Nach dem Abgang von Bill Gross bei Pimco Kein Anleihefonds hat mehr Gelder eingesammelt

Seit einem Jahr nicht mehr beim Pimco: Bill Gross. Foto: Getty Images

Seit einem Jahr nicht mehr beim Pimco: Bill Gross. Foto: Getty Images

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Der Metropolitan West Total Return Bond Fund von TCW hat seit dem plötzlichen Abgang von Bill Gross bei Pacific Investment Management Co. mehr Kapital eingesammelt als jeder andere Anleihefonds, wie Bloomberg-Daten zeigen. Dem MetWest Total Return flossen in den elf Monaten bis Ende August 35 Milliarden  Dollar zu, insgesamt verdoppelte der Fonds sein Anlagekapital. Nach dem Wechsel von Gross zu Janus Capital Group am 26. September 2014 bemühten sich die Konkurrenten, einen möglichst großen Anteil der bei Pimco abfließenden Fondsgelder zu ergattern. Pimco verlor rund 360 Milliarden  Dollar, von denen nur ein kleiner Teil in den neuen Gross-Fonds bei Janus floss. TCW verfügte über Eigenschaften, die einige ehemalige Pimco- Investoren suchten: eine beachtliche langfristige Erfolgsgeschichte, ein einfach zu verstehender Prozess für die Auswahl von Anleihen und ein Team-Ansatz, der nicht von einer einzigen Person - egal wie talentiert diese war - abhängig war. „Sie waren zur rechten Zeit am rechten Ort, mit den richtigen Zahlen“, kommentierte Lawrence Glazer, Managing Partner bei Mayflower Advisors in Boston. Die Erfahrung von TCW, die im gleichen Jahr wie Pimco gegründet wurde, aber lange im Schatten der größeren Konkurrentin stand, deutet darauf hin, dass es für eine Fondsgesellschaft in den richtigen Umständen möglich ist, sich vom Verlust eines Star-Managers zu erholen.
Neben MetWest haben insbesondere Vanguard Group, die von Gundlach geführte DoubleLine Capital, Dodge & Cox und BlackRock von den Abflüssen bei Pimco profitiert. Jede dieser Gesellschaften verzeichnete bei einem Fonds Zuflüsse von über 10 Milliarden  Dollar. Eigentlich erschien es eher unwahrscheinlich, dass TCW von Pimcos Problemen profitieren würde. Als die damals zur französischen Bank Société Générale  gehörende Fondsgesellschaft Gundlach im Dezember 2009 feuerte, zogen Kunden Gelder ab und Dutzende Mitarbeiter kündigten. Bis Ende Februar 2010 beliefen sich die Abflüsse auf rund 25 Milliarden  Dollar, die teilweise in Gundlachs neue Gesellschaft DoubleLine flossen. Société Générale verkaufte die in Los Angeles ansässige TCW im Jahr 2013 an die Private-Equity-Gesellschaft Carlyle Group. Während TCW sich mit ihrem Top-Fondsmanager herumärgerte, erfreute sich Pimco mit Sitz im weniger als 80 Kilometer entfernten Newport Beach mit der größten Kapitalzuflüsse, die jemals in der Fondsbranche verzeichnet wurden. Der von Gross gemanagte Pimco Total Return Fund schnitt 2007 besser ab als 99 Prozent seiner Konkurrenten und schlug 2008 82 Prozent der Konkurrenz. 2009 verzeichnete er einen Kapitalzufluss von 50 Milliarden  Dollar. Das Kapital des Fonds erreichte 2013 seinen Höhepunkt bei 293 Milliarden  Dollar. Ungefähr zu dieser Zeit begannen jedoch auch die Probleme bei Pimco, die seit 1999 dem deutschen Versicherer Allianz gehört. Im Januar 2014 kündigte CEO Mohamed El-Erian inmitten von Streitereien mit Gross seinen Rückzug an. Im August des gleichen Jahres war das Kapital des Hauptfonds auf 222 Milliarden  Dollar geschrumpft, nachdem die Wertentwicklung in den Jahren 2011 und 2013 enttäuschend ausfiel.