Multi-Asset-Ausblick Gold und US-Dollar als Absicherung

Goldbarren in der Bundesbank: „Wir schätzen Gold sowie den US-Dollar als Absicherung gegen eine erneute Zunahme von geopolitischen Risiken weiterhin positiv ein.“ | © Getty Images

Goldbarren in der Bundesbank: „Wir schätzen Gold sowie den US-Dollar als Absicherung gegen eine erneute Zunahme von geopolitischen Risiken weiterhin positiv ein.“ Foto: Getty Images

Die synchronisierte Erholung des vergangenen Jahres dürfte sich auch 2018 fortsetzen und das derzeitige positive Szenario somit länger anhalten als bislang erwartet, auch wenn die Dynamik möglicherweise den Höhepunkt erreicht hat. Das größte Risiko geht wohl von möglichen politischen Fehlern in einem sehr sorglosen Markt aus. Derzeit ist der Aufschwung eher anfällig für eine Veränderung des finanziellen Umfelds, das derzeit noch recht positiv ist, als für spezifische Risiken aus der Realwirtschaft.

Unser Hauptszenario sieht weiterhin eine leichte Präferenz für Risikoanlagen vor, jedoch mit einem asymmetrischen Profil, das unter anderem Optionen als Absicherung gegen eine mögliche Marktkorrektur vorsieht. Ein starker Fokus auf Absicherung ist unverändert wichtig.

Besonders überzeugende Ideen

Einer für Risikoanlagen, insbesondere Aktien, immer noch leicht positiven spätzyklischen Phase steht ein insgesamt nicht mehr so günstiges Profil der risikobereinigten Renditen gegenüber. Anleger sollten daher aus taktischen Überlegungen beginnen, direktionale Risiken nach dem Bullenmarkt von 2017 zu reduzieren. Regionen, in denen eine Risikoreduzierung angebracht scheint, sind einerseits Europa aufgrund der abnehmenden Impulse aus fortgesetzten fiskalischen Maßnahmen sowie andererseits Japan aufgrund der Euphorie nach der Wiederwahl von Shinzō Abe.

Der weltweite Aufwärtstrend bei den Unternehmensgewinnen dürfte intakt bleiben und sich in 2018 bei durchschnittlich rund 10 Prozent konsolidieren. Die Treiber für eine weitere Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten sind jedoch zumindest vorerst schwächer. In diesem Zusammenhang sollten Anleger ein Aktienengagement über Optionen in Erwägung ziehen. Damit könnten Portfolios gegen Risiken einer aufkommenden Sorglosigkeit an den Märkten abgesichert werden, wobei gleichzeitig eine Neigung zugunsten von Risikoanlagen beibehalten werden kann. In der jetzigen Phase bekräftigen wir unsere Einschätzung zu selektiven Schwellenländer-Themen und favorisieren neue Sektoren gegenüber älteren Marktsektoren in China und Russland.

Im Fixed-Income-Segment bevorzugen wir weiterhin Unternehmensanleihen. In Deutschland sind die Zinsen unseres Erachtens aus fundamentaler Sicht noch immer zu niedrig. Hier unterstützen die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die noch immer expansive Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB) eine positive Einstellung gegenüber Risikoanlagen und sprechen für eine Umschichtung heraus aus sicheren Anlageformen.

Auf kurze Sicht bewerten wir die aktuellen Renditen in den USA als neutral, weil wir derzeit keine Impulsgeber für einen weiteren Kursanstieg sehen. Dieser Einschätzung liegen vor allem die Bewertung der Zinserhöhung seitens der Fed im Dezember sowie eine Neuausrichtung in den Markterwartungen hinsichtlich der verabschiedeten Steuerreform zugrunde.

Risiken und Absicherung

Angesichts der durchweg höheren Bewertungen sind wir der Meinung, dass ein Risikoansatz unbedingt selektiv sowie auf relative Trades und asymmetrische Renditestrategien ausgerichtet sein sollte. Wir schätzen Gold sowie den US-Dollar als Absicherung gegen eine erneute Zunahme von geopolitischen Risiken weiterhin positiv ein.