Metropole-Analyse Outperformer Small Caps – rauf oder runter

Markus Hampel, Metropole

Markus Hampel, Metropole

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„Das Kursgewinnverhältnis von Small Caps liegt für 2014 zwar bei 15 und damit über dem langfristigen Durchschnitt von 14“, erklärt Markus Hampel, Partner und Deutschlandchef von Metropole Gestion. Er betont aber auch, dass sich momentan nicht nur die Konjunktur, sondern auch die Unternehmensgewinne auf einem zyklischen Tief befinden.

„Diese Unternehmensgewinne liegen noch 25 Prozent unter dem Niveau des vorherigen Hochs im Jahr 2007. Falls die Gewinne aber wieder das Niveau von 2007 erreichen, werden Small Caps lediglich mit dem 11,5-fachen ihres Gewinns bewertet.“

Von einem strategischen Gesichtspunkt aus betrachtet, sei das Interesse einer Anlage in Small Caps in einem zyklischen Konjunkturtief absolut berechtigt, heißt es in der Studie weiter. Die Gewinne von gering kapitalisierten Unternehmen seien eben stark vom Wirtschaftszyklus abhängig.

Das zeige ein Vergleich zwischen Large Caps und Small Caps bei der letzten zyklischen Erholung von 2003 bis 2005: Während die Gewinne der europäischen Unternehmen um durchschnittlich 20 Prozent gestiegen sind, legten die der Small Caps um 30 Prozent zu.

Die Erholung der Gewinne könne während des nächsten zyklischen Aufschwungs sogar noch kräftiger ausfallen, da der vorausgegangene Bip-Rückgang größer gewesen sei und die Unternehmen auf diesen Rückgang mit umfassenderen Restrukturierungsmaßnahmen reagiert hätten.

Angesichts einer der schwersten Wirtschaftskrisen der Geschichte hätten die europäischen Unternehmen ihre Kosten massiv gesenkt. Als Beispiel nennen die Analysten um Isabel Levy, der Leiterin des Asset Mangements von Metropole Gestion, den finnischen Hersteller von Hebeanlagen Konecranes.

Der habe von 2001 bis 2003 einen Rückgang seiner Aktivität um 13 Prozent hinnehmen müssen. Gleichzeitig war die Gewinnmarge von 6,9 auf 3,2 Prozent eingebrochen. Die darauf folgende zyklische Erholung, in Verbindung mit Restrukturierungsmaßnahmen, hatte es der Gruppe aber ermöglicht, im Jahr 2006 wieder eine Marge von 7 Prozent zu erreichen und im Jahr 2008 sogar eine von 12 Prozent.

Der anschließende Zyklusabschwung seit 2009 sei dann im Ausmaß aber sehr viel stärker gewesen. Ende 2013 befand sich das Unternehmen immer noch in seinem zyklischen Tief: Das Geschäftsniveau in Europa liege immer noch 25 Prozent unter dem Stand von 2008, und die Marge sei auf 4 Prozent zurückgegangen.