Roundtable Multi Asset: „Dem Anleger die Dimension des Risikos veranschaulichen“

Die Teilnehmer (v. li.): Peer Reichelt, Netfonds; Dirk Fischer, Patriarch; Martin Dilg, AB; Markus Deselaers, DAS INVESTMENT. Nicht im Bild: Alexander Lehmann, Invesco.  | © Jens Hannewald

Die Teilnehmer (v. li.): Peer Reichelt, Netfonds; Dirk Fischer, Patriarch; Martin Dilg, AB; Markus Deselaers, DAS INVESTMENT. Nicht im Bild: Alexander Lehmann, Invesco. Foto: Jens Hannewald

DAS INVESTMENT: Multi-Asset-Fonds sind Verkaufsrenner. Aber die Produkte dieser Sparte verfolgen sehr unterschiedliche Strategien und sind damit sehr heterogen. Wie überzeugt man Kunden einzusteigen?

Martin Dilg: Die Welt in der Kapitalanlage hat sich geändert. Nehmen wir nur die Niedrigzinsthematik, die es in dieser Dimension noch nie gegeben hat. Heute geht es viel mehr als früher darum, bei einem Investment den risikoadjustierten Beitrag für das Portfolio abschätzen zu können. Und um das Risiko-Rendite-Profil eines Fonds für Anleger zu charakterisieren, finde ich es besser, nicht die üblichen Kennzahlen wie die Performance oder die Volatilität heranzuziehen, sondern etwa auch den Maximum Drawdown einzubeziehen. Dieser Wert zeigt, wie viel eine Fondsstrategie in der Spitze in der Vergangenheit verloren hat – und veranschaulicht dem Anleger so die Risikodimension.

Peer Reichelt, Netfonds
Foto: Jens Hannewald

Peer Reichelt: Ich finde die Aussage „Die Welt hat sich geändert“ eigentlich nicht so richtig passend. Denn die Welt unterliegt letzten Endes einem permanenten Veränderungsprozess. Wir haben jetzt die Rahmenbedingungen, dass in den westlichen Ländern die Zinsen tief sind und darum Immobilien haussieren. Letztendlich haben sich aber die Erwartungen der Anleger nicht verändert. Und ist es immer noch so, dass der Mensch gern Gewinne mitnimmt, aber auch ein Herden- und Fluchttier ist. Wenn es Probleme gibt, nimmt er Reißaus. Und wenn man schon nicht prognostizieren kann, welche Assetklasse in der Zukunft gut performt, ist ein Multi-Asset-Portfolio sinnvoll, das prognosefrei Chancen für die Zukunft ermöglicht.

Alexander Lehmann: Primär werden auch Multi-Asset-Fonds sicherlich noch vorrangig über Performance verkauft. Auch mir wäre sehr daran gelegen, die Produkte über die Themen Maximalverlust, Volatilität und insbesondere über deren Zusammenwirken in verschiedenen Marktphasen zu verkaufen. Die Diversifikationseffekte verschiedener Strategien kommen mir noch zu kurz.