Minenfelder 3 gefährliche Trends, die ETFs befördern

Zeigt, wo es brenzlig wird: Fondsmanager Jacob de Tusch-Lec von Artemis bei seinem Vortrag. | © DAS INVESTMENT

Zeigt, wo es brenzlig wird: Fondsmanager Jacob de Tusch-Lec von Artemis bei seinem Vortrag. Foto: DAS INVESTMENT

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Einen Untergangspropheten stellt man sich so wirklich nicht vor. Wenn er wenigstens einen Pferdeschwanz hätte wie Marc Faber oder eine lustige Fliege wie Jim Rogers. Aber Jacob de Tusch-Lec hat nichts von alledem. Der Däne hat nur einige ziemlich abgefahrene Prognosen, aber das ist mehr als genug.

Er managt für die Investmentboutique Artemis den globalen Aktienfonds Artemis Global Equity Income (ISIN: GB00BW9HLF78) und sucht dafür nach günstigen Dividendenzahlern rund um den Globus. Jüngst zeigte er in einem Vortrag in London, wo derzeit die Sprengfallen in den Märkten stecken. Wobei er diesen Begriff nicht benutzt, er sagt „Crowded Trade“, was man hier etwas frei mit „überstrapazierte Anlageidee“ übersetzen kann.

Damit spielt er auf die enormen Geldmengen an, die seit Jahren in Indexfonds fließen. Vor allem die Sehnsucht der Anleger nach ganz bestimmten Anlagestilen, also Faktoren, beobachtet der Fondsmanager mit Argwohn. „Wie können wir Vorteile aus Indexfonds ziehen?“, fragt er also rhetorisch. „Wir alle wissen ja, dass diese Märkte ziemlich überfüllt sind.“

Durch Deflation begünstigte Anlageklassen hatten eine viel bessere Zeit als die inflationsgetriebenen Anlagen (Quelle: Artemis).

Wissen wir das wirklich? Schließlich sind ETF-Anbieter und -Freunde damit beschäftigt, die sorgengewellten Stirnen von Skeptikern wieder zu glätten. Gemessen an der Größe des Marktes steckt ja gar nicht so viel Geld in den ETFs, heißt es dann. Was soll schon passieren? Also dann, Herr de Tusch-Lec, her mit den Fakten!

In der Tat zaubert er einige interessante Grafiken hervor. Zum Beispiel die, die zwei Körbe aus Anlagen zeigt (siehe oben). Der eine läuft bei Deflation gut, der andere bei Inflation. „Wir befinden uns gerade in einer Welt mit Deflation. Jede Anlageklasse, die von niedrigen Zinsen und von Deflation profitiert, ist im Preis gestiegen“, sagt er und zeigt auf den deflations-gedopten Korb aus Staatsanleihen, hochwertigen US-Unternehmensanleihen, Wachstumswerten und Hochzinsanleihen. „Viele dieser Anlageklassen notieren auf Rekordhöhen, was die Bewertungen betrifft“, erklärt er und zeigt auf die untere Linie, die sich bei Inflation wieder aufschwingen sollte. „Sie können General Motors zum fünffachen des Jahresgewinns kaufen, Banken gibt es für das Zehn- bis Zwölffache“, meint er. Aber niemand wolle sie, weil sie nicht wachsen.