Musterdepot-Kommentar vom 12. Februar 2016 Erste Anpassungen im Trend-Depot und im defensiven Depot

Janet Yellen, Präsidentin des Federal Reserve Board, anlässlich ihrer Rede vor dem US-Kongress am 10. Februar 2016. Foto: Getty Images

Janet Yellen, Präsidentin des Federal Reserve Board, anlässlich ihrer Rede vor dem US-Kongress am 10. Februar 2016. Foto: Getty Images

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Den aktuellen Stand aller vier Musterdepots sehen Sie hier

Das war zu erwarten. Janet Yellen sieht Risiken für den Wirtschaftsausblick, die die angestrebten weiteren Zinserhöhungen in den USA verzögern könnten. Nicht wenige Marktteilnehmer fühlen sich durch diese am Mittwoch getätigte Aussage der US-Notenbank-Chefin in ihrer Meinung bestärkt, dass es 2016 statt vier höchstens zwei Anhebungen geben wird – möglicherweise aber auch gar keine mehr.

Ob diese Aussicht dazu beiträgt, die in den vergangenen Wochen arg hochgeschwappten Wogen an den globalen Aktienbörsen zu glätten? In Frankfurt zogen die Kurse im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Yellen-Rede vor dem US-Kongress deutlich an, was jedoch eher eine technische Reaktion auf die starken Kursverluste der Vortage gewesen sein dürfte: Zuvor war der Dax innerhalb von nur zehn Tagen von 9.900 auf 8.900 Punkte gefallen. Seit Jahresbeginn summierten sich die Verluste damit schon auf mehr als 17 Prozent. Die US-Börsen reagierten hingegen kaum, und in Hongkong und später auch in Frankfurt ging es am Tag darauf bereits wieder kräftig bergab.

Die jüngste Talfahrt setzt auch den DER-FONDS-Musterdepots zu – wenn auch in unterschiedlicher Intensität. Während das offensive, das defensive und das Turnaround-Depot bis maximal 6,4 Prozent verloren, waren es im Trend-Depot mehr als 9 Prozent (siehe Tabelle). Dort liegen bis auf eine Ausnahme alle Aktien-Bausteine zweistellig im Minus, wobei es den in den vergangenen Jahren extrem gut gelaufenen Main First Germany mit Verlusten in der Dax-Größenordnung am härtesten traf.

Trend-Depot: Hohe Verluste bei den Aktienfonds-Bausteinen

     
Fonds Datum erste
Aufnahme
Stücke akt. Wert
in Euro
Depot-
Anteil
Gewinn/
Verlust
Deutsche Floating Rate Notes USD 21.01.2015 35,239 5.776,43 12,7% 4,4%
Lupus Alpha Dividend Champions 31.12.2015 38,401 6.117,26 13,5% -12,6%
Magna New Frontiers 21.07.2015 321,776 3.778,30 8,3% -11,7%
Main First Germany 31.12.2015 30,170 4.174,08 9,2% -16,5%
Nordea Senior Generations Equity 31.12.2015 416,667 5.158,33 11,4% -14,0%
OP Food 31.12.2015 19,264 5.662,12 12,5% -5,6%
Robeco Global Consumer Trends 31.12.2015 38,163 4.991,35 11,0% -16,8%
Sauren Absolute Return 31.12.2015 848,176 9.770,99 21,5% -2,3%
Gesamt-Depot 45.428,86 100,0%
Depot-Start am 01.12.2009 mit 35.363 Euro Gewinn/Verlust seit
01.01.2016 01.12.2009
-9,1% 28,5%
Vergleichs-Ergebnisse von fünf repräsentativen Mischfonds, die ein vergleichbares Anlageziel verfolgen
C-Quadrat Arts Total Return Global AMI -3,6% 21,5%
Multi-Invest OP -12,3% -10,7%
Smart-Invest Helios AR -8,0% 3,9%
Stars Flexibel -4,5% -
Veri ETF-Dachfonds -2,0% 14,8%
Quelle: DER FONDS/Bloomberg/Infos GmbH Investment Fonds Selection
Auswertungstag: 9. Februar 2016
Quelle: 9. Februar 2016


Die Tatsache, dass er sich 2016 bislang nicht wie gewohnt von seinem Vergleichsindex H-Dax und der Konkurrenz absetzen konnte, trägt Main-First-Manager Olgerd Eichler derzeit noch mit Gelassenheit. „Der Fonds ist sehr zyklisch aufgestellt, das bringt in derartigen Marktphasen natürlich stärkere Schwankungen mit sich“, erläutert er.

Zwar nimmt Eichler die beiden Hauptbelastungsfaktoren – die Furcht vor einer Konjunkturschwäche in China und einer nachlassenden Dynamik der US-Wirtschaft – durchaus ernst. Gleichwohl erwartet er nicht, dass es in diesem Jahr in Europa und speziell in Deutschland zu einem größeren Wachstumseinbruch kommt. Auch von den überwiegend inhabergeführten Unternehmen, die das Grundgerüst seines Fonds bilden, empfängt er derzeit keinerlei Signale, dass sich die Lage dort maßgeblich verschlechtert: „In so einem Umfeld bleibe ich erst einmal konstruktiv.“ Größere Änderungen an seinem nahezu voll investierten Portfolio hat Eichler in den vergangenen Wochen nicht vorgenommen, der Schwerpunkt liegt weiter auf Technologie- und Industrietiteln wie All for One Steeb, Cenit, Atoss Software und Bertrandt.

Nicht viel besser – was die Performance betrifft – sieht es 2016 beim Lupus Alpha Dividend Champions von Markus Herrmann aus. Als „ziemlich ausgebombt“ empfindet der Lupus-Alpha-Manager derzeit den Markt, was er unter anderem auf den Zeitpunkt des Einbruchs zurückführt: „Viele Marktteilnehmer haben für das gesamte Jahr nur ein gewisses Risikobudget zur Verfügung, das nun nach nur wenigen Wochen bereits restlos ausgeschöpft ist.“ Folglich fehle es momentan an Käufern, die sich dem Abwärtstrend entgegenstemmen.

Wie Eichler ist auch Herrmann in aller Regel voll investiert und betreibt keine Absicherungsgeschäfte. „Wir konzentrieren uns auf Firmen, für die der gesamtwirtschaftliche Rahmen nicht die entscheidende Rolle spielt und die unabhängig von der allgemeinen Konjunktur gutes Geld verdienen“, erläutert er. Dass dies durchaus funktioniert, hat er in der kürzlich angelaufenen Quartalssaison mehrfach bestätigt bekommen. So meldete eine seiner größten Beteiligungen, das schwedische Medizintechnik-Unternehmen Vitrolife, deutlich über den allgemeinen Erwartungen liegende Zahlen. Gleiches gilt für die britische Heimwaren-Kette Dunelm Group, die überdies noch die Ausschüttung einer Sonder-Dividende ankündigte. Prompt stieg der Aktienkurs in nur zwei Handelstagen um mehr als 13 Prozent an.

Weil Herrmann davon ausgeht, dass verlässliche Dividendenzahler auch in den kommenden Monaten gesucht bleiben werden, macht er sich um die künftige Entwicklung seines Portfolios wenig Sorgen. „Wo anders soll das Geld, das Anleger in den vergangenen Wochen aus dem Markt abgezogen haben, denn hin?“ fragt er betont provokativ.

Das sieht die Redaktion nicht wesentlich anders. Deshalb nutzt sie die jüngsten Kursverluste, um die Position des Lupus Alpha Dividend Champions im Trend-Depot um 1.000 Euro aufzustocken. Gleiches gilt für den Main First Germany. Verkauft wurden auf der Gegenseite Anteile am Geldmarktfonds Deutsche Floating Rate Notes USD: Ob nämlich der US-Dollar seine über weite Teile des Jahres 2015 gezeigte Stärke gegenüber dem Euro angesichts der veränderten Ausgangssituation an den US-Zinsmärkten aufrechterhalten kann, ist alles andere als entschieden.

Eine weitere Änderung gibt es im defensiven Depot: Dort fließen 1.000 Euro aus dem Rentenfonds Jupiter Dynamic Bond in den Profitlich Schmidlin Fonds UI: Im bislang tadellos gemanagten Portfolio der beiden Initiatoren Marc Profitlich und Nicolas Schmidlin scheinen die jüngsten Verluste von mehr als 9 Prozent angesichts der mittelfristigen Perspektiven der enthaltenen Aktien und Anleihen ebenfalls übertrieben.

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