Fonds-Jubiläen Der Renten-Renner

Mobilfunkanbieter in New York: Sprint Nextel zählt derzeit zu den größten Positionen  im Barings Global High Yield Bond Fund | © Bloomberg

Mobilfunkanbieter in New York: Sprint Nextel zählt derzeit zu den größten Positionen im Barings Global High Yield Bond Fund Foto: Bloomberg

In den vergangenen Jahren waren die Kapitalmärkte von niedrigen oder auch negativen Renditen geprägt. Jetzt könnte für Anleiheinvestoren eine neue Komponente hinzuzukommen. „Wir gehen davon aus, dass wir beim Zinsniveau in den USA den niedrigsten Stand hinter uns gelassen haben“, meint Scott Roth, einer der Fondsmanager des Barings Global High Yield Bond Fund. „Und auch in Europa werden die Zinsen wahrscheinlich nicht viel weiter sinken“, sagt Fondsmanagement-Kollege Craig Abouchar.

Damit sind Anleiheinvestoren nach der Niedrig- und Negativzinsphase zusätzlich mit dem Risiko allmählich steigender Zinsen konfrontiert. Das betrifft sichere Investment-Grade-Anleihen in besonderem Maße: Steigt etwa die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen nur um einen Prozentpunkt, führt das laut Faustregel zu einem Kursverlust von rund 7 Prozent.

„Das spricht dafür, dass Hochzinsanleihen eine strategische Allokation in einem gut diversifizierten Portfolio sein sollten“, meint Sean Feeley, dritter Fondsmanager im Team. Schließlich werden hoch verzinste Bonds in der Regel stärker von den Kreditmärkten und der Bonität getrieben als von Zinsänderungen. Oder anders ausgedrückt: High-Yield-Anleihen, die sich in der Vergangenheit zumeist wie Aktien verhalten haben, hängen in hohem Maße an der konjunkturellen Entwicklung.

Quelle: Barings, Stand: 28. Februar 2017

Und die schätzt Feeley eher positiv ein: „Vor der Finanzkrise 2008 haben wir bei den Unternehmen das für die Spätphase eines Konjunkturzyklus typische spekulative Verhalten beobachten können. Wir sehen derzeit, dass die Unternehmen vorsichtig zu Werke gehen und Schulden abbauen, weshalb wir uns eher in der Mitte als am Ende des aktuellen Zyklus befinden.“ Das zeigen auch die Ausfallraten: Diese lagen 2016 in Europa auf dem niedrigen Niveau von nur 1 Prozent. Ähnlich sah es, abgesehen vom Energie-, Rohstoff- und Bergbausektor, auch in den USA aus.

„Insgesamt“, fasst Roth zusammen, „haben wir es bei den Unternehmen deshalb mit stabilen Fundamentaldaten zu tun, und wir gehen von einem zwar niedrigen, aber soliden Wachstum der Unternehmensgewinne in diesem Jahr aus.“ Dazu kommt eine Rendite, die, auch wenn die Spreads im vergangenen Jahr zusammengelaufen sind, aus historischer Perspektive und gegenüber vergleichbaren Anlagemöglichkeiten noch attraktiv ist.

Quelle: Barings, Stand: 28. Februar 2017, Chart: Bloomberg

Dennoch bleibt es auch weiterhin entscheidend, die richtigen Titel zu finden. Bei Barings analysieren 69 Hochzinsanleihen-Experten – eines der größten High-Yield-Teams der Branche – mehr als 1.300 Unternehmen weltweit. Deren Schwerpunkt liegt auf einem konservativen Investmentansatz. Das heißt, die High-Yield-Analysten, die für ein verwaltetes Vermögen von 42,7 Milliarden Dollar verantwortlich sind, suchen im Rahmen einer tief greifenden Fundamentalanalyse und eines gezielten Bottom-up-Prozesses nach den besten Anlagemöglichkeiten. „Im Fokus steht der Relative-Value-Gedanke“, so Abouchar. „Es geht darum, Titel zu identifizieren, die aufgrund ihrer relativen Bewertung gegenüber vergleichbaren High-Yield-Unternehmensanleihen das bessere Risiko-Rendite Profil aufweisen.“

Genau solche Chancen erwartet das Fondsmanager-Team auch im laufenden Jahr. „Wir gehen davon aus, dass die Märkte, auch aufgrund der zu erwartenden politischen Ereignisse, weiter von Phasen hoher Kursschwankungen geprägt sein werden“, ergänzt Feeley. „In solchen Perioden werden sich die Anleihekurse immer wieder von den Fundamentalfaktoren abkoppeln, und das eröffnet Einstiegsgelegenheiten, die wir im Rahmen unseres aktiven Managementansatzes nutzen.“

„Wir gehen davon aus, dass die Märkte, auch aufgrund der zu erwartenden politischen Ereignisse, weiter von Phasen hoher Kursschwankungen geprägt sein werden.“

Sean Feeley, Barings

Bislang war das Management damit sehr erfolgreich. Seit Auflage Ende April 2012 kommt der Fonds nach Kosten auf ein Plus von knapp 9,9 Prozent pro Jahr und liegt damit 2,75 Prozentpunkte pro Jahr vor seinem Vergleichsindex. Eine Leistung, die dem Fonds fünf Sterne beim Fondsanalysehaus Morningstar einbrachte.

Vorteilhaft ist dabei, dass der Markt insbesondere in Europa in den vergangenen Jahren gewachsen ist. Abouchar: „Das bedeutet, dass wir eine größere Titelauswahl haben und dass wir so ein besser diversifiziertes Portfolio aufbauen können.“ Dieses setzt sich derzeit zu 72 Prozent aus US-Werten und zu 28 Prozent aus europäischen Titeln zusammen. Die regionale Aufteilung im Fonds wird im Sinne einer zusätzlichen Alpha-Quelle aktiv gemanagt, je nach besseren Relative-Value Chancen.

Die durchschnittliche Bonität des Fonds liegt im Single-B-Bereich, die Duration beträgt 3,08 Jahre im Schnitt, und die Branchenschwerpunkte sind die Grundstoff-, Energie- und Investitionsgüterindustrie. „Eine Positionierung, mit der wir uns angesichts der konjunkturellen Rahmendaten sehr wohl fühlen“, so Roths Fazit. Womit gute Chancen bestehen, dass fünf weitere erfolgreiche Jahre vor dem Barings Global High Yield Bond Fund liegen.