„Mexiko ist ein Musterschüler unter den Emerging Markets“

Angel Ortiz, Fondsmanager von Fidelity

Angel Ortiz, Fondsmanager von Fidelity

// //

Angel Ortiz ist Co-Manager des Fidelity Latin America Fund (WKN: 973662).

Mexiko hat Auftrieb. Die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas gewinnt politisch und wirtschaftlich immer mehr an Gewicht - und übernimmt zunehmend eine Führungsrolle. Die Tatsache, dass das Land in diesem Jahr die Präsidentschaft in der Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) innehat, passt da ins Bild.

Während das Wachstum in Brasilien, der größten Volkswirtschaft des Kontinents, gemessen an den jüngsten Erfolgen des Landes bis auf weiteres gedämpfter ausfallen dürfte, zeigt sich Mexikos Wirtschaft seit geraumer Zeit robust. Auf das Jahr hochgerechnet, verzeichnete die Volkswirtschaft im ersten Quartal 2012 ein stattliches Wachstum von über 4,5 Prozent.

Die Stärken Mexikos

Dabei profitiert der südliche Handelspartner der USA keinesfalls nur von seiner Integration in die Nord-amerikanische Freihandelszone (NAFTA) seit 1994. Natürlich ist Mexiko mit seiner exportgetriebenen Wirtschaft, die fast 80 Prozent ihrer Exporte in die USA liefert, stärker auf den US-Markt fokussiert als seine lateinamerikanischen Nachbarn. So kommt nun auch die schrittweise Erholung der US-Wirtschaft dem Land zugute.

Doch Mexiko hat mehr zu bieten: Es hat in den vergangenen Jahren immer weitere Produktivitätszuwächse in der verarbeitenden Industrie erzielt - und zwar bei langfristig relativ stabilen Lohnkosten (siehe Grafik).

>>Vergrößern


Zusätzlich begünstigt wird diese Kombination noch durch einen wettbewerbsfähigen Wechselkurs des Pesos. Symptomatisch für diese positive Entwicklung ist der im Juni erreichte Produktionsrekord in der Automobilindustrie, dem Schrittmacher der mexikanischen Volkswirtschaft: 1,42 Millionen Fahrzeuge hat das Land im ersten Halbjahr 2012 hergestellt, 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.