Nach der Baisse Die Spreu trennt sich vom Weizen

David Saunders, Fondsmanager des K2 Alternative Strategies Fund: „Der Zeitpunkt für Investitionen in Schwellenmärkte ist unserer Meinung nach weiterhin gut.“

David Saunders, Fondsmanager des K2 Alternative Strategies Fund: „Der Zeitpunkt für Investitionen in Schwellenmärkte ist unserer Meinung nach weiterhin gut.“

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Wenn wir in unserer Branche von Alpha, sprich der Ertragsunterschied im Vergleich zu einer relevanten Benchmark für eine Investition - sprechen, nutzen wir häufig Ausdrücke wie „generieren“, „produzieren“ und „schaffen“. Das erweckt den Eindruck, als könne Alpha willkürlich herbeibeschworen werden. Unserer Ansicht nach ist solch eine Sprache irreführend. Alpha wird weder produziert noch generiert – es wird erlangt.

Es ist wichtig, dieses Konzept bei allen aktiven Investitionen – und besonders bei im bei Hedge-Strategien - im Hinterkopf zu behalten. Alpha ist nicht in allen Umgebungen und unter allen Bedingungen verfügbar. In manchen Marktsituationen mag es einfacher und ohne weiteres zu erlangen sein, in anderen hingegen kann es viel schwieriger zu greifen sein.

Wo stehen wir also heute? Wir glauben, dass sich das Potenzial für das Erlangen von Alpha verbessert. Im Anschluss an das Markttief im Februar dieses Jahres erholten sich die Aktienmärkte auf breiter Basis. Die Rally war jedoch über alle Sektoren, Geographien und Markt-Kapitalisierungen hinweg recht wahllos. Es gab kaum Unterschiede zwischen guten und schlechten Unternehmen oder zwischen guten und schlechten Sektoren. Die steigende Flut hat sozusagen alle Boote angehoben. In Zukunft wird sich das voraussichtlich ändern.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Die Finanzmärkte sind aktuell unsicher. Sowohl der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) als auch die unsichere Politik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) und die politischen Unsicherheiten in den Industrieländern und geopolitischen Unruhen in vielen Schwellenländern beunruhigen Anleger.

Zu Beginn des dritten Quartals 2016 zeigte die Gewinnrendite des Aktienindexes S&P 500 ein negatives Wachstum. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) war einem Zwölf-Jahres-Hoch nahe. Unter diesen Umständen rechnen wir für den Rest des Jahres 2016 mit unruhigen Märkten. Die Volatilität, die daraus hervorgeht, sollte zu einer attraktiveren Umgebung für die Aktienauswahl führen – und damit auch für das Einfangen des schwer zu fassenden Alphas.

Bezüglich der Long-Short Equity Strategie rechnen wir damit, dass der Markt hinsichtlich seiner Fundamentaldaten wie Umsatzwachstum und Bewertungen anspruchsvoller wird. Dies könnte die schwächeren Unternehmen und Sektoren von den stärkeren trennen. Dadurch können die Verwalter der Long-Short Equity weiterhin die Unternehmen halten, die ihnen gefallen. Gleichzeitig können sie bei Unternehmen, die ihnen mittelmäßig erscheinen, ebenso „short gehen“ – also einen Leerverkauf tätigen.