Multi-Asset-Strategien Warum der Fokus auf Liquidität so wichtig ist

Eine Giraffe an einer Wasserstelle löscht ihren Durst. Auch für Fonds ist Flüssigkeit – Liquidität – von höchster Bedeutung. (Foto: Getty Images)

Eine Giraffe an einer Wasserstelle löscht ihren Durst. Auch für Fonds ist Flüssigkeit – Liquidität – von höchster Bedeutung. (Foto: Getty Images)

// //

Oft gerät auf der Suche nach Rendite ein wichtiger Anlageaspekt aus dem Blick: die Liquidität. Viele Anleger erwarten, dass sie im Bedarfsfall ebenso schnell investiertes Kapital aus einem Investment entnehmen können, wie sie es angelegt haben. Doch das ist nicht immer der Fall.

Immobilienfonds besonders anfällig für Liquiditätskrisen

Deutschen Anlegern dürfte das Paradebeispiel für die Folgen mangelnde Liquidität noch in guter Erinnerung sein: Die Liquiditätskrise der offenen Immobilienfonds im Nachgang der Lehman-Pleite im Jahr 2008. Zu der Zeit wollten viele Anleger viel Geld aus Immobilienfonds abziehen. Doch da die Fondsvermögen größtenteils in Immobilien steckten, die nicht ad hoc veräußert werden können, konnten die breite Masse an Anlegern nicht ausgezahlt werden.

Die kurzfristige Lösung der Fondsmanager war deswegen, die Rücknahme von Anteilsscheinen vorerst auszusetzen. Dies ist allerdings vom Gesetzgeber auf eine Dauer von zwei Jahren beschränkt und in den Jahren 2010 und 2011 mussten sich viele Immobilienfonds ihrem Schicksal stellen.

Niedrigzinsumfeld macht alternative Anlageklassen für Anleger attraktiver

Aktuell spielen sich ähnliche Szenen in Großbritannien ab und unterstreichen, dass Liquiditätsprobleme nichts Neues für die Branche sind. Im Zuge des Brexits zogen Anleger nämlich massiv Kapital aus britischen Immobilienfonds ab, so dass diese den Handel aussetzten. Als aktive Multi-Asset-Manager legen wir generell nicht in Immobilienfonds an, um eben solche Liquiditätsengpässe zu umschiffen.

Das Meiden einer ganzen Anlageklasse – in diesem Fall von Immobilien – mag für manche eine extreme Reaktion auf Liquiditätsbedenken sein. Doch wir haben einen Weg gefunden, weiterhin in Immobilien zu investieren und gleichzeitig das Liquiditätsrisiko zu senken.

Liquidität ist gerade bei alternativen Anlageklassen wichtig

Ein besonders wichtiger Faktor kann Liquidität auch beim Nachdenken über ein Engagement in alternative Anlageklassen sein. Denn Letztere sind wegen ihrer Besonderheiten und ihres geringeren Volumens tendenziell mit höheren Liquiditätsrisiken behaftet. Diese lassen sich zum Teil dadurch umgehen, dass man in börsennotierte geschlossene Anlagevehikel investiert statt direkt in den zugrunde liegenden Vermögenswert. Genau diese Strategie verfolgen wir bei der Anlage in Immobilien, aber auch in andere nicht traditionelle Asset-Klassen wie Infrastruktur, strukturierte Kredite, Leasing von Vermögenswerten. Denn angesichts des aktuellen Niedrigzinsumfeld beschäftigen wir uns als Anleger auf der Suche nach Rendite zunehmend mit alternativen Anlageklassen, die höhere Liquiditätsrisiken bergen können. Da wir auch hier Liquiditätsprobleme natürlich nie ausschließen können, haben wir solche Positionen in unserem Portfolio allerdings eher konservativ gewichtet und wählen für unsere alternativen Anlagen verschiedene Instrumente mit unterschiedlichen Ertragsquellen.

Liquiditätsfaktor wichtig für Flexibilität beim Investment

Ob wir nun aber in alternative Anlagen, passive Instrumente oder aktive Fonds investieren: Die Liquidität ist stets ein wichtiges Kriterium für uns. Das hat sich im vergangenen Jahr als entscheidender Vorteil erwiesen, So konnten die Fondsstrategien von Fidelity Solutions Anlagen in Vermögenswerte zu meiden, die wegen Liquiditätsproblemen die Rücknahme von Anteilen zeitweilig einstellen mussten.

Konkret überwacht das Risk Management Team von Fidelity Solutions auch die Liquidität unserer Multi-Asset-Strategien als Ganzes. Liquidität ist insbesondere für Multi-Asset-Anleger von zentraler Bedeutung, da diese regelmäßig dynamisch und schnell das Vermögen zwischen den Anlageklassen umschichten können müssen. Die aktive Liquiditätsüberwachung gibt uns Aufschluss darüber, wie hoch der prozentuale Anteil eines Portfolios ist, der innerhalb einer bestimmten Zeitspanne – zum Beispiel binnen fünf Tagen – liquidiert, also verkauft werden kann.

Mithilfe dieses Liquiditätsfokus sorgen wir dafür, dass unsere Portfolios flexibel bleiben: Sei es nun über eine rigorose Analyse der verschiedenen Instrumente, über eine sorgfältige Bestimmung der Positionsgröße bei alternativen Anlagen oder die optimale Zusammenstellung passiver Engagements. Das Beispiel einiger Immobilienfonds macht deutlich, wie wichtig das Thema Liquidität für Anleger und für ihre Anlageportfolios ist. Dass wir der Liquidität einen so hohen Stellenwert beimessen, dürfte unseren Anlegern auch künftig gute Dienste leisten und dabei helfen, die Klippen der künftig möglicherweise stürmischeren Anlagemärkte zu umschiffen.