Nachhaltige Schwellenländer-Unternehmensanleihen Dieser Rentenfondsmanager ist der Einzige seiner Art

Brasilien: Die südamerikanische Wirtschaftsmacht bietet Natur- und Bodenschätze. | © Juniani Gonçalves

Brasilien: Die südamerikanische Wirtschaftsmacht bietet Natur- und Bodenschätze. Foto: Juniani Gonçalves

Thomas Oposich managt den Erste Responsible Bond Emerging Corporate

Der Begriff Alleinstellungsmerkmal kennzeichnet nur noch selten etwas, das ihm wirklich gerecht wird. Aber im Fall des Ersten Responsible Bond Emerging Corporate lässt sich wirklich feststellen: Er ist allein. Er ist der einzige in Deutschland zugelassene Rentenfonds, der nach nachhaltigen Kriterien ausgewählte Unternehmensanleihen aus Schwellenländern enthält und eine belastbare Historie hat.

Verantwortlich ist das österreichische Investmenthaus Erste Asset Management, das seit Jahren die nachhaltige Schiene fährt. Da liegt es nahe, sich eben auch dem Thema Schwellenländer-Unternehmen mal auf die saubere Art zu nähern.

Wobei die Wertentwicklung des Fonds zunächst nicht gerade zu nachhaltigen Jubelstürmen verführt. Auf Sicht von fünf Jahren liegt er um 2 Prozentpunkte hinter seiner Vergleichsgruppe. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Denn als die Konkurrenz von Herbst 2014 bis Januar 2016 kräftig Federn ließ, blieb der Fonds nahezu stabil (siehe Chart). Seine Volatilität liegt seit Auflegung bei 3,1 Prozent pro Jahr, die Vergleichsgruppe schwankt mit 4,3 Prozent.

Nachhaltigkeitsfilter

Den Grund liefern ausgerechnet die Nachhaltigkeitsfilter. Durch sie schrumpft das Anlageuniversum von rund 600 auf 400 Emittenten, erklärt Fondsmanager Thomas Oposich. „Vom Wegfall sind vor allem Unternehmen aus den Branchen Rohstoffe und Energie betroffen, aus Ländern wie zum Beispiel Brasilien und Russland“, so der Fondsmanager.

Doch genau diese Unternehmen würden in risikofreundlichen Marktphasen gekauft und in risikoscheuen Phasen wieder abgestoßen. In beiden Phasen sei sein Fonds nicht dabei. „In Summe haben wir dadurch ein ausgewogenes und defensiveres Portfolio“, so Oposich.

Der Fondsmanager schließt einerseits bestimmte Branchen und Unternehmen durch K.o.-Kriterien aus. Kein Pardon gibt es zum Beispiel für Bau und Wartung von Atomkraftwerken, Korruption, Kinderarbeit, Verletzung von Arbeits- und Menschenrechten und genmanipuliertes Saatgut. Nicht ganz so hoch eingestufte Geschäfte wie Glücksspiel lässt Oposich durchgehen, wenn sie nicht mehr als 5 Prozent des jährlichen Umsatzes eines Unternehmens ausmachen.

Makrowirtschaftliche und fundamentale Daten

Jedes Unternehmen, das diese Filter besteht, bekommt ein Nachhaltigkeits-Rating auf der Skala von A bis E. Hier geht es unter anderem um Umweltverhalten, Wasser- und Energieverbrauch, Arbeitsplatzbedingungen und Unternehmensführung. Mindesthürde ist die Note C.

Daneben lässt Oposich makrowirtschaftliche Daten der einzelnen Länder und fundamentale Daten der Unternehmen einfließen. Das sind klassische Dinge aus der Kreditanalyse wie Gesamtschulden, Nettoschulden und Relativkennzahlen aus den Unternehmensbilanzen.

Hinzu kommen Produkt- und Konjunkturzyklen, und am Ende steht wieder eine Liste, die von „Top Pick“ – also erste Wahl – bis zu „Vermeiden“ reicht. Und daran hält sich Thomas Oposich.