Mit Managed-Futures-Fonds durch Krisenzeiten

Philipp Hildebrand, Präsident der Schweizer Zentralbank: <br> Jüngst griff er in den Wechselkurs von Schweizer Franken und <br> Euro ein. Die Märkte werden zunehmend politisiert, <br> Foto: Getty Images

Philipp Hildebrand, Präsident der Schweizer Zentralbank:
Jüngst griff er in den Wechselkurs von Schweizer Franken und
Euro ein. Die Märkte werden zunehmend politisiert,
Foto: Getty Images

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Der 6. September ist ein mieser Tag. Die Rolle des Buhmanns übernimmt diesmal Philipp Hildebrand, ein Mann mit strengem Haarschnitt, Präsident der Schweizer Zentralbank. „Die Nationalbank toleriert ab sofort keinen Euro-Franken-Kurs unter eins zwanzig“, sagt er an jenem September-Tag, drückt damit den Franken um fast 9 Prozent – und erwischt eine Branche auf dem falschen Fuß.

„Der Eingriff war erfolgreich und damit schmerzlich für Trendfolgesysteme“, sagt Felix Gasser, Fondsmanager bei Man, einem der weltgrößten Spezialisten für Managed Futures. Gasser spürt große Trends an den globalen Finanzmärkten auf. Welche Bewegungen sich auch immer an den Märkten abzeichnen, der Fondsmanager ist über die Futures-Märkte dabei.

200 und mehr solcher Terminmärkte zählt die Industrie: Aktienindizes, Rohstoffe, Anleihen und, und, und. Einer dieser Trends war der Schweizer Franken, der über Monate gegenüber dem Euro aufwertete.

Ein lukrativer und sogar fundamental logischer Trend, nur schlecht für die Schweizer Wirtschaft. Bis es der Notenbank zu bunt wurde. „Solche Eingriffe durch Staaten oder Zentralbanken nehmen im schwierigen Wirtschaftsumfeld zu “, berichtet Gasser. Immer dann, wenn Märkte in eine Richtung gehen, die Volkswirtschaft und Politik schaden.

Politische Märkte

Managed-Futures-Fonds, wie sie auch Gasser beaufsichtigt, sieht man das an. Trends brechen, Politiker funken dazwischen, Märkte schaukeln richtungslos. Immerhin haben viele den Absturz im August nicht mitgemacht und sogar Gewinne gebracht. Und das ist ja ein erklärtes Ziel: Investoren von den Launen der Märkte zu lösen.

Trendfolger sollen ein Eigenleben haben und gerade in Crash-Zeiten Gewinne bringen. Nur herrscht in der Branche eine Zweiklassengesellschaft. Fonds, die den europäischen Fondsstandard Ucits III erfüllen, können problemlos jedem Privatanleger vermittelt werden. Doch sie müssen teure Aufsichts- und Portfolioregeln erfüllen und haben mitunter nicht die nötigen Instrumente und das Know-how für gute Performance.

Im Gegenteil zur Konkurrenz in der Karibik oder auf der Kanalinsel Jersey. Die kann sich weiter unbeobachtet entfalten, ist aber für Otto-Normalanleger gesperrt. Daten von Eurofonds, Morningstar und dem Branchendienst Absolut Research zeigen, welche Managed-Futures-Fonds im Ucits-Format ihre Aufgaben bisher erfüllt haben.

Leider sind sie selten älter als zwei Jahre. In Aufruhr sind die Märkte aber schon seit 2007. „Wer in den vergangenen fünf Jahren Geld verdient hat, ist gut“, sagt deshalb Oliver Heller, Vorstand des Stuttgarter Family Offices A/Ventum. Er engagiert sich zumeist noch in den etablierten Produkten aus Übersee über Zugänge für Großanleger.

Doch er beobachtet bereits einige Ucits-Varianten oder gar Neustarts. Und davon gibt es einige. Etwa der European Sicav Alliance Global Futures (WKN: A0HGVX). Hier handelt Winton Capital, eines der führenden Managed-Futures-Häuser weltweit. Firmenchef und -gründer ist David Harding. Er steuerte bereits 1987 als Mitgründer das H beim Managed-Futures-Pionier AHL bei, verließ das Unternehmen aber 1997.

Heute gehört AHL zum Man-Konzern. 8,4 Prozent pro Jahr in den vergangenen fünf Jahren sind für den Ucits-Fonds eine saubere Bilanz. In Deutschland ist er nicht offiziell zum Vertrieb zugelassen, aber trotzdem käuflich.