Nach Mark Mobius Templeton Asian Growth – Operation Neustart

Sukumar Rajah managt jetzt den Fonds Templeton Asian Growth. | © Franklin Templeton

Sukumar Rajah managt jetzt den Fonds Templeton Asian Growth. Foto: Franklin Templeton

Anfang 2013 steht der Templeton Asian Growth am Zenit. Knapp 18 Milliarden Dollar ist das Portfolio damals schwer, und die massiven Mittelzuflüsse der vorangegangenen Jahre hat sich das von Mark Mobius geführte Schwellenländer-Team von Franklin Templeton redlich verdient. Um mehr als 100 Prozentpunkte hat es die Vergleichsgruppe der Südostasien-Fonds seit der Auflegung im Mai 2001 geschlagen. Die einschlägigen Rating-Agenturen honorieren es mit Bestnoten und zahlreichen Preisen.

Fünfeinhalb Jahre später notiert der Templeton Asian Growth auf Euro-Basis noch einmal 13 Prozent höher als zu seinen besten Tagen. Ansonsten jedoch ist vom einstigen Glanz des Klassikers wenig geblieben. Nur einen Stern bei FWW, zwei von fünf Sternen bei Morningstar – was ein prüfender Blick nach links und rechts schnell erklärt: Der Durchschnitt der Konkurrenz nämlich legte in diesem Zeitraum um 56 Prozent zu. Auch die Ursachenforschung lässt sich fix auf den Punkt bringen. In den vergangenen Jahren hat Franklin Templeton in Südostasien viele Trends verpasst, insbesondere im Technologiesektor. Titel wie der chinesische Internet-Multi Tencent oder der Smartphone-Zulieferer Sunny Optical Technology etwa haben sich seit Anfang 2013 vervielfacht – im Templeton Asian Growth spielten sie keine Rolle. Ebenfalls glänzend gelaufene Index-Schwergewichte wie Samsung oder Taiwan Semiconductor Manufacturing waren zwar vertreten, aber deutlich niedriger als bei fast allen Konkurrenten.

                                      Quelle: Morningstar

Das muss anders werden, entschied – nein, nicht Mark Mobius. Der verabschiedete sich Anfang 2018 zunächst in den Ruhestand, machte dann einen Rückzieher, warb mehrere Ex-Kollegen ab und führt nun seine eigene Investmentboutique Mobius Capital Partners. Doch das ist eine andere Geschichte.

Diese hier handelt von seinem Nachfolger Sukumar Rajah. Der 54-jährige Inder, seit 2002 in Diensten von Franklin Templeton, trat Anfang Februar Mobius’ Nachfolge an und krempelt nun das Portfolio des Templeton Asian Growth mächtig um. Steigende Preise bei Energietiteln nutzt er peu à peu zu Gewinnmitnahmen, bei Technologie-Anbietern kauft er stetig zu. Die eingangs genannten Firmen etwa stockte er auf oder nahm sie erstmals ins Portfolio, wie unter anderem auch den taiwanesischen Apple-Zulieferer Catcher Technology oder den indischen Mobilfunkanbieter Idea Cellular. Gegenüber Jahresbeginn hat sich der Anteil des Technologiesektors dadurch mehr als verdreifacht, er liegt nun bei rund 30 Prozent.

Noch ein gutes Stück Weg

Bei allem Mut zur Veränderung, an der DNA von Franklin Templeton will Rajah eisern festhalten. So konzentriert er sich weiter auf gegenüber ihrem inneren Wert an der Börse zu billig gehandelte Unternehmen, die er losgelöst von volkswirtschaftlichen Überlegungen kauft. Auf Fondsmanager-Deutsch: Value kombiniert mit Bottom-up. Die Überschneidungen zwischen Portfolio und Vergleichsindex sollen zudem möglichst niedrig bleiben. Tun sie bislang: Die entsprechende Kennzahl Active Share rangiert fast unverändert hoch bei 80 Prozent. Und auch mit einer der wichtigsten Tugenden des Firmengründers John Templeton, der Geduld, kann sich Rajah identifizieren: „Wenn alle Änderungen abgeschlossen sind, dürfte der Portfolio-Umschlag mittelfristig wieder zurückgehen und sich bei etwa 20 Prozent pro Jahr stabilisieren.“ Eine einmal gekaufte Aktie würde somit im Durchschnitt fünf Jahre lang gehalten.

Trotz der Umbaukosten hat sich das Portfolio Rajah zufolge seit Januar besser entwickelt, als wenn alles beim Alten geblieben wäre. Der Anfang ist also gemacht – auch wenn es zurück zur alten Größe noch ein gehöriges Stück Weg sein dürfte.