Morgen & Morgen-Rating So leistungsfähig sind BU-Versicherungen

Rollstuhl: Erkrankungen des Skeletts und Bewegungsapparatssind die zweithäufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit. | © Patrick De Boeck

Rollstuhl: Erkrankungen des Skeletts und Bewegungsapparatssind die zweithäufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit. Foto: Patrick De Boeck

Peter Schneider, Morgen & Morgen

Statistisch gesehen wird rund jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland in seinem Leben einmal berufsunfähig – die Anbieter von Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) tragen daher eine hohe gesellschaftliche Verantwortung. Werden die Versicherer dieser Rolle gerecht?

Das Analysehaus Morgen & Morgen (M&M) hat sich mal die aktuellen Entwicklungen am Markt sowie die Tarifqualität der Anbieter im Rahmen eines Ratings genauer angeschaut.

Demnach befinden sich in Deutschland 260.000 BU-Renten, die derzeit mit einem Volumen von 2 Milliarden Euro ausgezahlt werden. Allein 2016 erkannten die Versicherer mehr als 45.000 Leistungsfälle an, so M&M.

Das M&M-Rating Berufsunfähigkeit besteht aus vier Teilratings, die jeweils verschiedene Aspekte bewerten (Gewichtung in Prozent): Teilrating BU-Bedingungen (50 Prozent), Teilrating BU-Kompetenz (30 Prozent), Teilrating BU-Solidität (10 Prozent) und Teilrating BU-Antragsfragen (10 Prozent). Grafik: Morgen & Morgen

„Die Marktbedeutung der Berufsunfähigkeitsversicherung ist nach wie vor unumstritten“, erläutert Peter Schneider, Geschäftsführer von M&M. „Das Neugeschäft zeigt aktuell keinen weiteren Rückgang.“

Insgesamt untersuchte M&M 518 Tarife von 70 Anbietern. 340 Tarife erhalten die Bestnote und somit 5 Sterne. Weitere 51 Versicherer bieten mindestens einen Tarif mit einer 5-Sterne-Bewertung an.

Hauptursache für BU-Renten

Und wie sieht es mit den Leistungsauslösern aus? Laut der Analyse sind Nervenkrankheiten mit 31,5 Prozent und damit leicht steigender Tendenz weiterhin die Hauptursache für eine Berufsunfähigkeit. Im Vergleich: Vor 10 Jahren machten sie nur 20 Prozent der Fälle aus.

„Dies zeigt klar, dass das Thema Psyche mittlerweile als Krankheit anerkannt ist und vielfach auftritt. Die Entwicklung betrifft natürlich die BU-Versicherer und muss in die Tarife einkalkuliert sein“, so Schneider. Diese Zahl belege aber auch, dass eine BU-Absicherung ebenfalls für nicht körperlich anspruchsvolle Berufe wichtig sei.

Zweithäufigste Ursache mit 21 Prozent bilden die Erkrankungen des Skeletts und Bewegungsapparats. Die Ursache für eine BU durch Krebs und andere bösartige Geschwülste ist laut Analyse mit rund 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Ebenso sinken jeweils Erkrankungen des Herzens und Unfälle leicht. Sonstige Erkrankungen haben einen Anteil von über 15 Prozent.

Das M&M-Rating im Detail

Den Analysten waren für ihr Rating neben der Bedingungsqualität der Tarife auch die Solidität, die Antragsfragen und die Kompetenz der Anbieter wichtig. Ungefähr eine Million Daten fließen laut M&M in das Rating ein.

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