Nach Kursanstieg von 275 % Dirk Müller erwartet Dax-Crash

Dirk Müller während einer Rede auf der Messe Pools & Finance

Dirk Müller während einer Rede auf der Messe Pools & Finance

Der Höhenflug des Dax könnte bald vorüber sein, glaubt der als „Mr. Dax“ bekannt gewordene Dirk Müller. In einem Interview mit dem Handelsblatt äußerte sich der in Medien präsente Börsen-Profi und Fondsmanager skeptisch über die weitere Entwicklung des deutschen Leitindexes.

Der Dax befinde sich seit 2009 in einer Hausse und habe seitdem um 275 Prozent zugelegt. Trotz des Höhenflugs seien jedoch strukturelle Probleme innerhalb der Eurozone nicht gelöst worden, erinnert Müller. Als Stichwort verweist er auf die maroden Bankbilanzen südeuropäischer Geldinstitute. Die nächste große Welle im Leitindex werde entsprechend eher nach unten als nach oben gehen: „Die nächste Rezession steht vor der Tür“, ist sich Müller sicher.

Für eine Trendumkehr spreche auch die globale Konjunkturlage: In den vergangenen Jahren hätten sich die Aktienmarkt-Teilnehmer an das billig ausgegebene Geld der Notenbanken gewöhnt. Die positiven Kursentwicklungen seien durch den „Glauben an die Allmacht der Notenbanken“ beschleunigt worden.

„Muss die letzten Prozente dieser Hausse nicht mitgehen“

Mit der Zinswende in den USA sieht Müller jetzt ein Ende dieser Phase erreicht – mit globalen Auswirkungen. Die Fed hat weitere Zinsanhebungen 2017 und Erhöhungen im kommenden Jahr angekündigt. „Wenn die US-Notenbank ihre Ankündigungen wahrmacht, werden wir ab der zweiten Jahreshälfte deutlich niedrigere Kursentwicklungen sehen“, glaubt Müller. Die Zinsanhebungen in schneller Folge sind ihm zufolge ein „Einstieg in ganz, ganz schweres Fahrwasser“.

In den USA hätten viele Marktteilnehmer zwar Präsident Donald Trump großzügig mit Vorschusslorbeeren bedacht und auf die angekündigten Infrastrukturprojekte und Steuermaßnahmen gesetzt. Mittlerweile werde immer klarer, dass Trump „Kein Alleinherrscher wie Kim Jong Un“ ist und sich in einem Wechselspiel mit anderen staatlichen Institutionen befinde. Man werde die sehr optimistisch eingepreisten Gewinnerwartungen in den USA wieder revidieren müssen, ist sich Müller sicher.

In dem von ihrm konzipierten und gemanagten Dirk Müller Premium Aktienfonds positioniert sich Müller angesichts der prognostizierten Kurseinbrüche nach eigener Auskunft vorsichtig: „Ich bin gerne bereit, die letzten Prozente dieser Hausse nicht mitzugehen. Aber ich möchte den nächsten großen Abschwung vermeiden“, so Müller.