Musterdepot-Kommentar vom 15. Juli 2016 Mit Gold, Konsum und Grenzmärkten gut durch den Brexit

Konsumenten in einem Londoner Supermarkt: An Essen und Trinken sparen die meisten Menschen zuletzt. Foto: Getty Images

Konsumenten in einem Londoner Supermarkt: An Essen und Trinken sparen die meisten Menschen zuletzt. Foto: Getty Images

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Den aktuellen Stand aller vier Musterdepots sehen Sie hier.

Über Langeweile an den globalen Finanzmärkten können sich Anleger seit dem EU-Referendum in Großbritannien wahrlich nicht beklagen. Zuerst der kräftige Kurssturz nach Bekanntgabe des Brexit. Danach die ebenso heftige Gegenbewegung nach oben – dem in der vergangenen Woche wiederum Verluste folgten. Seither geht es weiter bergauf. Positive Arbeitsmarktdaten verhalfen den amerikanischen Leitindizes Dow Jones und S&P 500 gar zu neuen Allzeithochs. Doch die Unsicherheit bleibt.

Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte in Europa ist unvermindert hoch, notwendige Reformen bleiben aus. In Italien wächst im Schatten des Brexit die Angst um die Banken des Landes, deren Kurse aufgrund fauler Kredite rasant in die Tiefe rauschen. Allein dem Traditionshaus Monte dei Paschi di Siena werden mehr als 43 Milliarden Euro fragwürdiger Kredite nachgesagt, die ohne staatliche Hilfe, wie von der EZB gefordert, nicht abgebaut werden können. Experten warnen bereits vor einer Ausweitung auf ganz Europa.

Und der Blick nach Übersee fällt auch nicht gerade beruhigender aus. Dort schickt sich der unkalkulierbare Haudegen Donald Trump an, das Weiße Haus zu erobern. Nicht zu vergessen die ständige Furcht vor weltweiten Terroranschlägen, die jederzeit das globale Finanzsystem ins Straucheln bringen können. Für die Musterdepots bedeutet das vor allem eins: Ruhe bewahren und gegebenenfalls bei günstigen Kursen entsprechend abgestrafte Fonds nachkaufen.

Diese Gemengelage belastet im Trend-Depot derzeit vor allem jene Fonds, die ihren Schwerpunkt auf europäische Aktien legen. Der auf dividendenstarke Nebenwerte fokussierte Lupus Alpha Dividend Champions etwa musste zeitweise Verluste von mehr als 10 Prozent verkraften. Aktien aus Großbritannien stellen immerhin fast 40 Prozent des Portfolios von Marcus Ratz und Markus Herrmann. Ähnlich hoch fiel zeitweise das Minus im Main First Germany von Olgerd Eichler aus.