Mischfonds 2.0: Anlageziel Schwellenländer

Chinesisches Kleinkind beim Einkauf: Der eigene Konsum der <br> Schwellenländer nimmt zu und facht deren Wirtschaft an, <br> Foto: Getty Images

Chinesisches Kleinkind beim Einkauf: Der eigene Konsum der
Schwellenländer nimmt zu und facht deren Wirtschaft an,
Foto: Getty Images

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„Nein, das will ich auch gar nicht probieren.“ Gegen edlen französischen Rotwein hat James Donald, Leiter des Schwellenländer-Teams von Lazard Asset Management, nichts einzuwenden. Gegen die Mischung mit Cola allerdings schon. Doch genau die ist extrem hip bei jungen Chinesen.

In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Weinkonsum im Schnitt auf eine Flasche pro Person und Jahr verdoppelt. China ist inzwischen der größte Bordeaux-Importeur der Welt. Man zeigt gern, was man sich leisten kann. Unter 30 Euro geht kaum eine Flasche über den Tresen.

Doch weil viele den Wein zu sauer finden, mischen sie ihn mit Cola oder Limonade. Mischen ist derzeit auch in der Fondsbranche schwer angesagt. Neueste Mode dabei: die Kombination von Schwellenländer-Aktien, -Anleihen und -Währungen.

Allein acht aufstrebende Mischfonds sind 2011 auf den Markt gekommen. Sie wollen vom Vollgas-Wachstum der Schwellenländer profitieren und gleichzeitig das Risiko begrenzen.

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Lazard-Mann Donald ist einer der Vorreiter: Er analysiert die Schwellenländermärkte seit rund 20 Jahren und managt den Gutman Emerging Markets Balanced Fund seit Auflegung im Juni 2006. Er ist der älteste Schwellenländer-Mischfonds auf dem deutschen Markt und der einzige, der überhaupt eine Fünf-Jahres-Performance vorweisen kann. Die allerdings ist nicht gerade berauschend: minus 1,36 Prozent.

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Keine einfache Mission

„Wir haben in diesem Zeitraum zwei Finanzkrisen durchgemacht, darunter haben auch die Emerging Markets gelitten“, so Donalds Begründung. Für die Zukunft ist er jedoch optimistisch: „Wenn die Industriestaaten auch nur mit 0,5 bis 1,5 Prozent pro Jahr wachsen, geht es den Schwellenländern sehr gut.“ Einen Zusammenbruch der Eurozone hält er für unwahrscheinlich.

Ansonsten: „Im Vergleich zu den Industriestaaten sind Schwellenländer niedriger bewertet, haben bessere Fundamentaldaten, eine höhere Profitabilität, und die Einnahmen der Unternehmen wachsen schneller.“ Gute Aussichten also für die aufstrebenden Mischfonds.