Nachruf: Matthias Günther

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Es war das Jahr 1999, und er war Vertriebsleiter beim Finanzen Verlag: Matthias Günther. Wir saßen abends bei vorzüglichen Speisen – damit kannte er sich aus – und bei gutem Wein zusammen. Auch damit kannte er sich aus. Ich plante gerade, ein Magazin zu gründen, das DER FONDS heißen sollte. Da ich bis dato nur als Redakteur gearbeitet hatte, war mein Know-how in Sachen Verlagsgründung eher begrenzt. Die Abende mit Matthias Günther waren für mich bereichernd, er erklärte mir vieles, was ich nicht wusste, aber wissen musste, um einen Verlag zu gründen. Ich habe ihn damals in den besten Restaurants Hamburgs förmlich ausgesaugt, was ihm gefiel, schließlich stimmten die Rahmenbedingungen. Er war ein beratender Freund und meine einzige persönliche Know-how-Quelle – also eine der wichtigsten Personen in meinem Leben zu der Zeit. 

Später, in den Jahren 2001 bis 2004, war er dann Verlagsleiter bei uns. Wir haben 9/11 zusammen am Fernseher im Büro verfolgt, wir haben die erste große Finanzkrise gemeinsam gemanagt – wenn auch nicht gut. Er hat in der Zeit immer mal einige Kollegen und mich zu sich nach Hause zum Essen eingeladen, wo wir seine Kochkünste und Getränke bewundern durften. Er war ein Lebemann auf seine Art, ein netter Kerl, den man einfach mochte, auf den man sich verlassen konnte. In einem Satz würde ich ihn als einen zuverlässigen Mann für die Geselligkeit bezeichnen – somit wäre er ein angenehmer Anachronismus in der heutigen Zeit. Am vergangenen Wochenende starb Matthias Günther an Herzversagen. Die 50 hat er nicht mehr reißen können, er wurde nur 49 Jahre alt. Zu jung zum Sterben, Matthias.

Von Peter Ehlers, Herausgeber DAS INVESTMENT