Nach Renditeanstieg Einstiegsmöglichkeiten bei US-Anleihen

Witold Bahrke, Senior-Makrostratege bei Nordea Asset Management.

Witold Bahrke, Senior-Makrostratege bei Nordea Asset Management.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen hat jüngst die magische 3-Prozent-Marke durchbrochen – Kaufgelegenheit oder das endgültige Ende einer goldenen Anleihe-Ära? Wir glauben an Ersteres. Steigende US-Zinsen sind von einer zyklischen und daher vorübergehend anziehenden Inflation getrieben. Strukturell wird die Teuerungsrate von technischen Entwicklungen (Amazonifizierung), alternden Bevölkerungen und niedrigem Wachstumspotenzial in Schach gehalten – wenig Änderung in Sicht.

Das bedeutet, dass der langfristig neutrale Zinsanker niedrig bleibt. In solchem Umfeld wären hohe Zinsen dauerhaft nicht verkraftbar. Das Aufwärtspotenzial der US-Zinsen ist daher begrenzt. Gleichzeitig bieten sich dank der jüngsten Zinssteigerungen interessante Einstiegsmöglichkeiten. Selbst inflationsbereinigt sind Gewinne zu erzielen – auch bei kurzen Laufzeiten, das heißt bei reduzierten Durationsrisiken.

US-Kernanleihen bieten dazu hohe Liquidität und einen sicheren Hafen in Zeiten spätzyklischer Unsicherheit. Viele Euro-Investoren sind jedoch von hohen Absicherungskosten oder einem bis vor Kurzem schwächelnden US-Dollar abgeschreckt – trotz rekordverdächtiger Mehrrendite gegenüber deutschen Äquivalenten. Der Dollar hat sich jedoch stabilisiert, und eine asynchrone Wachstumsabschwächung macht eine weitere Aufwertung wahrscheinlich.

Dank positiver realer (Mehr-)Renditen und einem steigenden Bedürfnis nach Sicherheit rücken US-Anleihen daher in den Fokus. Schwächephasen sind Einstiegsmöglichkeiten.