billig gefertigte Waren und Rohstoffe in die alte Welt verschifften, erhält die Sache nun eine neue Qualität. Frei nach Angela Merkel: „Der Aufschwung kommt bei den Menschen an.“

Welche Ausmaße das Thema hat, zeigen einige Zahlen. „Wir schätzen, dass mindestens eine Dekade lang jährlich 100 Millionen Menschen in den Emerging Markets in die Mittelschicht aufsteigen werden“, sagt Lotte Eriksen, Managerin des Nordea 1 Emerging Consumer Fund (WKN: A0R ASQ). Macht eine Milliarde Menschen, die fernsehen, verreisen, gut essen wollen. „Das Luftpassagieraufkommen in Indien und China wächst um 20 Prozent pro Jahr“, nennt Eriksen ein weiteres Beispiel.