Mipim 2016 Simon Takasaki begeistert mit „Architektur des Ankommens“

Mipim 2016: Simon Takasaki begeistert mit „Architektur des Ankommens“

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Am letzten Veranstaltungstag wurde den Besuchern der Mipim im großen Auditorium ein Feuerwerk der Ideen versprochen: Sechs Pechakucha Vorträge sollten interessante Einblicke in die Stadtentwicklung bringen sie und der Immobilienbranche näher bringen.

Pechakucha ist eine Form des Impulsvortrags, bei dem der Redner 20 Bilder präsentiert und dazu jeweils 20 Sekunden spricht. Beeindrucken konnte hierbei besonders der deutsche Architekt Simon Takasaki. Der Dozent der Leibniz Universität in Hannover begeisterte die Zuhörer mit seinem Vortrag „Refugees Welcome“. Dieser basiert auf einem Buch, welches er mit Kollegen und Studenten im Sommer 2015 veröffentlicht hat. Darin werden mögliche Unterbringungsarten für Flüchtlinge thematisiert. Basierend auf einem Entwurfsprojekt an der Leibniz-Universität Hannover, präsentiere das Buch Handlungsstrategien und konkrete architektonische Konzepte für innovative und prototypische Formen des Wohnens für Geflüchtete.

Simon Takasaki während seiner Rede. Das Publikum hörte gebannt zu.   Foto: Die Immobilie

Das UN-Flüchtlingswerk UNHCR geht momentan von etwa 60 Millionen Menschen aus, die auf der Suche nach einem neuen Heimatland sind. 50 Prozent davon sind Kinder. „Würden die Flüchtlinge eine eigene Nation gründen, dann gäbe es nur noch 23 bevölkerungsreichere Länder auf der Welt“, begann Takasaki seinen Vortrag. 

„Europa hat schon immer vom kulturellen Einfluss der Emigranten profitiert. Ganz wichtig ist es, diese nicht auszuschließen und sie in die Gesellschaft zu integrieren“, sagte er weiter. Zur Veranschaulichung zeigte Takasaki dem Publikum einige deutsche Flüchtlingsunterkünfte, die aus Containern entstanden sind. Er bemängelte den Lager-Faktor und die fehlende Privatsphäre. So sei es schwer, die Flüchtlinge am Leben der restlichen Bevölkerung teilhaben zu lassen. Folge: Sie haben es schwerer, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. „Für eine Willkommenskultur sind neue Ideen nötig – auch Ideen für eine angemessene Unterbringung der Neuankömmlinge im Herzen der Städte, in der Mitte der Gesellschaft“, so der Dozent.