Morningstar warnt 5 Indizes, die die Anlegerwelt nicht braucht

Fernseh-Moderator Luke Mockridge und David „Looking for Freedom“ Hasselhoff singen auf einer Veranstaltung der Deutschen Telekom: Deren Aktie macht im Euro Stoxx Telecom 30-15 Index fast 30 Prozent aus | © Getty Images

Fernseh-Moderator Luke Mockridge und David „Looking for Freedom“ Hasselhoff singen auf einer Veranstaltung der Deutschen Telekom: Deren Aktie macht im Euro Stoxx Telecom 30-15 Index fast 30 Prozent aus Foto: Getty Images

Indexfonds (ETFs) bekommen von der europäischen Fondsaufsicht eine Extrawurst. So weist der Morningstar-Chefredakteur Ali Masarwah darauf hin, dass einzelne Aktien in ETFs im Extremfall bis zu 35 Prozent des Portfolios einnehmen können. Bei einem aktiv gemanagten Fonds sieht die europäische Richtlinie Ucits ein Limit von 10 Prozent vor. Also, so Masarwahs Fazit, sollten ETF-Anleger genau hinsehen, was für einen Index sie sich denn da an Land holen. In einem Beitrag nennt er fünf Beispiele, die die Regeln für gut gestreute Aktienanlagen grob missachten.

1. Euro Stoxx Telecom 30-15

Der Index enthält nur 12 Aktien, allein knapp 30 Prozent nimmt die Deutsche Telekom ein. Zusammengerechnet sorgt die ehemalige Volksaktie mit den Konkurrenten Telefonica (Spanien) und Orange (Frankreich) für 60 Prozent des Index. Auch wenn man Telefone wirklich liebt, sieht ein gut verteiltes Aktienportfolio anders aus. Zumal die passenden ETFs bis zu 0,5 Prozent Verwaltungsgebühren kosten, merkt Masarwah an.

Wer Alternativen sucht, solle sich deshalb lieber einmal die breiter aufgestellten Gegenstücke ansehen: Stoxx Europe 600 Telecom (21 Einzelteile) und MSCI Europe Telecommunication Services (19).

2. NYSE Arca Gold Bugs

Goldfreunden dürfte er ein Begriff sein, der Aktienindex mit dem Spitznamen Hui, der die globalen Goldschürfer enthält. Nur sind es derzeit gerade mal 18 von ihnen. 41 Prozent des Index kommen von Newmont Mining, Barrick Gold und Goldcorp. Als Alternative bieten sich unter anderem der Solactive Global Pure Gold Miners mit 24 und der NYSE Arca Gold Miners mit 53 Aktien an.

3. DivDax

Kurz vor der globalen Finanzkrise 2008 war der Div-Dax gut mit Bankaktien bestückt, weil die bis dahin hohe Dividenden gezahlt hatten. Und dann krachte es. Allein dieses rückwärts gerichtete Verhalten sollte die Alarmglocken schellen lassen. Bei Morningstar weist man zudem darauf hin, dass es nicht sonderlich fein gestreut ist, wenn man sich 15 von 30 Dax-Aktien in ETF-Form kauft. Und zwar sind es die 15 Titel mit der voraussichtlich höchsten Dividendenrendite.

Mögliche Alternativen sind die internationalen Varianten Euro Stoxx Select Dividend 30 und S&P Euro High Yield Dividend Aristocrats (40 Titel). Wobei bei letzterem nicht einfach die Dividendenrendite zählt. Infrage kommen nur Unternehmen, die ihre Dividenden auf Sicht der vergangenen zehn Jahre in Folge jährlich gesteigert haben. Das soll Dividendenfallen wie 2008 verhindern.

4. MSCI Russia

Nun ist Russland an sich ja schon mal so eine Sache. Aber wer dort wirklich unterwegs sein will – der MSCI Russia besteht aus gerade mal 22 Einzelaktien. Und davon – moniert Masarwah – sind mehr als 50 Prozent Energiewerte und 25 Prozent die Sberbank.

Direkte, bessere Russland-Alternativen gibt es nicht wirklich. Lieber in Schwellenländer allgemein anlegen, meint der Morningstar-Mann. Und da gibt es ja den MSCI Emerging Markets (846 Titel) und den FTSE Emerging (1.030).

5. PSI 20

Und noch ein Länderindex, diesmal für Portugal. Er besteht derzeit – trotz des Namens – aus 18 Aktien. Wer kurzfristig mal Portugal spielen will, der kann das sicherlich über den ETF tun. Als langfristige Anlage ist er sicherlich nicht geeignet.

Masarwah geht in seinem Artikel auch auf weitere Indizes ein, die sichtlich klumpen und nur wenig Sinn ergeben. Das würde aber den Rahmen sprengen.