Mifid-II-Bestimmung Banken und Investoren uneins bei Analysten-Gebühren

Mifid-II-Bestimmung: Banken und Investoren uneins bei Analysten-Gebühren | © Yoel

Foto: Yoel

In Europa wird ein Verbot in Kraft treten, Broker-Dienstleistungen und Analysen miteinander zu bündeln. Daher hören sich Banken bei Vermögensverwaltern und Hedgefonds um, was diese womöglich zu zahlen bereit sind.

Vermögensverwalter berichten zum Beispiel davon, dass sie von JP Morgan Chase ein Basis-Paket von den Anleihen-Analysten der Bank für 50.000 US-Dollar angeboten bekommen. Doch keine Bank will sich schon jetzt genau festlegen.

„Pay-As-You-Go”- und VIP-Modell

Deutsche Bank und Commerzbank preisen informierten Kreisen zufolge ein „Pay-As-You-Go”-Modell an, bei dem nur das zu bezahlen ist, was tatsächlich genutzt wird. Es sei für kleinere Investoren gedacht, die sich große, vorab zu zahlende Abos wohl weniger leisten könnten.

Für die größten Hedgefonds sind indes All-Inklusive-Pakete im Angebot mit VIP-Analysten-Zugang, Rabatten bei Konferenzen und unbegrenzten Analysten-Notizen.

Preise sind noch nicht festgelegt

„Wir warten noch auf definitive Angaben der Banken dazu, wie viel und was man für bestimmte Preise bekommt“, sagt Richard Benson, Managing Director und Co-Chef für Portfolio-Investment bei Millennium Global Investments in London. Die Firma verwaltet 14 Milliarden US-Dollar (13 Milliarden Euro).

Banken, die sehr wenig in Rechnung stellen, sehen sich womöglich Vorwürfen der Aufsicht ausgesetzt, sie würden das System manipulieren – während falsch angesetzte Preise wichtige Kunden vor den Kopf stoßen und deren Handelsgeschäfte zu anderen Unternehmen lenken könnten.

Starker Druck auf die Margen

Der Druck auf die Margen ist in der Vergangenheit im Bereich Aktien und Anleihen bereits so stark gewesen, dass rund 11.500 Verkaufs,- Handels- und Analyse-Arbeitsplätze in den letzten sechs Jahren verloren gegangen sind, zeigen Daten von Coalition Development.

Aktive Vermögensverwalter, die derzeit mit billigeren passiven Strategien zu kämpfen haben, fahren ihre Kosten zurück, etwa im Bereich der Analysen.